ADAC-Statistik: Ältere Autos, mehr Pannen auf deutschen Straßen

Die ADAC-Pannenhilfe rückte 2024 alle neun Sekunden aus. Mit über 3,6 Millionen Einsätzen stieg die Zahl um 2,9 Prozent. Fast jede zweite Panne war auf die Batterie zurückzuführen, während E-Auto-Hilferufe um 46 Prozent zunahmen.
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ADAC

Batterie bleibt Hauptursache für Pannen

Die Zahl der Panneneinsätze in Deutschland ist 2024 erneut gestiegen. Laut der aktuellen ADAC-Pannenstatistik mussten die Pannenhelfer im vergangenen Jahr 3.633.154 Mal ausrücken. Das entspricht einem Plus von 102.096 Einsätzen oder 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Durchschnittlich half der ADAC damit alle neun Sekunden einem liegengebliebenen Fahrzeug.

Hauptursache für die Pannen bleibt wie in den Vorjahren die Batterie. In knapp 45 Prozent aller Fälle war eine defekte oder leere Batterie für den Notruf verantwortlich. An zweiter Stelle folgten mit 22,1 Prozent Probleme mit Motor oder Motormanagement. Weitere häufige Pannenursachen waren Schwierigkeiten mit Lichtmaschine, Anlasser oder Bordnetz (10,6 Prozent), Reifenschäden (8,8 Prozent) sowie Probleme mit Schlüsseln oder Schlössern (6,9 Prozent). ADAC Umfrage August 2024Die häufigsten Pannenursachen für Einsätze der ADAC Straßenwacht

Steigendes Fahrzeugalter als Treiber der Entwicklung

Ein wesentlicher Grund für die Zunahme der Pannenfälle ist das steigende Durchschnittsalter der Fahrzeuge auf deutschen Straßen. Laut Kraftfahrt-Bundesamt lag dieses am 1. Januar 2024 bei 10,6 Jahren - ein neuer Höchststand. Zum Vergleich: Bis 2021 lag das Durchschnittsalter noch unter zehn Jahren. Mit zunehmendem Alter steigt die Anfälligkeit für technische Probleme.

Elektroautos und extreme Kälte

Auch die wachsende Zahl von Elektrofahrzeugen spiegelt sich in der Pannenstatistik wider. 2024 rückten die ADAC-Helfer in 43.678 Fällen zu E-Autos aus - ein Anstieg um 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch bei den Stromern war in rund der Hälfte der Fälle die Starterbatterie das Problem. Diese wird auch in E-Autos für den Betrieb der Bordelektronik benötigt.


Besonders anfällig zeigten sich die Fahrzeuge bei extremer Kälte. Den Pannenrekord des Jahres verzeichnete der ADAC am 9. Januar 2024 mit 19.714 Einsätzen. An diesem Tag fielen die Temperaturen besonders stark. Insgesamt war der Januar mit rund 377.000 Einsätzen der einsatzstärkste Monat des Jahres.

Digitalisierung und neue Mobilitätsformen

Der Anteil der per App oder Web-App gemeldeten Pannen stieg im Vergleich zu 2023 um 20 Prozent auf rund 600.000. Auch Fahrradfahrer rufen zunehmend die Pannenhilfe: Mit 16.934 Einsätzen verzeichnete der ADAC hier ein Plus von 8 Prozent. In mehr als zwei Dritteln der Fälle (69 Prozent) war ein defekter Reifen der Grund für den Notruf.

Trotz des Anstiegs liegt die Zahl der Panneneinsätze noch deutlich unter dem Höchststand von 2016, als der ADAC rund 4,08 Millionen Mal ausrücken musste. Den niedrigsten Stand verzeichnete der Verkehrsclub im Corona-Jahr 2020 mit etwa 3,4 Millionen Einsätzen.

Internationale Vergleiche und Hintergründe

Batterieprobleme sind nicht nur in Deutschland die häufigste Ursache für Fahrzeugpannen. Auch in anderen Ländern zeigt sich ein ähnliches Bild. Besonders anfällig für Batterieprobleme sind Fahrzeuge zwischen sechs und zehn Jahren, da die meisten Batterien eine Lebensdauer von nur drei bis fünf Jahren haben.

Interessanterweise zeigen internationale Daten, dass Pannenhilferufe insgesamt im Sommer am häufigsten sind, gefolgt vom Winter, Herbst und Frühling. Dies könnte auf erhöhtes Verkehrsaufkommen in den Sommermonaten zurückzuführen sein.

Wie steht ihr zu den steigenden Pannenzahlen? Habt ihr selbst Erfahrungen gemacht? Teilt eure Gedanken und Erlebnisse in den Kommentaren.

Zusammenfassung
  • ADAC-Pannenhilfe verzeichnete 2024 über 3,6 Millionen Einsätze
  • Durchschnittlich ein Einsatz alle neun Sekunden auf deutschen Straßen
  • Batterie war in knapp 45 Prozent der Fälle Hauptursache für Pannen
  • Panneneinsätze für E-Autos stiegen um 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr
  • Pannenrekord am 9. Januar 2024 mit 19.714 Einsätzen aufgrund extremer Kälte
  • Zahl der per App gemeldeten Pannen stieg um 20 Prozent auf etwa 600.000
  • Pannenhilferufe für Fahrräder nahmen um 8 Prozent auf 16.934 Einsätze zu

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