Taxi-App mit neuem Kurs: BMW & Mercedes könnten FreeNow verkaufen

Während FreeNow seine Ziele übertrifft und 100 Millionen Euro in Elektro­mobilität investieren will, planen die Eigentümer Mercedes-Benz und BMW offenbar den Verkauf. Die App könnte für bis zu 500 Millionen Euro den Besitzer wechseln. Uber gilt als Interessent.
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Strategiewechsel in der Mobilitätsbranche?

Mercedes-Benz und BMW ziehen einen Verkauf ihrer gemeinsamen Mobilitäts-App FreeNow in Betracht. Laut Insiderberichten haben die beiden deutschen Automobilhersteller, die jeweils knapp 50 Prozent an FreeNow halten, die Investmentbank Lazard damit beauftragt, das Interesse potenzieller Käufer zu sondieren. Diese Entwicklung könnte den europäischen Mobilitätsmarkt erheblich beeinflussen.

FreeNow wurde im Februar 2019 als Teil eines Joint Ventures für Mobilitätsdienste zwischen BMW und der damaligen Daimler Mobility (heute Mercedes-Benz Mobility) gegründet. Die App hat sich in den letzten Jahren als bedeutender Akteur im Bereich der Fahrdienstvermittlung etabliert. Sie ist heute in über 150 Städten in Europa verfügbar, darunter Barcelona, Berlin, Dublin, Paris, Mailand, Rom und London.

Neben der Vermittlung von Taxis bietet FreeNow auch Zugang zu E-Scootern, Carsharing und teilweise sogar Mietwagen in Kooperation mit Partnern wie TIER, VOI, Sixt und Miles.


Wettbewerbsdruck und Fokussierung aufs Kerngeschäft

Der mögliche Verkauf von FreeNow kann als Reaktion auf den zunehmenden Wettbewerbsdruck durch Konkurrenten wie Uber und Lyft interpretiert werden. Diese Unternehmen haben in den vergangenen Jahren erhebliche Investitionen in Technologie und Expansion getätigt, um ihre Marktanteile auszubauen. Gleichzeitig könnte ein Verkauf Mercedes-Benz und BMW ermöglichen, sich stärker auf ihre Kernkompetenzen im Automobilbau zu konzentrieren.

Laut Bloomberg könnten die Gespräche zu einem Deal führen, der bis zu 500 Millionen Euro einbringen könnte. Es bleibt jedoch unklar, ob dies eine realistische Schätzung, der erhoffte Erlös oder der Mindestpreis ist, zu dem die Anteilseigner bereit wären, FreeNow zu veräußern. Ein BMW-Sprecher betonte lediglich, "FreeNow laufe gut und übertreffe seine aktuellen Ziele", ohne auf die Verkaufsgerüchte einzugehen.

Potenzielle Käufer und Zukunftsaussichten

Eine Übernahme von FreeNow könnte für Wettbewerber eine attraktive Möglichkeit darstellen, in zahlreiche große europäische Städte vorzudringen oder dort zu expandieren. In der Vergangenheit gab es bereits Gerüchte über ein Interesse von Uber und dem Betreiber der südkoreanischen Taxi-App "Kakao Mobility". Bislang ist es jedoch zu keinem Abschluss gekommen.

FreeNow selbst hat in den vergangenen Jahren in nachhaltige Mobilität investiert. Das Unternehmen plant, in den kommenden fünf Jahren mehr als 100 Millionen Euro in die Elektrifizierung seiner Fahrzeugflotte in ganz Europa zu stecken. In Hamburg ist FreeNow etwa Partner der städtischen Initiative "ZukunftsTaxi", die darauf abzielt, die Taxi-Flotte der Hansestadt auf Elektrofahrzeuge umzustellen.

Was haltet ihr von den möglichen Verkaufsplänen für FreeNow? Könnte ein neuer Eigentümer den Service verbessern oder seht ihr Risiken für die Nutzer? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren.

Zusammenfassung
  • Mercedes-Benz und BMW erwägen Verkauf ihrer Mobilitäts-App FreeNow
  • FreeNow ist in über 150 europäischen Städten als Fahrdienstvermittler aktiv
  • Möglicher Verkaufspreis könnte bis zu 500 Millionen Euro betragen
  • Uber gilt als potenzieller Interessent für eine Übernahme von FreeNow
  • FreeNow plant Investitionen von 100 Millionen Euro in Elektromobilität
  • Verkauf könnte als Reaktion auf Wettbewerbsdruck interpretiert werden
  • Automobilhersteller könnten sich auf Kernkompetenzen konzentrieren

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