Ermittlungen gegen IT-Dienstleister:
Vorwürfe gegen Datenretter ResQ

Gegen den Datenretter ResQ wurden schwere Vorwürfe laut. Das Unter­neh­men soll fragwürdige Geschäfte mit Privatkunden gemacht haben. Es ging unter anderem um Vorwürfe der Sachbeschädigung und Unter­schlagung. Auch Behörden zählten zu den Kunden von ResQ.
Smartphone, Handy, Reparatur, defekt, Mainboard, Austausch, Elektroschrott, kaputt, Reparierbarkeit, Motherboard, werkzeug, Reparaturprogramm, Platine, Ersatzteile, Recht auf Reparatur, Right to Repair, reparieren, Ersatzteil
    Nachtrag (September 2026)
    Das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Saarbrücken gegen den Inhaber von ResQ, das die in der SR-Berichterstattung erhobenen Vorwürfe zum Gegenstand hatte, ist nach anwaltlicher Auskunft seines Verteidigers endgültig eingestellt worden. Zu einer Anklage oder einem Strafbefehl ist es in diesem Verfahren nicht gekommen. Eine Schuldfeststellung ist nicht erfolgt; es gilt die Unschuldsvermutung. Der nachfolgende Beitrag vom 08.03.2025 gibt den damaligen Stand wieder und wurde am 07.09.2026 an mehreren Stellen sprachlich präzisiert.

    Wenn das Smartphone den Geist aufgibt

    Wie der Saarländische Rundfunk (SR) berichtet, soll es im Geschäft von ResQ mit Privatkunden zu erheblichen Unregelmäßigkeiten gekommen sein. In mehr als 70 Fällen fühlten sich Kunden offenbar hintergangen. Es geht um mög­licher­weise untergeschobene Rechnungen von meist rund 900 Euro für eine Daten­rettung, die die Betroffenen nach eigenen Angaben nie in Auftrag gegeben hatten.

    Doch von vorn. Ein defektes Smartphone bedeutet für viele Menschen den Alb­traum schlechthin. Fotos, Kontakte und andere wichtige Daten drohen un­wie­derbringlich verloren zu gehen. In solchen Fällen versprechen spezialisierte Datenrettungsunternehmen Hilfe. Doch nicht alle arbeiten seriös, wie aktuelle Ermittlungen zeigen.


    Fragwürdige Geschäftspraktiken bei ResQ

    Jährlich bearbeitet das inhabergeführte Unternehmen ResQ aus Bliesbach im Saarland laut eigenen Angaben bis zu 4000 Geräte und zieht damit nicht nur Privatkunden, sondern auch namhafte Auftraggeber wie Landeskriminalämter und das Bundeskriminalamt an.

    Die schwerwiegenden Vorwürfe haben bereits zu mehrfachen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Saarbrücken geführt. Bislang gab es acht Verfahren gegen den Inhaber von ResQ, die von Betrug bis zu Sachbeschädigung reichen. Ein Insider hat gegenüber dem Saarländischen Rundfunk die Vorwürfe gegen ResQ erhoben und die aus seiner Sicht fragwürdigen Praktiken des Unternehmens geschildert.

    Demnach sollen in der ResQ-Werkstatt Geräte absichtlich beschädigt worden sein, um zu verhindern, dass andere Firmen die Daten erfolgreich retten können. Nach Darstellung des Insiders sei dies vorgekommen, wenn Kunden ihre Geräte zurückforderten, anstatt eine kostenpflichtige Datenrettung in Anspruch zu nehmen. Zudem sollen die Mitarbeiter die kostenpflichtigen Reparaturaufträge selbst bestätigt haben, statt auf eine Kundenantwort zu warten.

    In anderen Fällen sollen Geräte als "Totalschaden" eingestuft worden sein, obwohl sie keine schwerwiegenden Probleme hatten, so auch im Rahmen der Recherche. Das SR-Rechercheteam hatte getarnt vier Smartphones zur Datenrettung eingeschickt und das mithilfe von Experten des Fraunhofer-Instituts für Angewandte und Integrierte Sicherheit (AISEC) dokumentiert. Nach Einschätzung des SR und der beteiligten Experten sei dabei schon die Diagnose durch ResQ mangelhaft gewesen.

    Straf­ver­folgungsbehörden ziehen auch weiterhin ResQ als Partner in Betracht. Dem SR liegen rund 30 Rechnungen vor, die einen Gesamtwert von etwa einer Viertelmillion Euro aufweisen. Die meisten Behörden gaben auf Nachfrage an, von den Ermittlungen gegen ResQ nichts gewusst zu haben. In der Sendung Plus Minus der ARD waren die Vorwürfe nun auch schon ein Thema.

    Was haltet ihr von den Vorwürfen gegen ResQ? Habt ihr selbst Erfahrungen mit Datenrettungsunternehmen gemacht? Teilt eure Gedanken und Erlebnisse in den Kommentaren - wir sind gespannt auf eure Perspektiven!

    Download Stellar Photo Recovery - Bilder-Datenrettung
    Zusammenfassung
    • Datenretter ResQ stand unter Verdacht fragwürdiger Geschäftspraktiken
    • Über 70 Privatkunden fühlten sich durch untergeschobene Rechnungen betrogen
    • Staatsanwaltschaft ermittelte wegen Betrugs- und Sachbeschädigungsvorwürfen
    • Insider erhob Vorwurf absichtlicher Beschädigung von Geräten durch ResQ
    • Behörden wie Landeskriminalämter zählten weiterhin zu ResQs Auftraggebern
    • Jährlich bearbeitet ResQ nach eigenen Angaben bis zu 4000 Geräte
    • Rechnungen an Behörden belaufen sich auf ca. eine Viertelmillion Euro
    • Das Ermittlungsverfahren wurde eingestellt; es kam zu keiner Anklage

    Siehe auch:
    Jetzt einen Kommentar schreiben


    Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
    Tipp einsenden
    ❤ WinFuture unterstützen
    Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!