KI-Schummelvorwürfe: Weltmeister versetzt Schachwelt in Aufruhr

In der Schachwelt herrscht dieser Tage helle Aufregung, denn ein angeblicher Schummel-Skandal erschüttert die Spitze des "königlichen" Brettspiels. Im Mittelpunkt steht dabei Hans Niemann. Anfang dieser Woche gab es eine Eskalation, wie es sie im Schach selten gibt. Denn der amtierende und fünffache Weltmeister Magnus Carlsen, für viele der beste Schachspieler aller Zeiten, hat Anfang dieser Woche für einen Eklat gesorgt: Denn der 31-jährige Norweger machte bei einem Online-Turnier in einer Partie gegen Niemann exakt einen Zug - und zog sich darauf aus dem Duell zurück.

In der Welt des Schachsports hat das hohe Wellen geschlagen. Das ist sogar sehr vorsichtig formuliert, denn viele sind der Meinung, dass der Fall Schach für immer verändern könnte. Carlsen hat sich dazu zunächst nicht geäußert, gegenüber dem Portal Chess24 erklärte er aber mittlerweile kryptisch: "Leider kann ich mich dazu nicht äußern, aber die Leute können ihre eigenen Schlüsse daraus ziehen und das haben sie auch getan."

Kometenhafter Aufstieg

Die Vorgeschichte dazu geht auf eine Partie bzw. ein Turnier von Anfang September zurück (via Polygon): Denn Carlsen verlor in St. Louis überraschend gegen den US-amerikanischen Großmeister und dabei ist klar, dass der Norweger seinem Kontrahenten vorwirft, geschummelt zu haben (auch wenn er das nicht direkt sagt).


Niemann hat in den vergangenen Monaten eine regelrecht kometenhaften Aufstieg hingelegt, der nahezu alle Fachleute überrascht hat. Misstrauen gegenüber Niemann gibt es jede Menge, direkt mit dem Finger will aber niemand auf ihn zeigen. Wie auch: Konkrete Beweise hat keiner, entsprechend heftig wird die Angelegenheit auch diskutiert.

Dabei kam auch heraus, dass Niemann mehr als ein halbes Jahr auf Chess.com keine Turniere mit Preisgeld mitmachen durfte. Das gab er später auch zu und meinte, dass er im Alter von zwölf sowie 16 Jahren tatsächlich in Online-Matches geschummelt habe. Die weltgrößte Plattform für Schach sperrte ihn daraufhin dauerhaft. In einem Statement wurde Niemann vorgeworfen, das Ausmaß seines Schummelns heruntergespielt zu haben.

Schummeln per "Butt Plug"?

Niemann bot sogar an, nackt zu spielen, um die Vorwürfe von Hilfe von außen zu entkräften. Und dabei gab es bereits wildeste Theorien zum Wie: So vermuten einige, dass Niemann dort schummelt, wo die Sonne nicht hinscheint (denn vor Turnieren werden Spieler mittlerweile minutenlang genauestens mit Detektoren und ähnlichem gefilzt). Denn es ist klar, dass die Schummelvorwürfe sich um immer bessere Schach-KIs und deren "Hilfe" drehen.

Die Sache ist noch lange nicht zu Ende und bedroht nicht nur den Ruf beider Protagonisten, sondern ist drauf und dran, die Integrität der gesamten Schachszene nachhaltig zu beschädigen.

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