Praxistest zeigt: Dark Mode sorgt gar nicht für weniger Stromverbrauch
Angeblich soll die Nutzung des Dark Mode dabei helfen, Energie zu sparen. Dies liegt angesichts der damit verbundenen geringeren Leuchtkraft auch nahe. Eine aktuelle Untersuchung zeigt allerdings, dass sogar der gegenteilige Effekt eintreten kann.
Um an realistische Daten zu kommen, ließen die Wissenschaftler Testpersonen die BBC-Sounds-Website sowohl im Standard- als auch im Dunkelmodus betrachten. Dabei konnten die Teilnehmer die Bildschirmhelligkeit individuell anpassen. Das Ergebnis: 80 Prozent der Teilnehmer erhöhten im Dunkelmodus die Helligkeit erheblich, um eine angenehmere Darstellung zu erhalten. Dadurch stieg der Energieverbrauch an, was den erhofften Stromspareffekt zunichtemachte.
Die Forscher bezeichnen dieses Phänomen als "Rebound-Effekt" und stellen damit die allgemeine Empfehlung infrage, dass der Dunkelmodus automatisch Energie spart. Doch die Untersuchung ging noch weiter: Zusätzlich analysierten die Wissenschaftler, ob leistungsoptimierte Websites grundsätzlich energieeffizienter sind. Das Ergebnis war ernüchternd - es konnte keine eindeutige Korrelation festgestellt werden. Auch die Annahme, dass die Menge der übertragenen Daten einen direkten Hinweis auf den Energieverbrauch gibt, erwies sich als wenig aussagekräftig.
Seiner Ansicht nach ist ein fundierteres Verständnis dafür notwendig, welche Faktoren tatsächlich den Energieverbrauch digitaler Medien beeinflussen. Das Forschungsteam arbeite daran, auf wissenschaftlicher Basis Optimierungen zu entwickeln, die zu einer echten Reduktion des ökologischen Fußabdrucks führen. Für umweltbewusste Internetnutzer gibt es dennoch praktische Tipps: Unabhängig vom gewählten Anzeigemodus kann die Reduzierung der Bildschirmhelligkeit Energie sparen. Zudem könnte die Nutzung kleinerer Geräte einen positiven Effekt haben.
Siehe auch:
- Dark Mode führt laut Studie nicht unbedingt zu Energieeinsparungen
- Testpersonen erhöhten im Dunkelmodus oft die Bildschirmhelligkeit
- Erhöhte Helligkeit machte den Stromspareffekt des Dark Mode zunichte
- Forscher bezeichnen dies als 'Rebound-Effekt' beim Dunkelmodus
- Keine klare Korrelation zwischen Website-Optimierung und Energieeffizienz
- Datenmenge gibt keinen direkten Hinweis auf den Energieverbrauch
- Reduzierung der Bildschirmhelligkeit kann generell Energie sparen
Sparsam nur im Labor
Laut den Forschern von BBC Research & Development wird der Dunkelmodus zwar für bestimmte Geräte als energieeffizienter beworben, doch diese Einschätzung basiert häufig auf Messungen unter Laborbedingungen. In der realen Nutzung könnte sich ein gegenteiliger Effekt zeigen.Um an realistische Daten zu kommen, ließen die Wissenschaftler Testpersonen die BBC-Sounds-Website sowohl im Standard- als auch im Dunkelmodus betrachten. Dabei konnten die Teilnehmer die Bildschirmhelligkeit individuell anpassen. Das Ergebnis: 80 Prozent der Teilnehmer erhöhten im Dunkelmodus die Helligkeit erheblich, um eine angenehmere Darstellung zu erhalten. Dadurch stieg der Energieverbrauch an, was den erhofften Stromspareffekt zunichtemachte.
Die Forscher bezeichnen dieses Phänomen als "Rebound-Effekt" und stellen damit die allgemeine Empfehlung infrage, dass der Dunkelmodus automatisch Energie spart. Doch die Untersuchung ging noch weiter: Zusätzlich analysierten die Wissenschaftler, ob leistungsoptimierte Websites grundsätzlich energieeffizienter sind. Das Ergebnis war ernüchternd - es konnte keine eindeutige Korrelation festgestellt werden. Auch die Annahme, dass die Menge der übertragenen Daten einen direkten Hinweis auf den Energieverbrauch gibt, erwies sich als wenig aussagekräftig.
Es geht anders
"Es ist positiv, dass immer mehr Menschen nach nachhaltigen digitalen Lösungen suchen. Doch viele Empfehlungen sind zu einfach gehalten und verfehlen ihre Wirkung. Im Fall des Dunkelmodus kann es sogar zu einem höheren Energieverbrauch kommen", erklärte BBC-Forscher Zak Datson, einer der Autoren der Studie.Seiner Ansicht nach ist ein fundierteres Verständnis dafür notwendig, welche Faktoren tatsächlich den Energieverbrauch digitaler Medien beeinflussen. Das Forschungsteam arbeite daran, auf wissenschaftlicher Basis Optimierungen zu entwickeln, die zu einer echten Reduktion des ökologischen Fußabdrucks führen. Für umweltbewusste Internetnutzer gibt es dennoch praktische Tipps: Unabhängig vom gewählten Anzeigemodus kann die Reduzierung der Bildschirmhelligkeit Energie sparen. Zudem könnte die Nutzung kleinerer Geräte einen positiven Effekt haben.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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