Russische Flugabwehr hat wohl Azerbaijan Airlines-Jet abgeschossen
Ein Passagierflugzeug der Azerbaijan Airlines stürzte zu Weihnachten unter mysteriösen Umständen in Kasachstan ab. 38 Menschen kamen ums Leben. Offizielle Stellen halten sich noch mit Informationen zurück, Indizien deuten aber auf einen Abschuss durch Russland hin.
Die genauen Umstände des Absturzes geben Rätsel auf. Offiziell hieß es zunächst, das Flugzeug sei aufgrund schlechter Wetterbedingungen vom Kurs abgekommen. Die russische Luftfahrtbehörde brachte auch einen möglichen Vogelschlag als Ursache ins Spiel. Überlebende berichteten jedoch von einer Explosion und Schrapnelleinschlägen am Flugzeug, was Zweifel an den ersten offiziellen Erklärungen oder besser gesagt Erklärungsversuchen aufkommen lässt.
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Der Kreml selbst dementierte bisher jede Verantwortung: Sprecher Dmitri Peskow sagte, dass es falsch sei, "Hypothesen aufzustellen, bevor die Schlussfolgerungen der Untersuchung vorliegen". Auch Kasachstan betonte, dass die genaue Absturzursache noch unklar sei.
Streng genommen stimmt das auch, dennoch deutet vieles, wenn nicht alles darauf hin, dass die Reuters-Informationen stimmen: Denn der Absturz ereignete sich in einer Region, in der russische Luftabwehr in den vergangenen Wochen verstärkt gegen ukrainische Drohnen im Einsatz war. Allein in der Nacht vor dem Unglück meldete das russische Verteidigungsministerium den Abschuss von 59 ukrainischen Drohnen. GPS-Störungen und der Einsatz von Luftabwehrsystemen sind bei derartigen Drohnenangriffen Standard.
Der Absturz weckt Erinnerungen an den Abschuss des Malaysia-Airlines-Flugs 17 im Jahr 2014 über der Ostukraine, bei dem 298 Menschen ums Leben kamen. Damals wurde ein von Russland unterstütztes Luftabwehrsystem als Ursache ermittelt, was Moskau bis heute bestreitet.
Für Aserbaidschan und Russland könnte der Absturz zu einer diplomatischen Belastungsprobe werden. Die beiden ehemaligen Sowjetrepubliken haben in den letzten Jahren eine pragmatische Beziehung gepflegt, diese könnte nun aber auf eine harte Probe gestellt werden.
Siehe auch:
Rätselhafter Absturz über Kasachstan
Am 25. Dezember 2024 ereignete sich ein tragischer Vorfall, als eine Maschine der Azerbaijan Airlines auf dem Weg von Baku nach Grozny in Kasachstan abstürzte. Die Embraer 190 mit 67 Menschen an Bord zerschellte in der Nähe der Stadt Aktau am Kaspischen Meer, wobei es dem Piloten gelang, zumindest einen Teil der Passagiere zu retten. Denn 38 Menschen verloren bei dem Unglück zwar ihr Leben, 29 überlebten aber - teilweise schwer verletzt.Die genauen Umstände des Absturzes geben Rätsel auf. Offiziell hieß es zunächst, das Flugzeug sei aufgrund schlechter Wetterbedingungen vom Kurs abgekommen. Die russische Luftfahrtbehörde brachte auch einen möglichen Vogelschlag als Ursache ins Spiel. Überlebende berichteten jedoch von einer Explosion und Schrapnelleinschlägen am Flugzeug, was Zweifel an den ersten offiziellen Erklärungen oder besser gesagt Erklärungsversuchen aufkommen lässt.
Indizien deuten auf russischen Abschuss hin
Wie Reuters unter Berufung auf vier mit der Untersuchung vertraute Quellen berichtet, deuten die vorläufigen Erkenntnisse der aserbaidschanischen Ermittler auf einen Abschuss durch die russische Luftabwehr hin. Demnach dürfte das Flugzeug von einem Pantsir-S Flugabwehrsystem getroffen worden sein. Zudem sei die Kommunikation des Flugzeugs beim Anflug auf Grozny durch elektronische Störmaßnahmen beeinträchtigt gewesen, heißt es.
Auf YouTube ansehenDer Kreml selbst dementierte bisher jede Verantwortung: Sprecher Dmitri Peskow sagte, dass es falsch sei, "Hypothesen aufzustellen, bevor die Schlussfolgerungen der Untersuchung vorliegen". Auch Kasachstan betonte, dass die genaue Absturzursache noch unklar sei.
Streng genommen stimmt das auch, dennoch deutet vieles, wenn nicht alles darauf hin, dass die Reuters-Informationen stimmen: Denn der Absturz ereignete sich in einer Region, in der russische Luftabwehr in den vergangenen Wochen verstärkt gegen ukrainische Drohnen im Einsatz war. Allein in der Nacht vor dem Unglück meldete das russische Verteidigungsministerium den Abschuss von 59 ukrainischen Drohnen. GPS-Störungen und der Einsatz von Luftabwehrsystemen sind bei derartigen Drohnenangriffen Standard.
Der Absturz weckt Erinnerungen an den Abschuss des Malaysia-Airlines-Flugs 17 im Jahr 2014 über der Ostukraine, bei dem 298 Menschen ums Leben kamen. Damals wurde ein von Russland unterstütztes Luftabwehrsystem als Ursache ermittelt, was Moskau bis heute bestreitet.
Für Aserbaidschan und Russland könnte der Absturz zu einer diplomatischen Belastungsprobe werden. Die beiden ehemaligen Sowjetrepubliken haben in den letzten Jahren eine pragmatische Beziehung gepflegt, diese könnte nun aber auf eine harte Probe gestellt werden.
Zusammenfassung
- Flugzeugabsturz in Kasachstan am 25. Dezember 2024 mit 38 Toten
- Überlebende berichten von Explosion und Schrapnelleinschlägen
- Indizien deuten auf Abschuss durch russische Luftabwehr hin
- Möglicher Einsatz eines Pantsir-S Flugabwehrsystems
- Elektronische Störung der Flugzeugkommunikation beim Anflug
- Kreml und Kasachstan halten sich mit Schuldzuweisungen zurück
- Diplomatische Beziehungen zwischen Russland und Aserbaidschan gefährdet
Siehe auch:
- Stromverbrauch nicht im Griff: Russland verbietet Krypto-Mining
- Russischer General wurde mithilfe eines Elektroscooters getötet
- Russland testet Zensur des offenen Internets für ganze Landesregionen
- Immer wieder US-Chips in russischen Waffen - vor allem TI unter Druck
- Russischer Programmierer findet Spyware, trickst damit den FSB aus
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