Klage gegen Intel: Chip-Gigant soll von CPU-Instabilität gewusst haben

Die schlechten Nachrichten für Intel reißen nicht ab. Neben den Proble­men mit dem Chip-Geschäft sieht sich das Unternehmen jetzt auch noch mit einer Anklage wegen Betrugs konfrontiert. Man soll von der Insta­bi­lität der Raptor-Lake-CPUs gewusst und sie trotzdem verkauft haben.
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Klage gegen Intel wegen Betrugs eingereicht

Intel kommt nicht zur Ruhe. Denn beim amerikanischen Chip-Riesen kriselt es in allen Bereichen. Man verliert immer mehr Marktanteile an Konkurrenten AMD, und auch der Start der neuen Arrow-Lake Desktop-Prozessoren war sowohl den Testergebnissen zufolge, als auch im Hinblick auf schwache Verkaufszahlen alles andere als ein Erfolg. Zwar hat man bereits mehrere Patches angekündigt, die zu einer signifikanten Leistungssteigerung bei den Chips führen sollen, das Kind könnte aber bereits in den Brunnen gefallen sein.

Jetzt muss sich Intel auch noch mit einer Verbraucherklage auseinandersetzen. So ist über ein kalifornisches Bezirksgericht eine Sammelklage eingegangen, die dem Unternehmen vorwirft, von den Instabilitätsproblemen bei der 13. und 14. Generation seiner Prozessoren gewusst zu haben. Demnach soll Intel aufgrund der Ergebnisse interner Tests bereits vor der Veröffentlichung der Chips von den Schwierigkeiten gewusst haben. Trotzdem habe man die CPUs weiterhin als Hochleistungsprodukte vermarktet und an Kunden verkauft. Konkret lautet der Vorwurf laut Anklageschrift (PDF) daher Betrug und Verletzung der Garantie sowie der kalifornischen Verbraucherschutzgesetze.


Raptor-Lake-Odyssee über etliche Monate

Intel hatte die Probleme mit seinen Raptor-Lake-Prozessoren erst monatelang geleugnet. Dann gab man Mainboardherstellern die Schuld an der Instabilität der Chips. Nachdem man danach noch versucht hatte, das Ausmaß der Angelegenheit herunterzuspielen, musste man sich infolge von Berichten über beinahe 100% Ausfallraten letztlich doch dem öffentlichen Druck beugen.

Anfang August veröffentlichte man ein erstes Mikrocode-Update. In den darauffolgenden Wochen und Monaten gab es noch weitere Patches. Schließlich erklärte Intel die Probleme mit einem letzten Update Anfang Oktober für endgültig behoben.

Den Besitzern bereits beschädigter CPUs nutzten alle diese Maßnahmen jedoch nichts. Angesichts dessen verlängerte Intel die Garantie für Raptor Lake um weitere zwei Jahre. Ein Umtausch der CPUs erwies sich für einige Käufer jedoch als schwierig, da sich das Unternehmen mit teilweise fragwürdigen Mitteln versuchte, davor zu drücken. Zudem war der Ansturm wohl so groß, dass die Lager schnell leer geräumt waren und manche Kunden auf ein Ersatzprodukt wochenlang warten mussten.

Ein potenziell teures Verfahren

Welche Erfolgsaussichten die Klage angesichts dieser ganzen Umstände hat, lässt sich momentan dennoch schwer abschätzen. Sicherlich ist es aber ein weiteres Kapitel der momentanen Krise von Intel, auf das der Chip-Hersteller mit Sicherheit gerne verzichtet hätte. Wenn es schlecht läuft, könnte ein Urteil im Sinne der Kläger das bereits jetzt finanziell schwer angeschlagene Intel noch einmal viel Geld kosten. Bevor es jedoch überhaupt zu einem Verfahren kommt, muss die Klage erst einmal zugelassen werden.

Zusammenfassung
  • Intel sieht sich mit Betrugsklage wegen instabiler Raptor-Lake-CPUs konfrontiert
  • Vorwurf: Intel wusste von Problemen, verkaufte Chips trotzdem
  • Unternehmen leugnete Probleme zunächst, schob Schuld auf Mainboardhersteller
  • Nach öffentlichem Druck veröffentlichte Intel mehrere Mikrocode-Updates
  • Garantieverlängerung für Raptor Lake, jedoch Schwierigkeiten beim Umtausch
  • Klage könnte finanzielle Folgen für das bereits angeschlagene Unternehmen haben

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