Marvell-Chef will Intel-Chefposten nicht - seine Firma ist mehr wert

Der Chefposten bei Intel galt vor einiger Zeit noch als enorm prestigeträchtiger Job. Doch nun würde sich nicht einmal der Vorstand eines kleinen Chipherstellers wie Marvell diese Aufgabe antun - immerhin ist dessen Position derzeit sehr viel gewinnbringender.
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Enormes Wachstum

Matt Murphy, seit 2016 Chef von Marvell Technology, hat entsprechend den Gerüchten um einen möglichen Wechsel zu Intel entschieden widersprochen. Nach dem Ausscheiden des Intel-Chefs Pat Gelsinger wurde Murphy in den Medien als potenzieller Nachfolger gehandelt. Auf einer Telefonkonferenz erklärte er jedoch laut dem Wall Street Journal kürzlich unmissverständlich: "Ich bin komplett bei Marvell. Die Firma ist herausragend, die Technologie erstklassig. Es gibt keinen besseren Ort, an dem ich arbeiten könnte."

Diese Klarstellung kam zu einem Zeitpunkt, an dem Marvell glänzende Geschäftszahlen präsentierte. Der Aktienkurs des Unternehmens stieg daraufhin um 18 Prozent und erreichte erstmals eine Marktkapitalisierung von über 100 Milliarden Dollar - ein bemerkenswerter Sprung von den rund 5 Milliarden Dollar, als Murphy seine Position antrat. Damit überholte Marvell vorübergehend sogar Intel, obwohl der Chip-Riese noch immer ein Vielfaches des Jahresumsatzes von Marvell erzielt.


Ein wesentlicher Treiber für Marvells Erfolg ist der rasante Ausbau seines Geschäfts mit Datenzentren. In der letzten Quartalsbilanz verdoppelte sich der Umsatz in diesem Bereich im Vergleich zum Vorjahr auf 1,1 Milliarden Dollar. Marvell erwartet, dass das Segment am Ende des laufenden Geschäftsjahres etwa 72 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen wird - ein deutlicher Anstieg gegenüber 40 Prozent im Vorjahr.

Lukrative Aufträge

Zusätzliche Impulse liefert ein neuer Fünfjahresvertrag mit Amazon. Gemeinsam entwickeln die Unternehmen KI-Chips, die Amazons Abhängigkeit von Nvidia reduzieren sollen. Analysten gehen davon aus, dass dieser Deal Marvells Umsatz aus kundenspezifischen KI-Chips bis zum Geschäftsjahr 2026 verdoppeln wird. Für das kommende Jahr wird zudem ein Produktionsstart für weitere maßgeschneiderte KI-Chips erwartet, vermutlich für Microsoft.

Trotz des optimistischen Ausblicks bleibt Marvell nicht ohne Risiken. Die starke Abhängigkeit von Investitionen in Künstliche Intelligenz macht das Unternehmen anfällig für mögliche Marktschwankungen. Sollten große Kunden wie Amazon oder Microsoft ihre Ausgaben temporär reduzieren, könnten Wachstumsprognosen ins Wanken geraten. Dennoch zeigt sich Murphy gelassen: "Wir wissen, dass es keine gerade Linie über die nächsten zehn Jahre sein wird." Seine Erfahrung in der zyklischen Halbleiterbranche scheint ihm Vertrauen zu geben.

Zusammenfassung
  • Marvell-CEO Murphy lehnt möglichen Wechsel zu Intel entschieden ab
  • Marvells Marktkapitalisierung übersteigt erstmals 100 Milliarden Dollar
  • Umsatz im Datenzentrumsgeschäft verdoppelte sich auf 1,1 Milliarden Dollar
  • Neuer Fünfjahresvertrag mit Amazon zur Entwicklung von KI-Chips
  • Starkes Wachstum bei kundenspezifischen KI-Chips erwartet
  • Abhängigkeit von KI-Investitionen birgt Risiken für Marvell
  • Murphy bleibt trotz möglicher Marktschwankungen gelassen

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