Office 365 gehackt und Manager-Mails für Insider-Handel genutzt

Ein Brite fand vor einiger Zeit heraus, wie er sich Zugang zu Office365-Konten der Manager verschiedener Unternehmen verschaffen konnte. Dies nutzte er zur Beschaffung vertraulicher Informationen, die er für den Insider-Handel mit Aktien missbrauchte.
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Quartalsberichte vorab

Gegen den Mann wurde jetzt durch US-Staatsanwälte Anklage wegen eines mutmaßlichen "Hack-to-Trade"-Plans erhoben. Der Beschuldigte soll sich durch das Eindringen in Office-365-Konten von Führungskräften börsennotierter Unternehmen unter anderem Zugang zu Quartalsberichten verschafft haben, bevor diese öffentlich gemacht wurden, berichtete das US-Magazin Ars Technica unter Berufung auf die Behörden.

Mit diesen Insider-Informationen führte er dann Aktiengeschäfte durch, die ihm zwischen 2019 und 2020 einen Gewinn von rund 3,75 Millionen Dollar einbrachten. Die Staatsanwaltschaft des US-Bezirks New Jersey hat daraufhin nun strafrechtliche Anklage erhoben. Und auch die US-Börsenaufsicht SEC geht mit einer Zivilklage gegen den Mann vor, um die unrechtmäßig erzielten Gewinne abzuschöpfen.


Laut der SEC habe der Beschuldigte verschiedene Maßnahmen ergriffen, um seine Identität zu verschleiern, darunter die Nutzung anonymer E-Mail-Konten, VPN-Dienste und Bitcoin. Trotz dieser Vorkehrungen gelang es den Ermittlern der Behörde, die illegale Aktivität mit Hilfe fortschrittlicher Datenanalysen und der Rückverfolgung von Kryptowährungen aufzudecken.

Fünf Firmen betroffen

In der Anklageschrift wird beschrieben, dass der Mann einen Weg gefunden hatte, über die Passwort-Zurücksetzen-Funktion von Microsofts Office 365 in die E-Mail-Konten von Führungskräften von fünf US-Unternehmen einzudringen. Er soll dort automatische Weiterleitungsregeln eingerichtet haben, um alle eingehenden E-Mails an ein von ihm kontrolliertes Konto weiterzuleiten. So erhielt er nicht-öffentliche Informationen über die Quartalsergebnisse der Unternehmen und konnte voraussehen, wie sich deren Aktienkurse nach der Veröffentlichung entwickeln würden.

Der Beschuldigte wurde nun wegen Wertpapierbetrugs, Betrugs und Computerbetrugs in mehreren Fällen angeklagt. Die Strafen dafür könnten drastisch ausfallen: Wertpapier- und Betrug könnten jeweils mit bis zu 20 Jahren Gefängnis und Geldstrafen von bis zu 5 Millionen Dollar geahndet werden. Jeder einzelne Anklagepunkt des Computerbetrugs könnte zudem eine Strafe von bis zu fünf Jahren Gefängnis und eine Geldstrafe von bis zu 250.000 Dollar nach sich ziehen.

Zusammenfassung
  • Brite hackte Office365-Konten für Insider-Handel
  • US-Staatsanwälte erheben Anklage gegen den Hacker
  • Gewinn von 3,75 Millionen Dollar durch Aktiengeschäfte
  • SEC reicht Zivilklage zur Rückforderung der Gewinne ein
  • Einsatz von VPNs und Bitcoin zur Verschleierung der Identität
  • Ermittler decken Betrug durch Datenanalyse und Krypto-Tracking auf
  • Bis zu 20 Jahre Gefängnis drohen für Wertpapier- und Betrugsdelikte

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