Polizeieinsatz: Berliner Linux-Entwickler wird Opfer von Swatting

Das sogenannte "Swatting", bei dem Menschen, die gerade einen Live­stream durchführen, unerwartet von einem Einsatzkommando der Po­li­zei heimgesucht werden, traf jetzt auch einen Berliner Linux-Entwickler. Kurzzeitig wurden ihm sogar Handschellen angelegt.
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Die Polizei rückte mit Großaufgebot an

Der aus Berlin stammende Software-Entwickler René Rebe ist mit seiner Firma ExactCODE an der Lietzenburger Straße in bester Lage in der Berliner City-West ansässig. In der letzten Woche sorgte ein böswilliger "Streich" dafür, dass die Polizei mitten in einem Livestream auf YouTube und Twitch bei Rebe "einritt" als er gerade Details eines Bugs in Linux für SPARC-Systeme diskutierte (via Günter Born).

Rebe wurde nach eigenen Angaben dabei Opfer des sogenannten "SWATting". Darunter versteht man eine vor allem in den USA verbreitete Art von äußerst böswilligen Aktionen, bei denen jemand die Polizei unter einem Vorwand zu einer bestimmten Adresse schickt. Häufig werden dabei Horrorszenarien behauptet, auf die die Behörden dann mit einem Großaufgebot und einem Spezialeinsatzkommando reagieren.

Kritik an Vorgehen der Polizei

Die Folgen sind für die Opfer drastisch. Im Fall von Rebe stand laut seinen Angaben eine Gruppe von mindestens 10 Polizeibeamten vor der Tür, die mit ihren Dienstwaffen und Tasern in die Wohnung kamen, um sie zu durchsuchen. Er selbst wurde vor die Tür gebeten und kurzzeitig in Gewahrsam genommen. Die Polizei durchkämmte die Wohnung und forderte ihn, wie in einem bei YouTube veröffentlichten Ausschnitt des Livestreams zu sehen ist, dazu auf, die Übertragung zu stoppen.

Während des Einsatzes war die Straße vor dem Haus gesperrt, auch weil sich dort zahlreiche Fahrzeuge der Polizei, Krankenwagen und Feuerwehrautos aufreihten. Wie es zu dem Swatting-Angriff auf Rebe kam, ist nicht ganz klar, auch weil sich die Berliner Polizei zu dem Vorfall bislang nicht geäußert hat. Rebe selbst erklärte, dass wohl eine anonym verschickte E-Mail bei der Polizei und einer Rettungsstelle einging, laut der er seine Ehefrau getötet habe und nun drohe, sich selbst das Leben zu nehmen.

Als möglichen Grund für die Aktion vermutet Rebe, dass sich ein zuvor gesperrter Troll an ihm rächen wollte. Eine weitere Möglichkeit seien seine teils öffentlichen Stellungnahmen zu politischen Themen gewesen, vermutet er. Rebe kritisiert unter anderem das Vorgehen der Polizei, die wissentlich in das Büro eines Unternehmens eingedrungen sei, ohne zuvor zu prüfen, was sich am Einsatzort vorfinden würde.

Zusammenfassung
  • Linux-Entwickler René Rebe wurde Opfer eines Swatting-Angriffs
  • Polizeieinsatz erfolgte während eines Livestreams auf YouTube und Twitch
  • Mindestens 10 Polizisten durchsuchten Rebes Wohnung in Berlin
  • Rebe musste Livestream unterbrechen, wie im Video zu sehen ist
  • Straße vor Rebes Haus war wegen des Einsatzes gesperrt
  • Anonyme E-Mail behauptete, Rebe habe seine Ehefrau getötet
  • Rebe vermutet Rache eines gesperrten Trolls als Motiv des Angriffs

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