Familie erlebt wegen ungenauer AirPods-Ortung ein SWAT-Trauma

In den USA beschäftigt einmal mehr ein Fall eines völlig überzogenen Einsatzes eines SWAT-Teams die Gemüter. Auslöser für die Aktion, war schlicht die Tatsache, dass Ortungsdaten eines Paars AirPods-Ohrhörer falsch interpretiert wurden.
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Schludrige Ermittlungen

Der eigentliche Vorfall ereignete sich bereits im vergangenen Jahr. Jetzt allerdings landet die Sache vor Gericht, da die betroffene Familie Klage gegen die örtliche Polizei eingereicht hatte. Sie hofft nicht nur auf eine juristische Aufarbeitung ihres Traumas, sondern auch, dass wieder mehr Wert auf gewissenhafte Polizeiarbeit gelegt wird, als dass man versucht, alle Probleme durch die militärisch organisierten SWAT-Spezialkräfte zu lösen.

Die Familie geriet ins Visier, nachdem im vergangenen Jahr an einem Morgen ein Auto geraubt wurde: Zwei Brüder hatten sich gerade mit Frühstück versorgt, als ihnen beim Rückweg zum Auto von einer Gruppe überfallartig der Schlüssel abgenommen und das Fahrzeug entwendet wurde. Eines der Opfer hatte seine AirPods im Auto liegen lassen und gab der Polizei einen Zugang zu der Wo ist?"-Funktion, mit der sich die Geräte orten lassen.


Die Beamten erwirkten für den Standort, der vom Ortungsdienst angezeigt wurde, einen Durchsuchungsbeschluss. Da man annahm, dass die möglichen Täter vielleicht bewaffnet sein könnten, schickte man direkt das SWAT los. Dieses stürmte daraufhin das Haus einer völlig unbescholtenen Familie, berichtete die Lokalzeitung Riverfront Times.

Chaos und ein Baby

Überwachungsaufnahmen aus dem Inneren zeigen beispielsweise, wie ein militärisch ausgerüsteter Polizist das weinende, drei Monate alte Baby aus seinem Bett nimmt und herausträgt. Des Weiteren wurden nicht nur Schränke durchwühlt und Schubladen ausgekippt, sondern auch Löcher in Trockenbauwände und die Decke geschlagen.

Die AirPods wurden schließlich auch gefunden - allerdings auf der Straße vor dem Haus. Wahrscheinlich hatte einer der Autodiebe das Risiko einer Ortung erkannt und die Geräte aus dem Fenster geworfen. Da die Standortbestimmung bei den Systemen relativ ungenau ist, wurde einfach das nächstliegende Haus als Ziel angenommen - und obwohl die dort lebende Familie nachweisbar über mindestens zwölf Jahre hinweg nicht den kleinsten Konflikt mit dem Gesetz hatte, vermutete man dort einen Verbrecher-Unterschlupf und schickte die Spezialkräfte los.

Die Familie klagt nun auf Schadenersatz wegen Beschämung, unangemessener Gewaltanwendung, Freiheitsverlust und anderen Faktoren. "Es gab keinen hinreichenden Grund für den Durchsuchungsbefehl, und hätte die eidesstattliche Erklärung (der Polizei) vollständige Informationen enthalten, hätte der Richter des Bundesstaatsgerichts den Durchsuchungsbefehl nicht genehmigt", heißt es in der Klage.

Zusammenfassung
  • USA: Übertriebener SWAT-Einsatz wegen AirPods-Ortung
  • Familie klagt gegen Polizei nach ungerechtfertigter Hausdurchsuchung
  • Vorfall ereignete sich letztes Jahr, nun gerichtliche Auseinandersetzung
  • SWAT stürmte Haus nach Fehlinterpretation von AirPods-Standortdaten
  • Unschuldige Familie durch Polizeiaktion traumatisiert und beschädigt
  • AirPods auf Straße gefunden, nicht im Haus der betroffenen Familie
  • Klage zielt auf Schadenersatz für Gewaltanwendung und Freiheitsverlust

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