Linux 7.2 ist da: Neues bei Ext4 & Btrfs, CPU-Support und Datentransfer

Linus Torvalds hat Linux 7.2 offiziell freigegeben. Das Update bringt eine verbesserte Cache-Verwaltung, erste Unterstützung für Apple-M3-Chips und schnellere Dateisysteme. KI-generierter Code sorgte erneut für Herausforderungen bei der Arbeit der Entwickler.
Betriebssystem, Update, Linux, Open Source, Tux

Pünktlicher Start für Linux 7.2

Linus Torvalds hat wie geplant rund neun Wochen nach der Veröffentlichung von Linux 7.1 die finale Version des Linux-Kernels 7.2 für die weltweite Open-Source-Gemeinschaft veröffentlicht. Das Update liefert neue Funktionen und Treiber-Aktualisierungen für aktuelle Hardware. Torvalds verzichtete auf eine weitere Testwoche, obwohl das Volumen der eingereichten Code-Änderungen in der Endphase sehr hoch ausfiel. Er behielt den regulären zweimonatigen Veröffentlichungszyklus konsequent bei.

Zu den wichtigsten Neuerungen gehört das Cache Aware Scheduling. Das System erkennt nun, wenn Aufgaben zum selben Prozess gehören, und belässt sie auf Prozessorkernen mit gemeinsamem Cache. Das reduziert Datenabfragen und schont Ressourcen. Zudem bietet der Kernel eine erste Unterstützung für Apple-M3-Prozessoren. Bislang bootet das System auf entsprechenden Rechnern jedoch nur in die Konsole.


Altlasten weichen neuen Standards

Neben der Integration des USB4STREAM-Protokolls für direkte Datenübertragungen per Kabel misteten die Entwickler kräftig aus. Mehr als 13.000 Zeilen Code für die veraltete i486-Prozessor-Emulation flogen aus dem Kernel, was auch zu neuen CPU-Anforderungen führt. Auch das AppleTalk-Netzwerkprotokoll gehört nun endgültig der Vergangenheit an. Diese Bereinigungen erleichtern die künftige Wartung des Betriebssystems.

Gleichzeitig profitieren Nutzer von Geschwindigkeitssteigerungen bei den Dateisystemen Ext4 und Btrfs. Zudem gibt es Leistungsverbesserungen für Systeme mit Prozessoren von AMD und Intel. Eine weitere Neuerung ist die verbesserte Unterstützung für moderne Gamepads, was besonders Spielern zugutekommt, die das System als Gaming-Plattform nutzen.

Probleme durch den DRM Scheduler

Nicht alle geplanten Funktionen haben es in die finale Fassung geschafft. Ein neuer Standard für den DRM-Scheduler musste in letzter Minute rückgängig gemacht werden. Das führt bei einigen Grafikkarten zu Leistungseinbußen. Entwickler wechselten kurzfristig auf das alte FIFO-Verfahren zurück. Torvalds betonte jedoch, dass das Entfernen von fehlerhaftem Code der korrekte Weg sei.

Ein Grund für die hektische Schlussphase ist der zunehmende Einsatz von KI-Werkzeugen bei der Programmierung. Das führt zu einer erhöhten Anzahl an Einreichungen. Torvalds bezeichnete das als neue Normalität. Würde er Veröffentlichungen deshalb verschieben, gäbe es vermutlich gar keine neuen Versionen mehr, so der Linux-Vater. Etwa fünf Prozent der finalen Änderungen weisen Markierungen auf, die auf eine KI-Unterstützung hindeuten.

Wer sich für weitere Details interessiert, findet bei den Kollegen von OMGUbuntu eine ausführliche Zusammenfassung der Kernel-Anpassungen.

Was haltet ihr von den Neuerungen in Linux 7.2 und dem Einfluss von KI auf die Entwicklung? Teilt eure Meinungen und Erfahrungen gerne mit uns in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Linus Torvalds hat den neuen Linux-Kernel 7.2 wie geplant veröffentlicht
  • Das neue Cache Aware Scheduling optimiert die Verteilung der Prozessorlast
  • Überholter i486-Code und das AppleTalk-Protokoll wurden komplett entfernt
  • Die Dateisysteme Ext4 und Btrfs erhalten spürbare Leistungsverbesserungen
  • Probleme mit dem neuen DRM-Scheduler erforderten ein kurzfristiges Rollback
  • Der wachsende Einsatz von KI-Tools sorgt für deutlich mehr Code-Einreichungen

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