AverMedia Live Streamer AX310: Praktischer Helfer für Twitch und Co.

Der AverMedia Live Streamer AX310 kombiniert ein USB-Audiointerface mit einem Streamdeck. Der AX310 bietet ein Audio-Mischpult mit bis zu sechs Tonspuren, drei davon digital. Das Gerät verfügt über einen XLR-Mikrofon- und einen Klinkeneingang. Auch Toslink-Kabel können angeschlossen werden. Das 5-ZolläDisplay bietet Platz für 100 anpassbare Felder. Auf jedem können beispielsweise Widgets mit den YouTube-Abonnenten oder einer Spotify-Kontrollfläche platziert werden. Über die Software lassen sich viele Voreinstellungen treffen. Diese ermöglichen es, Ton mit dem AX310 aufzunehmen, ohne dass in der Post-Produktion noch viele Tweaks angewendet werden müssen. Der Stromverbrauch liegt bei unter 7 Watt. Auf dem Streamer-Schreibtisch macht der AX310 durch die LED-Verifizierungen in jedem Fall etwas her.

Mit dem PC wird der Audiostreamer über USB 2.0 verbunden. Ein 1,8 m langes USB-A- auf USB-B-Kabel liegt bei. Wer bereits ein System ohne USB-A nutzt, kann sich ein beliebiges USB-C- auf USB-B-Kabel dazu kaufen. Die Verbindung mit einem PC ist zwingend notwendig: Da der Live Streamer ohne SD-Kartenslot daherkommt, kann der AX310 nicht als Standalone-Aufnahmestation verwendet werden. Aber auch an Systemen ohne Software-Unterstützung seitens des Herstellers funktioniert der AX310 nicht, denn ohne die Hersteller-eigene Software lässt sich der AX310 nicht verwenden. Bevor man den Live Streamer in Betrieb nehmen kann, muss folglich das sogenannte "Creator Central" heruntergeladen werden. Die Software ist kostenlos beim Hersteller verfügbar. Avermedia bietet die Anwendung für Windows und MacOS an. iOS, Android oder Linux sind nicht kompatibel. Das Creator Central kann verwendet werden, um Audioeinstellungen vorzunehmen, den Dual Mix ein- und auszuschalten und die vier Aktionstasten zu individualisieren.
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Die vorgenommenen Einstellungen werden jeweils nur am Computer selbst gespeichert. Wer den AX310 an verschiedenen Computern verwendet, kann dort jeweils andere Einstellungen vornehmen, ohne dass sich dies auf die Funktionsweise an bereits eingerichteten PCs auswirkt. Wer mehrere Avermedia-Produkte verwendet, sollte sich auch die Assist Center-App zulegen. Über diese können neue Software-Versionen heruntergeladen und die Firmware der jeweiligen Geräte auf den neuesten Stand gebracht werden. Das Assist Center ist nur für Windows verfügbar. Ein besonders leistungsfähiger Computer ist für die Verwendung nicht notwendig: der AX310 lässt sich auch mit Intel Celeron-Geräten wie dem Beelink Mini S verwenden.

Gute Verarbeitung

Auf dem 5 Zoll Display lassen sich u.a. die aktuellen Audiolevels einsehen. Auf Amazon gibt es verschiedene Angebote für Display-Schutzfolien, um Kratzer auf dem Display zu vermeiden. Verändert man die Input-Einstellungen, werden die neuen Werte auf dem Display umgehend angezeigt. Der AX310 kann durch die möglichen Widgets als zweiter Bildschirm verwendet werden: Über das Creator Central lässt sich beispielsweise der Live Chat YouTubes auf einer der vier individuell programmierbaren Seiten platzieren. Zwar stehen grundsätzlich 100 Felder zur Verfügung, allerdings nehmen die verschiedenen Widgets unterschiedlich viel Platz ein. Je nachdem, wie intensiv man den AX310 nutzt, kann der verfügbare Platz schnell belegt werden. Die vier Funktionstasten neben dem Display sind nicht beschriftet. Via dem Creator Central kann man deren Funktion, aber auch LED-Farbe einstellen. Dass Avermedia die Funktionstasten nicht ab Werk beschriftet, ergibt angesichts der vielfältigen Bewegungsmöglichkeiten durchaus Sinn. Die LED-Farbe kann als Gedankenstütze dienen, welche Funktion man einer Taste zugeordnet hat. Möchte man bspw. mit Taste vier Adobe Audition öffnen, empfiehlt sich grün als Hintergrund-Beleuchtung.

Namensgebend ist der AX310 für die Produktion von Streams ausgelegt. Hierfür kann man sich die zwei unabhängige voneinander einzustellenden Audio-Mixer zu Nutze machen. Der duale Modus ist sehr praktisch und einfach einzustellen. Zwar muss jede Einstellung einzeln angepasst werden, durch den Verzicht auf eine automatische Anpassung des Kanals im jeweils anderen Mix verhindert Avermedia aber auch Flüchtigkeitsfehler. Unser Kollege Timm Mohn verwendet den AX310 zusammen mit einem Shure SM7B. Während den Aufnahmen kam es zu keinen Tonaussetzern oder anderen Problemen.

Die Verarbeitungsqualität des AX310 kann überzeugen: es gibt keine unschönen Spaltmaße und alle Buttons lassen sich auch nach einigen Monaten fehlerfrei bedienen. Die Aktionstasten sind etwas steifer und sitzen aufgrund dessen nicht so lasch in der Verankerung wie beim Rode Podcaster Pro. Der Kickstand gibt dem Streamer einen festen Stand, sodass er bei der Bedienung nicht wackelt. Während die eingelassenen Ports auf der Rückseite optisch zufriedenstellend sind, kann der Wechsel von Kabeln dadurch etwas umständlicher ausfallen. Erfahrungsgemäß ändert man die Verkabelung allerdings eher selten. Vor der Anschaffung des AX310 sollte man sich vergewissern, dass Streamer und eventuell bereits vorhandene Mikrofon-Hardware bspw. in Hinblick auf die Output-Lautstärke, den sogenannten Gain-Level, kompatibel zueinander sind. Auf den Markt gekommen ist der AX310 für 349 Euro. Das Gerät hat derweil nicht nur einige Updates erhalten, sondern wurde auch etwas im Preis reduziert. Beide Entwicklungen zeigen: Es lohnt sich manchmal, mit der Anschaffung eines Geräts zu warten. So können in der Fachpresse kritisierte Kinderkrankheiten, wie ein zögerlich reagierendes Interface, beseitigt und ein paar Euro eingespart werden. Der Avermedia Live Streamer AX310 ist aktuell für 283 Euro bei Amazon zu bekommen. Avermedia selbst hat mit dem Live Streamer MIC 330 das passende Mikrofon im Angebot, welches in Sachen Gain-Level und Design auf den Live Streamer zurechtgeschnitten ist.

Positiv

  • Kompatibel mit Adobe Audition
  • LEDs zeigen u.a. Pegeleinstellungen an
  • Vier Aktionstasten können individualisiert werden
  • Gut ablesbares 5 Zoll IPS-Display
  • Schicke LED-Verifizierung an den Seiten
  • Fester Stand bei der Bedienung
  • 3,5-mm-Klinke-Audiokabel sowie Adapter auf 6,3mm Klinke im Lieferumfang enthalten

Neutral

  • Kein USB-C-Kabel im Lieferumfang
  • Kein Video-Eingang
  • Kein LED-Streifen auf der Rückseite des Gerätes

Negativ

  • Ohne Avermedia-Software keine Funktion

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