1000-fach komprimiert: Bastler presst 2-minütigen Song in 8 QR-Codes
Ein kreativer Entwickler hat einen Weg gefunden, einen kompletten Song extrem zu komprimieren und auf Papier auszudrucken. Durch die Nutzung eines KI-basierten Audio-Codecs passt ein Lied in acht QR-Codes und lässt sich komplett offline abspielen.
Die größte Herausforderung bei dem Vorhaben, das der Entwickler "Paper Tunes" getauft hat, bestand in der geringen Speicherkapazität. Selbst der größtmögliche QR-Code (Version 40) fasst maximal rund drei Kilobyte an binären Daten. Ein durchschnittliches Musikstück als MP3 belegt hingegen fast drei Megabyte. Da das Format bereits verlustbehaftet arbeitet, sind die Möglichkeiten zur weiteren Verkleinerung durch herkömmliche Komprimierung begrenzt und reichen nicht aus, um die Datei auf die benötigte Größe zu schrumpfen.
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Mit einer Bandbreite von drei Kilobit pro Sekunde schrumpfte der Entwickler das von ihm für sein Projekt verwendete 2,9 Megabyte große, etwas über zwei Minuten lange Lied auf etwa 21 Kilobyte. Eine noch stärkere Reduzierung auf 1,5 Kilobit pro Sekunde verkleinerte die Datei zwar weiter, führte aber zu einer deutlich schlechteren Audioqualität. Die verbliebenen 21 Kilobyte teilte er in acht Datenblöcke auf. Jeder der Blöcke erhielt eine eigene Identifikationsnummer. Anschließend generierte eine Software aus den Datenblöcken acht entsprechende QR-Codes.
Über eine handelsübliche Handykamera lassen sich die gedruckten Codes einscannen. Ein speziell entwickeltes Programm setzt die einzelnen Datenblöcke anhand der zuvor vergebenen ID-Nummern in der richtigen Reihenfolge wieder zusammen und spielt den Song ab. Ein gravierender Nachteil bleibt jedoch die fehlende Redundanz in den verwendeten QR-Codes. Wird nur ein einziger Code beschädigt, ist das Lied unwiderruflich verloren.
Was meint ihr zu dem Projekt? Welchen Aspekt findet ihr dabei am spannendsten? Und setzt ihr bei eurer Musiksammlung auch noch auf physische Datenträger? Teilt eure Gedanken gerne in den Kommentaren mit uns.
Siehe auch:
Musik auf Papier gespeichert
Nachdem erst kürzlich ein Bastler Retro-PC-Steckmodule für Steam-Spiele gebaut hatte, bringt jetzt ein Tüftler Audiodateien in ein dafür eigentlich nicht vorgesehenes Format. So hat er eine Methode erarbeitet, um einen kompletten Song um das 1000-fache zu komprimieren und die übrig gebliebene Datei optisch in acht QR-Codes zu speichern.Die größte Herausforderung bei dem Vorhaben, das der Entwickler "Paper Tunes" getauft hat, bestand in der geringen Speicherkapazität. Selbst der größtmögliche QR-Code (Version 40) fasst maximal rund drei Kilobyte an binären Daten. Ein durchschnittliches Musikstück als MP3 belegt hingegen fast drei Megabyte. Da das Format bereits verlustbehaftet arbeitet, sind die Möglichkeiten zur weiteren Verkleinerung durch herkömmliche Komprimierung begrenzt und reichen nicht aus, um die Datei auf die benötigte Größe zu schrumpfen.
Auf YouTube ansehenKI-Codec reduziert Dateigröße
Um das Platzproblem zu lösen, nutzte der Entwickler Makestreme ein neuronales Netzwerk. Wie er in seiner Projektbeschreibung detailliert erläutert, kam der KI-Audio-Codec EnCodec zum Einsatz. Der Codec wandelt die ursprünglichen Audio-Wellenformen in diskrete Codes bzw. latente Daten um.Mit einer Bandbreite von drei Kilobit pro Sekunde schrumpfte der Entwickler das von ihm für sein Projekt verwendete 2,9 Megabyte große, etwas über zwei Minuten lange Lied auf etwa 21 Kilobyte. Eine noch stärkere Reduzierung auf 1,5 Kilobit pro Sekunde verkleinerte die Datei zwar weiter, führte aber zu einer deutlich schlechteren Audioqualität. Die verbliebenen 21 Kilobyte teilte er in acht Datenblöcke auf. Jeder der Blöcke erhielt eine eigene Identifikationsnummer. Anschließend generierte eine Software aus den Datenblöcken acht entsprechende QR-Codes.
Über eine handelsübliche Handykamera lassen sich die gedruckten Codes einscannen. Ein speziell entwickeltes Programm setzt die einzelnen Datenblöcke anhand der zuvor vergebenen ID-Nummern in der richtigen Reihenfolge wieder zusammen und spielt den Song ab. Ein gravierender Nachteil bleibt jedoch die fehlende Redundanz in den verwendeten QR-Codes. Wird nur ein einziger Code beschädigt, ist das Lied unwiderruflich verloren.
Drahtlose Übertragung
Neben dem Papierausdruck baute der Entwickler ein vom Internet völlig unabhängiges Funknetzwerk auf, um die Musik zu streamen. Er verwendete zwei Mikrocontroller und zusätzliche Funk-Module, um die stark komprimierten Daten drahtlos zu übertragen. Aufgrund der sehr geringen Bandbreite und der eingebauten Pausen zur Einhaltung geltender Funkrichtlinien dauerte die Übertragung der kleinen Datei über das System allerdings rund 90 Minuten. Dann wurde der Song aber komplett abgespielt.Keine gänzlich neue Idee
Solche Konzepte zur optischen Speicherung sind historisch gesehen nicht komplett neu. Bereits im Jahr 1985 ermöglichte das System Cauzin Softstrip den Druck von maschinenlesbaren Barcodes, die kommerziell eingesetzt wurden und heute auf jeder Lebensmittelverpackung zu finden sind. Das aktuelle Projekt belegt jedoch, wie moderne Techniken alte Ideen neu aufleben lassen können und dass auch deutlich komplexere Informationen in relativ simplen optischen Formaten gespeichert werden können. Die physische Musiksammlung auf Papier ist allerdings nur so lange funktional, wie der Decoder digital verfügbar bleibt.Was meint ihr zu dem Projekt? Welchen Aspekt findet ihr dabei am spannendsten? Und setzt ihr bei eurer Musiksammlung auch noch auf physische Datenträger? Teilt eure Gedanken gerne in den Kommentaren mit uns.
Zusammenfassung
- Ein Bastler speichert Musik komprimiert als QR-Code auf Papier ab
- Der KI-Codec EnCodec schrumpft ein Lied auf nur noch 21 Kilobyte
- Die verbleibenden Daten werden auf acht QR-Codes aufgeteilt gedruckt
- Eine Handykamera liest die Codes ein und rekonstruiert die Musik
- Ohne Redundanz führt schon ein defekter Code zum Verlust des Liedes
- Ähnliche optische Speichermedien gab es bereits im Jahr 1985
Siehe auch:
- Erstaunlich leistungsstark: Bastler baut Smartphone zum Desktop-PC um
- Leicht übertrieben: Bastler baut irre Alarmanlage für sein Steam Deck
- Steam-Spiele auf SSD: Bastler baut eigene Retro-PC-Steckmodule
- Bastler bringt Windows 11 auf 20 Jahre altem DDR1-System zum Laufen
- Mehr Ablenkung geht nicht: Bastler baut PC für 15.000 animierte GIFs
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