Letzte offene Plattform: Russland drosselt YouTube jetzt immer stärker
YouTube war die letzte Social-Media-Plattform, über die Nutzer in Russland bisher noch freien Zugang zu Inhalten aus der westlichen Hemisphäre hatten. Dies ändert sich aktuell aber zusehends, wodurch sich der Zugang zu Informationen noch stärker einschränkt.
Seitdem wird die Nutzbarkeit schrittweise immer stärker eingeschränkt - ohne, dass es einfach zu einer kompletten Sperrung käme. Dmitry Kolezev, ein russischer Journalist und YouTuber, verzeichnete aber beispielsweise durch die Drosselungen im August einen Rückgang der russischen Nutzerzahlen auf seinem Kanal um 30 Prozent. "Kanäle, die reine Unterhaltung bieten und keine politischen Inhalte abdecken, melden sogar noch höhere Rückgänge", erklärte er. Denn: "Politisch aktive Zuschauer nutzen eher Umgehungstools, während andere schneller die Plattform verlassen."
Laut Mediascope, einem russischen Marktforschungsunternehmen, nutzten rund 95 Millionen Russen - etwa 80 Prozent der Bevölkerung mit Internetzugang - YouTube mindestens einmal im Monat. Die Plattform ist nach Google, Yandex und WhatsApp die am vierthäufigsten besuchte Webseite in Russland und ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für russische Influencer und Produktionsfirmen. Ein Tag ohne YouTube könnte der russischen Wirtschaft laut NetBlocks, einem britischen Internet-Watchdog, etwa 23 Millionen Dollar kosten.
Warum die russischen Behörden ausgerechnet jetzt gegen YouTube vorgehen, ist unklar. Möglicherweise handelt es sich um eine Vergeltungsmaßnahme gegen Google, das sich geweigert hatte, bestimmte Kanäle zu blockieren. YouTube bleibt eine wichtige Plattform für unabhängige Stimmen und Bürgerjournalisten in Russland, die darauf angewiesen sind, um eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen.
Russische Beamte wie Alexander Khinshtein deuteten an, dass Verhandlungen mit Google gescheitert seien. Obwohl die Gründe für die aktuelle Blockade von YouTube unklar sind, deutet vieles darauf hin, dass Russland seine Internetzensur weiter verschärfen und eine "Souveränes Internet"-Politik verfolgen wird, ähnlich wie in China oder Iran.
Siehe auch:
Keine komplette Sperre
Die russische Regierung verstärkt ihre Kontrolle über alternative Informationsquellen und drängt ihre Bürger zunehmend von ausländischen Social-Media-Anwendungen zu lokalen Plattformen wie RuTube, über die sie eine stärkere Kontrolle hat, berichtet die Washington Post. Anfang August berichteten russische Nutzer erstmals von Ladeproblemen auf YouTube. Am 3. August meldeten staatliche Medien, dass die Wiedergabe von hochauflösenden Videos in den meisten Browsern, die die Desktop-Version verwenden, nicht mehr möglich sei.Seitdem wird die Nutzbarkeit schrittweise immer stärker eingeschränkt - ohne, dass es einfach zu einer kompletten Sperrung käme. Dmitry Kolezev, ein russischer Journalist und YouTuber, verzeichnete aber beispielsweise durch die Drosselungen im August einen Rückgang der russischen Nutzerzahlen auf seinem Kanal um 30 Prozent. "Kanäle, die reine Unterhaltung bieten und keine politischen Inhalte abdecken, melden sogar noch höhere Rückgänge", erklärte er. Denn: "Politisch aktive Zuschauer nutzen eher Umgehungstools, während andere schneller die Plattform verlassen."
Laut Mediascope, einem russischen Marktforschungsunternehmen, nutzten rund 95 Millionen Russen - etwa 80 Prozent der Bevölkerung mit Internetzugang - YouTube mindestens einmal im Monat. Die Plattform ist nach Google, Yandex und WhatsApp die am vierthäufigsten besuchte Webseite in Russland und ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für russische Influencer und Produktionsfirmen. Ein Tag ohne YouTube könnte der russischen Wirtschaft laut NetBlocks, einem britischen Internet-Watchdog, etwa 23 Millionen Dollar kosten.
Warum die russischen Behörden ausgerechnet jetzt gegen YouTube vorgehen, ist unklar. Möglicherweise handelt es sich um eine Vergeltungsmaßnahme gegen Google, das sich geweigert hatte, bestimmte Kanäle zu blockieren. YouTube bleibt eine wichtige Plattform für unabhängige Stimmen und Bürgerjournalisten in Russland, die darauf angewiesen sind, um eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen.
Gegenseitige Blockaden
In den Monaten vor der Drosselung YouTubes hatte die Plattform allerdings auch über 3.000 russische Kanäle gesperrt, die mit Pro-Invasions-Propagandisten und staatlich kontrollierten Medien in Verbindung standen. Diese Maßnahmen führten zu Spannungen mit der russischen Aufsichtsbehörde Roskomnadzor, die Google aufforderte, über 200 YouTube-Kanäle wiederherzustellen.Russische Beamte wie Alexander Khinshtein deuteten an, dass Verhandlungen mit Google gescheitert seien. Obwohl die Gründe für die aktuelle Blockade von YouTube unklar sind, deutet vieles darauf hin, dass Russland seine Internetzensur weiter verschärfen und eine "Souveränes Internet"-Politik verfolgen wird, ähnlich wie in China oder Iran.
Zusammenfassung
- YouTube verliert als freie Informationsquelle in Russland an Zugänglichkeit
- Russische Regierung fördert Umstieg auf lokale Plattformen wie RuTube
- Nutzer melden seit Anfang August Probleme beim Laden von YouTube
- Drosselung reduziert russische Nutzerzahlen auf YouTube um 30%
- 95 Millionen Russen nutzen YouTube monatlich, wichtiger Wirtschaftsfaktor
- Russische Behörden könnten YouTube als Vergeltung gegen Google einschränken
- Spannungen zwischen YouTube und russischer Aufsichtsbehörde wegen Kanalsperrungen
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