Nur 0,1 Millimeter lang: MIT gelingt Durchbruch bei Nanobatterien
Ingenieure des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben winzige Zink-Luft-Batterien entwickelt, die kleiner als ein Sandkorn sind. Diese könnten kleinste Roboter mit Strom versorgen und so neue Möglichkeiten in der Medizin, Technik und Umweltüberwachung eröffnen.
Die von den MIT-Forschern entwickelte Zink-Luft-Batterie ist mit einer Länge von 0,1 Millimetern und einer Dicke von nur 0,002 Millimetern etwa so dünn wie ein menschliches Haar. Trotz ihrer geringen Größe kann sie eine Spannung von bis zu 1,05 Volt erzeugen - ausreichend, um kleine Schaltkreise, Sensoren oder Aktuatoren mit Strom zu versorgen.
Ein besonderer Vorteil dieser Technologie liegt in ihrer Effizienz und Skalierbarkeit. Die Forscher konnten nachweisen, dass auf einem einzigen 2-Zoll-Silizium-Wafer (etwa 50,8 mm) bis zu 10.000 dieser Mikrobatterien hergestellt werden können. Jede dieser Batterien hat ein Volumen von nur 2 Pikolitern (10^-12 Liter) und erreicht eine beeindruckende Energiedichte von 760 bis 1070 Wattstunden pro Liter.
Die Gesamtenergie pro Batterie liegt zwischen 5,5 und 7,7 Mikrojoule, bei einer maximalen Leistung von etwa 2,7 Nanowatt.
Allerdings stehen die Forscher noch vor einigen Herausforderungen. Bisher wurden die Batterien über ein Kabel mit den zu betreibenden Geräten verbunden. In Zukunft soll die Batterie direkt in die jeweiligen Mikroroboter integriert werden. Zudem arbeiten die Wissenschaftler daran, die erzeugte Spannung weiter zu erhöhen, um zusätzliche Anwendungsmöglichkeiten zu erschließen.
Für den Einsatz im menschlichen Körper müssen sowohl die Batterien als auch die Roboter selbst aus biokompatiblen Materialien hergestellt werden. Das Ziel ist, dass sich die Komponenten nach Erfüllung ihrer Aufgabe im Körper auflösen und abgebaut werden können.
Die Entwicklung dieser Mikrobatterien könnte nicht nur die Medizintechnik revolutionieren, sondern auch in anderen Bereichen neue Möglichkeiten eröffnen. Denkbar wären etwa Einsätze bei der Inspektion von Gasleitungen, in der Umweltüberwachung oder in anderen schwer zugänglichen Umgebungen.
Was haltet ihr von dieser Entwicklung? Seht ihr neben der Medizin weitere spannende Einsatzmöglichkeiten für diese winzigen Roboter und Batterien? Teilt eure Gedanken und Ideen in den Kommentaren.
Siehe auch:
Funktionsprinzip und Effizienz
Das Funktionsprinzip der Batterie basiert auf der Oxidation von Zink durch Sauerstoff aus der Umgebungsluft oder gelöst in Flüssigkeiten. Die Batterie besteht aus einem Streifen SU-8-Polymer, in dem eine Zinkelektrode eingebettet und mit einer Platinelektrode verbunden ist. Wenn Sauerstoffmoleküle mit den Elektroden interagieren, oxidiert das Zink und setzt Elektronen frei. Diese wandern zur Platinelektrode und erzeugen so elektrischen Strom.Wir glauben, dass dies für die Robotik sehr förderlich sein wird. Wir bauen Roboterfunktionen in die Batterie ein und fangen an, diese Komponenten zu Geräten zusammenzusetzen.
Ein besonderer Vorteil dieser Technologie liegt in ihrer Effizienz und Skalierbarkeit. Die Forscher konnten nachweisen, dass auf einem einzigen 2-Zoll-Silizium-Wafer (etwa 50,8 mm) bis zu 10.000 dieser Mikrobatterien hergestellt werden können. Jede dieser Batterien hat ein Volumen von nur 2 Pikolitern (10^-12 Liter) und erreicht eine beeindruckende Energiedichte von 760 bis 1070 Wattstunden pro Liter.
Die Gesamtenergie pro Batterie liegt zwischen 5,5 und 7,7 Mikrojoule, bei einer maximalen Leistung von etwa 2,7 Nanowatt.
Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten
Die Anwendungsmöglichkeiten dieser Mikrobatterien sind vielfältig. In ersten Tests konnten die Forscher bereits demonstrieren, dass die Batterien in der Lage sind, verschiedene mikroskopische Geräte anzutreiben:- Einen Aktuator, der einen winzigen Roboterarm mit einer Frequenz von 0,05 Hertz bewegen kann
- Einen Memristor, ein elektronisches Bauteil zur nichtflüchtigen Datenspeicherung
- Eine Mikrouhr, die Robotern eine Zeitmessung ermöglicht
- Verschiedene Nanosensoren, die auf Chemikalien in der Umgebung reagieren
Medizinische Anwendung und Herausforderungen
Ein besonders vielversprechendes Einsatzgebiet sehen die Forscher in der Medizin. Zellgroße Roboter könnten in Zukunft im menschlichen Körper eingesetzt werden, um Medikamente wie Insulin zielgenau zu transportieren und freizusetzen. Im Gegensatz zu bisherigen Ansätzen, bei denen solche Mikroroboter über externe Magnetfelder oder Laserlicht gesteuert werden, ermöglichen die neuen Batterien eine deutlich höhere Autonomie.Allerdings stehen die Forscher noch vor einigen Herausforderungen. Bisher wurden die Batterien über ein Kabel mit den zu betreibenden Geräten verbunden. In Zukunft soll die Batterie direkt in die jeweiligen Mikroroboter integriert werden. Zudem arbeiten die Wissenschaftler daran, die erzeugte Spannung weiter zu erhöhen, um zusätzliche Anwendungsmöglichkeiten zu erschließen.
Für den Einsatz im menschlichen Körper müssen sowohl die Batterien als auch die Roboter selbst aus biokompatiblen Materialien hergestellt werden. Das Ziel ist, dass sich die Komponenten nach Erfüllung ihrer Aufgabe im Körper auflösen und abgebaut werden können.
Experimente in verschiedenen Umgebungen
Die Forscher haben auch Experimente durchgeführt, um die Batterien in verschiedenen Umgebungen einsetzen zu können. So konnten sie mit einem Mikro-Tintenstrahldrucker 500 Pikoliter einer ionischen Flüssigkeit als Elektrolyt auf die Batterien auftragen, was den Einsatz in trockenen Umgebungen ermöglicht. In einem anderen Versuch wurden 20 Pikoliter Salz auf der Batterie getrocknet, das sich bei Kontakt mit deionisiertem Wasser auflöste und die Batterie aktivierte.Die Entwicklung dieser Mikrobatterien könnte nicht nur die Medizintechnik revolutionieren, sondern auch in anderen Bereichen neue Möglichkeiten eröffnen. Denkbar wären etwa Einsätze bei der Inspektion von Gasleitungen, in der Umweltüberwachung oder in anderen schwer zugänglichen Umgebungen.
Was haltet ihr von dieser Entwicklung? Seht ihr neben der Medizin weitere spannende Einsatzmöglichkeiten für diese winzigen Roboter und Batterien? Teilt eure Gedanken und Ideen in den Kommentaren.
Zusammenfassung
- Zink-Luft-Batterien vom MIT entwickelt, kleiner als ein Sandkorn
- Batterien versorgen kleinste Roboter, Einsatz in Medizin und Technik
- Batterie erzeugt 1,05 Volt, kann kleine Schaltkreise betreiben
- 10.000 Mikrobatterien auf einem 2-Zoll-Silizium-Wafer herstellbar
- Anwendungen: Aktuatoren, Memristoren und Mikrouhren angetrieben
- Batterien für autonome Medikamentenverabreichung im Körper geplant
- Batterien funktionieren auch in trockenen Umgebungen durch ionische Flüssigkeiten
Siehe auch:
- Zahn-Roboter revolutioniert Behandlung: 3D und KI-gesteuerte Eingriffe
- Kuh stirbt nach einem Ransomware-Angriff auf den Melkroboter
- BMW testet den Einsatz humanoider Roboter in der Auto-Produktion
- Kurioser "Organoid": Roboter mit gezüchtetem Gehirn vorgestellt
- Noch sehr creepy: Forscher zeigen Kopie menschlicher Haut für Roboter
Thema:
Videos zum Thema Forschung
- Aiper Scuba V3: Reinigungs-Roboter für größere Pools im Test
- HoverAir Aqua: Wasserstart-Drohne für feuchte Umgebungen im Test
- Aiper EcoSurfer S2: Pool-Reiniger mit Solar-Versorgung im Test
- Navimow i210: Neuer Segway-Mähroboter mit LiDAR-Navigation im Test
- Narwal Flow 2 im Test: Saugkraft-Rekord trifft Heißwasser-Wäsche
LEGO Mindstorms im Preis-Check
Beiträge aus unserem Forum
Weiterführende Links
Neue Nachrichten
- Aktuelle Technik-Blitzangebote von Amazon im Überblick
- Microsoft Teams: Diese Funktionen sind im Juli alle neu dazugekommen
- BMW lässt Werbung in Autos anzeigen, nennt es feierliche Animation
- 1&1: Gericht kippt Unlimited-Klausel in AGB - Was das für Kunden heißt
- Microsoft dementiert: Kein neuer Datensammeldienst in Windows 11
- Neuer Router von Fritz: FritzBox 5630 mit Wi-Fi 7 ist ab sofort erhältlich
- Redmi Note 17 Pro Max Leak: Xiaomis Erfolgsrezept funktioniert nicht mehr
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!
Alle Kommentare zu dieser News anzeigen