UN: Massive Kampagne der Fossilwirtschaft blockiert Klimaschutz
Auch wenn es in einigen Bereichen weiterhin gut vorangeht, bleiben viele Maßnahmen zum Klimaschutz inzwischen stecken. Seitens der Vereinten Nationen (UN) sieht man die Hauptursache dafür in einer massiven Desinformationskampagne der fossilen Wirtschaft.
Die Kampagne führe in erster Linie zu verzerrten Eindrücken bei den Entscheidern in der Politik. Wer etwa die Diskussionen in den sozialen Netzwerken verfolgt, bekommt schnell den Eindruck, dass Klimapolitik von den Bürgern mehrheitlich abgelehnt wird. Das spiegele aber gar nicht die Realität der öffentlichen Meinung wider.
"Es gibt dieses übliche Narrativ - und ein Großteil davon wird von der fossilen Brennstoffindustrie und ihren Unterstützern verbreitet - dass Klimaschutz zu schwierig und zu teuer ist", sagte Hart. Eine der größten Umfragen, die jemals zu dem Thema durchgeführt wurden, ergab jedoch, dass 72 Prozent der Menschen weltweit sich wünschen, dass es eine schnellere Transformation weg von fossilen Brennstoffen gibt.
Mit dem Pariser Abkommen hatten sich die Staaten der Welt darauf verständigt, Maßnahmen zu ergreifen, um die menschengemachte Erwärmung der Atmosphäre auf 1,5 Grad zu begrenzen. Die Fachwelt kommt inzwischen zunehmend zu dem Ergebnis, dass dies angesichts des recht zögerlichen Umgangs mit Klimaschutzmaßnahmen kaum noch zu schaffen sein wird. Es gibt immer mehr Anzeichen, dass mehrere der großen Kipppunkte im Klimasystem der Erde bereits im Umbruch sind.
Dennoch sei die Welt noch nie besser gerüstet gewesen, um den Klimawandel zu bekämpfen, fügte Hart hinzu. "Erneuerbare Energien sind so günstig wie nie zuvor, und das Tempo der Energiewende nimmt zu", sagte er. "Aber wir brauchen jetzt wirklich Staats- und Regierungschefs, die maximale Ambitionen zeigen. Und wir brauchen maximale Zusammenarbeit. Leider sehen wir das im Moment nicht."
Siehe auch:
- UN sieht Desinformationskampagne als Klimaschutz-Bremse
- Selwin Hart kritisiert Einfluss der fossilen Brennstoffindustrie
- Verzerrte Eindrücke in Politik und sozialen Netzwerken
- 72 Prozent befürworten schnellere Abkehr von fossilen Brennstoffen
- Pariser Abkommen-Ziele durch zögerliche Maßnahmen gefährdet
- Klimawandel führt zu Extremwetter und unbewohnbaren Regionen
- Erneuerbare Energien günstig, doch politische Ambition fehlt
Globale Gegenreaktion
Selwin Hart, der stellvertretende Generalsekretär der UN, sprach laut eines Berichts des Guardians von einer globalen "Gegenreaktion" gegen Klimaschutzmaßnahmen. Diese komme von der fossilen Brennstoffindustrie, die auf Regierungen in aller Welt Einfluss nehmen, um die Politik zur Emissionssenkung zu verzögern.Die Kampagne führe in erster Linie zu verzerrten Eindrücken bei den Entscheidern in der Politik. Wer etwa die Diskussionen in den sozialen Netzwerken verfolgt, bekommt schnell den Eindruck, dass Klimapolitik von den Bürgern mehrheitlich abgelehnt wird. Das spiegele aber gar nicht die Realität der öffentlichen Meinung wider.
"Es gibt dieses übliche Narrativ - und ein Großteil davon wird von der fossilen Brennstoffindustrie und ihren Unterstützern verbreitet - dass Klimaschutz zu schwierig und zu teuer ist", sagte Hart. Eine der größten Umfragen, die jemals zu dem Thema durchgeführt wurden, ergab jedoch, dass 72 Prozent der Menschen weltweit sich wünschen, dass es eine schnellere Transformation weg von fossilen Brennstoffen gibt.
Mit dem Pariser Abkommen hatten sich die Staaten der Welt darauf verständigt, Maßnahmen zu ergreifen, um die menschengemachte Erwärmung der Atmosphäre auf 1,5 Grad zu begrenzen. Die Fachwelt kommt inzwischen zunehmend zu dem Ergebnis, dass dies angesichts des recht zögerlichen Umgangs mit Klimaschutzmaßnahmen kaum noch zu schaffen sein wird. Es gibt immer mehr Anzeichen, dass mehrere der großen Kipppunkte im Klimasystem der Erde bereits im Umbruch sind.
Krise tritt hervor
Die Folgen zeigen sich aber auch darüber hinaus bereits vielfältig in aller Welt: Das reicht von zunehmenden Extremwetter-Ereignissen bis dahin, das Landstriche zunehmend unbewohnbar werden. "Die einfachen Leute müssen den Preis für eine Klimakrise zahlen, während die fossile Brennstoffindustrie weiterhin übermäßige Gewinne einstreicht und immer noch massive staatliche Subventionen erhält", so der UN-Vizechef.Dennoch sei die Welt noch nie besser gerüstet gewesen, um den Klimawandel zu bekämpfen, fügte Hart hinzu. "Erneuerbare Energien sind so günstig wie nie zuvor, und das Tempo der Energiewende nimmt zu", sagte er. "Aber wir brauchen jetzt wirklich Staats- und Regierungschefs, die maximale Ambitionen zeigen. Und wir brauchen maximale Zusammenarbeit. Leider sehen wir das im Moment nicht."
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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