Gaming in der Krise: Die Indies sterben aktuell in aller Stille

Die Gaming-Branche befindet sich mehr oder weniger im freien Fall. Entsprechend ist immer wieder zu hören, wie bei großen Anbietern Entlassungen stattfinden. Weniger Aufmerksamkeit erhalten hingegen die zahlreichen Indie-Firmen, die einfach in aller Stille sterben.
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Reihenwiese Pleiten

Die Spiele-Hersteller erlebten insbesondere die Corona-Zeit als Boom-Phase, da hier viele Menschen mehr Zeit zuhause verbrachten und das Gaming eine deutlich größere Rolle im Alltag spielte. Das ist allerdings wieder vorbei. Es gibt aber nicht nur eine Normalisierung - verschiedene Entwicklungen sorgen dafür, dass das Pendel deutlich in die Gegenrichtung ausschlägt.

Kleinere Anbieter konnten vor einiger Zeit noch gut davon profitieren, ihre Spiele exklusiv im Epic Games Store oder Microsoft Game Pass unterzubringen. Das funktioniert allerdings nicht mehr. Und auch die Investoren sind inzwischen deutlich zurückhaltender geworden, sodass die Finanzierung der Spieleentwicklung bis zum Release sehr schwierig geworden ist, berichtet das US-Magazin Wired.


Die Folgen sind aktuell deutlich zu spüren: "Deliver Us Mars"-Entwickler Keoken Interactive entließ sein gesamtes Team, nachdem die Gründer auf der diesjährigen GDC (Game Developers Conference) weder eine Finanzierung noch andere Aufträge finden konnten. Eggnut, Galvanic und Paladin Studios gaben ebenfalls Arbeits- und Finanzierungsmangel als Grund für ihre Schließung an. Andere, wie League of Geeks, befinden sich derzeit in einer "Pause", ohne dass bekannt ist, wann sie wieder zurückkehren werden, oder verlassen sich auf "Notbesetzungen" wie Lightforge Games.

Hoffnung ist da

Das Motto bei den Indie-Anbietern laute aktuell "Überlebe bis 2025". So mancher hat die Hoffnung, dass es nach dem aktuellen Katastrophenjahr dann wieder besser wird. Andere, wie Xalavier Nelson vom Studio Strange Scaffold, mahnen hingegen, dass die kleinen Anbieter sich nicht einfach darauf verlassen können, dass es schon wieder besser werden wird. Stattdessen müsste man die gesamte Arbeitsweise überdenken und nach neuen Wegen suchen.

Nelson weiß, wovon er spricht, denn er hat in den letzten acht Jahren an Dutzenden von Indie- und AAA-Titeln gearbeitet. Die Probleme, mit denen die Indie-Szene derzeit zu kämpfen hat, seien seiner Meinung nach systemischer Natur - sie sind das Ergebnis von Entscheidungen, die in den letzten fünf bis zehn Jahren getroffen wurden. Deshalb ist er skeptisch, ob sich die Branche in nur einem Jahr erholen kann.

Zusammenfassung
  • Gaming-Branche erlebt nach Corona-Boom einen starken Rückgang
  • Große Anbieter melden vermehrt Entlassungen, kleine sterben leise
  • Indie-Spiele finden weniger Platz in Stores wie Epic Games oder Game Pass
  • Investoren zeigen sich zurückhaltend, erschweren Finanzierung bis Release
  • Entwickler wie Keoken Interactive entlassen gesamtes Team mangels Aufträgen
  • Studios wie Eggnut und Paladin mussten schließen, andere pausieren
  • Experte mahnt, Indie-Anbieter müssen Arbeitsweisen überdenken für Zukunft

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