E-Autos sind "Sicherheitsrisiko":
Forderung nach Tempolimit erneuert

Deutschland ist das einzige Industrieland, in dem es auf Autobahnen kein generelles Tempolimit gibt. Doch schon seit Jahren versuchen Verbände, dies zu ändern. Nun erneuern sie ihre Forderungen und liefern eine weitere Begründung: E-Autos sind ein Verkehrsrisiko.
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Erneute Forderung nach Tempolimit

Wie eine Pressemitteilung des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) verkündet, hat sich erneut ein seit 2019 bestehendes breites Bündnis zusammengetan, um sich für Tempolimits auf deutschen Straßen starkzumachen.

Zu den Mitgliedern der Gruppe gehören neben dem BUND auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH), die Gewerkschaft der Polizei NRW (GdP NRW), der ökologische Verkehrsclub VCD, die Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland (VOD) und Changing Cities. Der Verbund spricht jetzt erneut von der Einführung von maximal 130 km/h auf Autobahnen, 80 km/h auf Landstraßen und 30 km/h in Städten.


Elektroautos als Sicherheitsrisiko

Derartige Forderungen gibt es schon seit Langem. Eher neu dabei ist jedoch die Begründung von einigen der Bündnismitglieder zur Einführung der strikteren Geschwindigkeitsbegrenzungen. Während der BUND und die DUH vor allem die potenziell positiven Auswirkungen auf die Umwelt betonen, spricht der Vorsitzende der GdP NRW nämlich über eine erhöhte Verkehrssicherheit, die er ohne Tempolimit vor allem durch Elektroautos gefährdet sieht. Dazu sagt er:

Wer mehr Elektromobilität auf den Autobahnen ohne zusätzliche Sicherheitsrisiken will, muss dafür sorgen, dass der Verkehrsfluss stärker harmonisiert wird. Das geht nur durch ein Tempolimit. Elektrofahrzeuge lassen sich nicht ohne dramatische Verkürzung der Reichweite mit Geschwindigkeiten über 130 km/h bewegen. Dadurch verändert sich der Verkehrsfluss auf den Autobahnen und einzelne deutlich schnellere Fahrzeuge stellen ein immer größeres Unfallrisiko dar.
Michael Mertens, Vorsitzender der GdP NRW

Mehr Unfälle durch E-Autos als Verbrenner

In den vergangenen Jahren hatten Unfallstatistiken aus der Dänemark, Norwegen und der Schweiz (via Auto Motor und Sport) tatsächlich eine prozentual höhere Verursachung von Unfällen durch E-Autos als durch Verbrenner aufgedeckt.

Allerdings lag die Ursache dabei zumeist an der für Autofahrer anfangs ungewohnten schnelleren Beschleunigung der Elektrofahrzeuge. So kann es leicht zum sogenannten Overtapping-Effekt kommen, bei dem Fahrzeugführer die Beschleunigung des E-Autos falsch einschätzen und zu viel Gas geben. Auf welcher Grundlage Michael Mertens jetzt seine Aussage trifft, wird leider nicht erwähnt.

Sind Elektroautos ein besonderes Verkehrsrisiko? Ist eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung sinnvoll? Und wenn ja, was wäre eurer Meinung nach ein angemessenes Tempolimit für Autobahn und Stadt?

Zusammenfassung
  • Deutschland hat als einziges Industrieland kein generelles Tempolimit auf Autobahnen
  • BUND, DUH und andere Organisationen bilden Bündnis für strengere Tempolimits
  • Gefordert werden maximal 130 km/h auf Autobahnen, 80 km/h auf Landstraßen
  • 30 km/h soll die neue Geschwindigkeitsbegrenzung in Städten sein
  • GdP NRW sieht in langsamen E-Autos ein erhöhtes Unfallrisiko
  • Unfallstatistiken zeigen höhere Unfallrate bei E-Autos wegen schneller Beschleunigung

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