Microsofts Sicherheitsprobleme:
Brad Smith vom US-Kongress gegrillt

Microsoft-President Brad Smith musste vor dem US-Kongress antreten - und sich dort einiges anhören. Hintergrund sind Untersuchungen, wel­che Verantwortung der Software-Konzern dafür hat, dass Angreifer leicht auf Daten von Regierung und Behörden zugreifen konnten.

Verantwortung tragen

"Microsoft ist einer der wichtigsten Technologie- und Sicherheitspartner der Bundesregierung, aber wir können es uns nicht leisten, dass die Bedeutung dieser Beziehung zu Selbstgefälligkeit führt oder unsere Aufsicht beeinträchtigt", erklärte der demokratische Abgeordnete Bennie Thompson laut eines Berichts der Nachrichtenagentur Reuters.

Als Grundlage für die gestrige Anhörung diente ein Bericht des Cyber Safety Review Board (CSRB), einer Expertengruppe, die vom US-Minister für Heimatschutz, Alejandro Mayorkas, ins Leben gerufen wurde. In diesem wird Microsoft im Kontext eines Hacks vermutlich chinesischer Angreifer vorgeworfen, aufgrund mangelnder Transparenz eine Mitschuld zu tragen. Analysen seien zu dem Schluss gekommen, dass der Datenabfluss ins Ausland durchaus vermeidbar gewesen wäre.


Smith versuchte angesichts des Ernstes der Lage auch gar nicht, das Unternehmen mit den bekannten Floskeln zu schützen. "Wir übernehmen die Verantwortung für jede einzelne Feststellung im CSRB-Bericht", erklärte er und stellte klar, dass man bereits mit der Umsetzung der meisten Empfehlungen aus dem Papier begonnen habe.

Smith verweist auf Gegner

Er verwies allerdings auch darauf, dass man es hier nicht mit Gelegenheitskriminellen zu tun habe und eine Abwehr entsprechend schwierig ist. "Wir haben es mit ernst zu nehmenden Gegnern in China, Russland, Nordkorea und dem Iran zu tun, und sie werden immer besser", sagte der Microsoft-Manager. "Sie werden immer aggressiver ... Sie führen Angriffe in einer außergewöhnlichen Häufigkeit durch."

Dass es keine völlige Sicherheit gibt, war den Anwesenden der Anhörung durchaus klar. Thompson kritisierte Microsoft allerdings dafür, dass das Unternehmen den Angriff selbst nicht einmal bemerkte - dieser fiel stattdessen den Technikern im US-Außenministerium auf. "So sollte es auch sein. Niemand in diesem System kann alles sehen", erklärte Smith daraufhin. Und erhielt von Thompson prompt die Antwort: "Es ist aber nicht unsere Aufgabe, die Übeltäter zu entdecken. Dafür bezahlen wir Sie!"

Zusammenfassung
  • Microsoft-Präsident Brad Smith musste vor dem US-Kongress aussagen
  • Hintergrund sind Untersuchungen zu Datenzugriffen durch ausländische Angreifer
  • Bennie Thompson kritisierte Microsofts Selbstgefälligkeit und mangelnde Aufsicht
  • Grundlage der Anhörung war ein Bericht des Cyber Safety Review Board (CSRB)
  • Microsoft wurde mangelnde Transparenz und Mitschuld an einem Hack vorgeworfen
  • Smith übernahm die Verantwortung und betonte die Umsetzung von Empfehlungen
  • Smith wies auf die Schwierigkeit der Abwehr gegen ernst zu nehmende Gegner hin
  • Thompson kritisierte Microsoft dafür, den Angriff selbst nicht bemerkt zu haben

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