Druck steigt: Weil Starliner wieder scheitert, hat ISS ein Urin-Problem

Eigentlich wird Urin auf der ISS fast vollständig wiederverwertet, doch eine Pumpe ist seit Längerem defekt. Der Starliner von Boeing sollte Ersatz liefern, doch der Start wurde jüngst erneut abgebrochen. Jetzt werden die Notfalltanks der Station langsam aber sicher voll.
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Druck steigt: Defekte Pumpe, gescheiterter Starliner

Müssen sich US-Astronauten auf der ISS erleichtern, suchen sie eine Toilette im US-Modul Tranquility auf. Die ist mit einem "Urine Processor Assembly" (UPA) ausgerüstet, welches das Wasser aus dem Urin fast vollständig rückgewinnt und wieder dem Trinkwasser-Kreislauf zuführt. Das Problem: Wegen einer defekten Pumpe fließt der Urin seit Längerem direkt in Tanks, die sich immer weiter füllen.

Und so hatte die NASA veranlasst, dass das rund 64 Kilogramm schwere Ersatzteil an Bord des Boeing Starliners verladen wurde, der am vergangenen Wochenende nach Jahren Verzögerung und mehreren Startversuchen endlich erstmals mit zwei Astronauten zur ISS starten sollte. Um Platz zu schaffen, hatten die NASA-Astronauten Butch Wilmore und Suni Williams auf einen Teil ihrer Ersatzkleidung verzichten müssen. Doch genau dieser Startversuch war am Samstag, wenige Minuten vor dem geplanten Abheben, erneut gescheitert.


Wie die NASA in ihrer Analyse am Montag mitteilte, war der Start wegen eines Fehlers in der Stromversorgung eines Computers gescheitert, der für die Nachfüllventile der Centaur-Oberstufe verantwortlich ist. Zwar gibt es hier eine dreifache Redundanz, doch zur Endphase des Startcountdowns müssten alle drei Computer funktionstüchtig sein, "um die Sicherheit der Besatzung zu gewährleisten." Nach Reparaturen ist der nächste Startversuch für Mittwoch, den 5. Juni, angesetzt.

Es drängt langsam

Und so äußert sich Dana Weigel, ISS-Programmmanagerin der NASA, auch zu dem drängenden Urinproblem auf der Raumstation. "Wir haben dort oben Beutel und Tanks für diesen Zweck, aber unser Kontingent ist begrenzt", so Weigel gegenüber Space.com. Sollte der Start des Starliners in dieser Woche wieder scheitern, wird die Weltraumagentur kreativ werden müssen. Eine Ausweichmöglichkeit haben die US-Astronauten aber zum Glück: Im russischen Modul gibt es noch zwei weitere Toiletten.

Zusammenfassung
  • ISS-Toilette im US-Modul Tranquility hat defekte Pumpe
  • Urin fließt in Notfalltanks, die sich füllen
  • Ersatzpumpe sollte mit Boeing Starliner geliefert werden
  • Start des Starliner wurde erneut abgebrochen
  • Nächster Startversuch für 5. Juni geplant
  • US-Astronauten können zur Not wohl russische Toiletten nutzen

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