Starliner-Mission: Boeing will nichts von "gestrandet im All" hören

Vor genau einem Monat sind Barry Wilmore und Suni Williams an Bord des Boeing-Raumschiffs Starliner zur Internationalen Raumstation ISS aufgebrochen. Damit sollte eine lange Serie an Pannen und Ver­schie­bun­gen enden. Doch genau das Gegenteil war und ist der Fall.
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NASA

Vorsichtsmaßnahme oder Fehlschlag?

Wer sich für die Vorgeschichte des ersten bemannten Flugs von Starliner interessiert, sollte sich einigermaßen viel Zeit nehmen, denn die ist lang und voller Wörter wie "Problem", "Absage" und "Verschiebung". Am 4. Juni 2024 gelang es dann aber endlich, zwei Astronauten sicher ins All zu bringen. Allerdings kann man über das Wort "sicher" vorzüglich streiten. Denn eigentlich sollten Wilmore und Williams nur eine Woche im All bleiben, doch sie sitzen dort seit einem Monat fest.

Konkret gab es bei diesem Starliner-Flug Probleme beim Andocken, zudem kämpften Boeing und NASA mit (weiteren) Helium-Lecks. Aktuell testet man laut der US-amerikanischen Weltraumagentur, ob der Rückflug zur Erde dennoch problemlos gelingen kann. Das hat zwar eher mit einem Übermaß an Vorsicht zu tun als mit einer konkreten Bedrohung, angesichts der langjährigen Pannenserie bei Starliner will man aber nichts dem Zufall überlassen.

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Man beteuert gebetsmühlenartig, dass die beiden Astronauten nicht im All gestrandet seien, doch ganz ist der Eindruck sicherlich von der Hand zu weisen. Bei Boeing ist man über die Berichterstattung alles andere als glücklich und bezeichnet diese als "ziemlich schmerzhaft", wie Gizmodo berichtet. Das krisengeplagte Luft- und Raumfahrtunternehmen verweist auf den Umstand, dass das schließlich eine Testmission sei und man so viele Daten wie nur möglich sammeln will.

Wie es nach den aktuellen Tests (u. a. werden baugleiche Triebwerke ausprobiert) weitergeht, ist nicht klar, die Verantwortlichen lassen aber keine Gelegenheit aus, zu betonen, dass die Lage nicht so dramatisch ist, wie es für viele wirkt: "Butch und Suni sind nicht im Weltraum gestrandet", betonte auch Steve Stich, Commercial Crew Program Manager der NASA kürzlich.

"Besatzung nicht in Gefahr"

Ähnlich äußerte sich sein Boeing-Kollege Mark Nappi: "Wir haben einen wirklich guten Testflug absolviert ... und er wurde eher negativ aufgenommen. Wir sitzen nicht auf der ISS fest. Die Besatzung ist nicht in Gefahr. Und es besteht kein erhöhtes Risiko, wenn wir uns entscheiden, Suni und Butch zurück zur Erde zu bringen."

Freilich ist es nicht verwunderlich, dass Nappi nichts unversucht lässt, um die Lage schönzureden. Denn sein Arbeitgeber steckt seit Monaten in einer Krise, die ihresgleichen sucht - und man kann weitere Negativschlagzeilen nicht gebrauchen.

Zusammenfassung
  • Wilmore und Williams seit einem Monat unfreiwillig auf der ISS
  • Starliner-Flug von Boeing und NASA mit Andockproblemen und Helium-Lecks
  • Rückflug wird getestet, obwohl keine unmittelbare Gefahr besteht
  • Boeing bezeichnet Medienberichterstattung als schmerzhaft
  • Testmission soll trotz Pannen wertvolle Daten liefern
  • NASA und Boeing betonen, die Astronauten seien nicht gestrandet
  • Unklarheit über weiteres Vorgehen trotz erfolgreicher Testflüge

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