Rentabilität im Keller: Deutschland hat plötzlich zu viele Solaranlagen
Der enorme Boom beim Solarausbau der letzten Monate und Jahre sowie das gute Wetter brachten in Deutschland jetzt ein Problem auf den Tisch: Die Strompreise werden aufgrund der hohen Produktionsmengen in den Keller gedrückt, was die Wirtschaftlichkeit stark reduziert.
Die Beratungsabteilung der schwedischen SEB-Bank verwies laut Business Insider darauf, dass noch vor nicht allzu langer Zeit an Tagen mit durchwachsenem Wetter für Solarstrom durchschnittlich knapp über 70 Euro pro Megawattstunde erzielt werden konnten. Der Durchschnitt der letzten anderthalb Wochen lag hingegen bei nur noch 9,10 Euro pro Megawattstunde - also nicht einmal mehr ein Cent pro Kilowattstunde.
Bekanntermaßen gibt es seit längerer Zeit einen massiven Boom des Solarstromausbaus in Deutschland. Im letzten Jahr wurden die Ziele der Bundesregierung in dem Bereich schon deutlich übertroffen, in diesem Jahr geht es genauso weiter. Die installierte Maximalkapazität der Photovoltaik-Anlagen kletterte bis Ende 2023 auf über 80 Gigawatt, während in der Spitze lediglich eine Nachfrage für 52,2 Gigawatt erreicht wurde.
Je öfter aber Tage mit einer Überproduktion stattfinden, umso weniger rentabel wird der Bau großer Anlagen. Ein Grund zur Sorge ist das aber nicht unbedingt. Denn, wenn insbesondere Unternehmen ihren Strom nicht mit einem Gewinn abgeben können, steigt der Anreiz, endlich in Systeme zu investieren, die den Strom entweder für Zeiten mit höheren Strompreisen aufheben, oder ihn zur Herstellung lukrativer Produkte wie Wasserstoff nutzen. Das reduziert auf Dauer auch wieder die Überproduktion und lässt neue Investitionen in Solarsysteme erneut interessanter werden.
Siehe auch:
- Enormer Boom beim Solarausbau und gutes Wetter drücken Strompreise in den Keller
- Betreiber privater Dachanlagen erhalten feste Einspeisevergütungen und sind nicht betroffen
- Große Anlagen verkaufen Strom frei am Großmarkt, Rentabilität an sonnigen Tagen gefährdet
- Durchschnittspreis für Solarstrom sank von über 70 Euro auf 9,10 Euro pro Megawattstunde
- Installierte Maximalkapazität der Photovoltaik-Anlagen in Deutschland über 80 Gigawatt
- An guten Tagen übersteigt die Produktion die Nachfrage und senkt die Strompreise stark
- Überproduktionstage machen große Anlagen weniger rentabel, fördern Investitionen in Speichersysteme
Unter 1 Cent pro kWh
Die Betreiber privater Dachanlagen sind von dem Problem nicht betroffen, da sie zwar geringe, aber dafür feste Einspeisevergütungen erhalten. Schwierig wird es aber bei großen Anlagen, bei denen der Strom frei am Großmarkt verkauft wird. Diese Option war in Zeiten mit vergleichsweise hohen Börsenpreisen durchaus verlockend. Inzwischen ist Rentabilität hier aber zumindest an sonnigen Tagen gefährdet.Die Beratungsabteilung der schwedischen SEB-Bank verwies laut Business Insider darauf, dass noch vor nicht allzu langer Zeit an Tagen mit durchwachsenem Wetter für Solarstrom durchschnittlich knapp über 70 Euro pro Megawattstunde erzielt werden konnten. Der Durchschnitt der letzten anderthalb Wochen lag hingegen bei nur noch 9,10 Euro pro Megawattstunde - also nicht einmal mehr ein Cent pro Kilowattstunde.
Bekanntermaßen gibt es seit längerer Zeit einen massiven Boom des Solarstromausbaus in Deutschland. Im letzten Jahr wurden die Ziele der Bundesregierung in dem Bereich schon deutlich übertroffen, in diesem Jahr geht es genauso weiter. Die installierte Maximalkapazität der Photovoltaik-Anlagen kletterte bis Ende 2023 auf über 80 Gigawatt, während in der Spitze lediglich eine Nachfrage für 52,2 Gigawatt erreicht wurde.
Problem führt zu Lösungen
Das bedeutet natürlich nicht, dass man jetzt mit dem Ausbau aufhören sollte - denn die maximale Leistung wird im Grunde nie und vor allem nicht flächendeckend erreicht und oft herrschen auch alles andere als ideale Bedingungen vor. An guten Tagen übersteigt die Produktion die Nachfrage aber eben deutlich und schickt die Preise auf Talfahrt.Je öfter aber Tage mit einer Überproduktion stattfinden, umso weniger rentabel wird der Bau großer Anlagen. Ein Grund zur Sorge ist das aber nicht unbedingt. Denn, wenn insbesondere Unternehmen ihren Strom nicht mit einem Gewinn abgeben können, steigt der Anreiz, endlich in Systeme zu investieren, die den Strom entweder für Zeiten mit höheren Strompreisen aufheben, oder ihn zur Herstellung lukrativer Produkte wie Wasserstoff nutzen. Das reduziert auf Dauer auch wieder die Überproduktion und lässt neue Investitionen in Solarsysteme erneut interessanter werden.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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