Deutschland: Ziel für den Solarausbau sieben Monate früher erreicht

Das gesetzlich vorgeschriebene Ziel beim Ausbau von Photovoltaik-Kapazitäten hat Deutschland vorzeitig erfüllt: Der Gesamtwert, auf den man spätestens zum nächsten Jahreswechsel kommen sollte, ist bereits Mitte Mai vorhanden.
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Gestern war es so weit

Im Erneuerbare-Energien-Gesetz wird in einem eigenen Paragrafen der Ausbaupfad für die Solar- und Windenergieanlagen definiert. Im Solarbereich liegt die Zielsetzung dabei für dieses Jahr bei einer installierten Leistung von 88 GW. Diese Marke konnte bereits jetzt überschritten werden.

Wie der NDR unter Berufung auf die Einträge im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur mitteilte, ist die Summe von 88 Gigawatt bereits gestern zusammengekommen. Praktisch dürften sogar noch etwas mehr Kapazitäten vorhanden sein, da diese Datenbank der Bundesnetzagentur immer etwas hinterherhinkt. Denn die Anmeldung von Anlagen muss binnen eines Monats nach der Inbetriebnahme erfolgen, sodass viele frisch installierte Systeme bisher nicht mit in die Berechnung einflossen. Nicht dabei sind außerdem kleinere Inselanlagen, die keinen Strom in die Netze einspeisen, sondern nur der Eigenversorgung dienen.


Dass das EEG-Ziel vorzeitig erreicht wird, war absehbar. Denn der Zubau lag bereits seit einiger Zeit über den Planungen der Bundesregierung. Diese hatte sich beispielsweise für das vergangene Jahr Neuinstallationen von 9 Gigawatt zum Ziel gesetzt. Im Endeffekt kamen dann bis zum Jahreswechsel aber 14,9 Gigawatt hinzu. Und auch in diesem Jahr werden die Vorgaben durch das bereits jetzt erreichte Ziel deutlich übertroffen.

Windkraft nicht auf Kurs

Trotzdem besteht kein Anlass, sich beruhigt zurückzulehnen. Denn die Gesamtziele werden trotz des aktuellen Booms nicht unbedingt als Selbstläufer erreicht. Im EEG steht für das Jahr 2026 eine Zielsetzung von 128 Gigawatt installierter Gesamtleistung. 2030 sollen es dann 215 Gigawatt sein - zu diesem Zeitpunkt soll Deutschland übers ganze Jahr hinweg 80 Prozent seines Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen decken.

Währenddessen hinkt die Windkraft noch hinter den Zielsetzungen her. Das liegt zu einem guten Teil daran, dass Änderungen an den gesetzlichen Rahmenbedingungen schnell zu mehr PV-Installationen führen, es aber wesentlich länger dauert, bis der Bau einer Windkraftanlage genehmigt und umgesetzt ist. Politische Änderungen wirken sich somit erst deutlich später aus. Außerdem sind verschiedene Projekte vor allem im Offshore-Bereich davon abhängig, dass die Netzinfrastrukturen angepasst werden. So steht im EEG für das Gesamtjahr ein Ausbauziel von 77,7 Gigawatt. Um hier auf Kurs zu sein, müssten aktuell rund 73,4 Gigawatt fertiggestellt sein, es sind aber erst 70,3 Gigawatt real vorhanden.

Zusammenfassung
  • Deutschland hat das Photovoltaik-Ausbauziel vorzeitig erreicht
  • Das EEG definiert Ausbaupfade für Solar- und Windenergieanlagen
  • Ziel für 2024 war eine installierte PV-Leistung von 88 Gigawatt
  • Diese Marke wurde bereits Mitte Mai überschritten
  • Die Bundesnetzagentur-Datenbank hinkt etwas hinterher
  • Kleinere Inselanlagen sind in der Berechnung nicht enthalten
  • Zubau-Mengen übertrafen seit einiger Zeit Regierungsplanungen
  • Ziel für 2026: 128 Gigawatt installierte PV-Gesamtleistung
  • Ziel für 2030: 215 Gigawatt und 80 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen
  • Windkraft hinkt hinter den Zielsetzungen her
  • Änderungen im Gesetz führen schneller zu mehr PV-Installationen
  • Offshore-Projekte hängen von Netzinfrastruktur-Anpassungen ab

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