"Für die Kinder": Initiative verhindert Mobilfunkempfang in Sittenbach

Die Einwohner des Ortes Sittenbach nördlich der bayerischen Haupt­stadt München müssen auch weiterhin mit schlechtem Mobil­funk­emp­fang leben. Eine Bürgerinitiative hat die Errichtung einer Sendeanlage im Ort verhindert - angeblich zum Wohle der Kinder.
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Bürgerinitiative erfolgreich

Immer wieder waren in der Vergangenheit Bürger an den Bürgermeister der Gemeinde Odelzhausen, zu der Sittenbach gehört, herangetreten und äußerten den Wunsch nach besserem Mobilfunkempfang. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, kam es daraufhin zu Gesprächen mit der Deutschen Telekom, die sich bereiterklärte, eine Sendeanlage zu errichten. Da andere Standorte mit wesentlich höheren Kosten verbunden gewesen wären, wurde das Haus der Feuerwehr in der Ortsmitte als Standort ausgewählt.

Dann aber regte sich bei anderen Einwohnern Widerstand gegen das Projekt. Es gründete sich eine Bürgerinitiative, deren Sprecherin ihr Engagement damit begründete, dass die Strahlung des Mobilfunk-Mastes gesundheitliche Risiken berge. Vor allem die Kinder, die in der Ortsmitte leben, wähnte sie in Gefahr.


Die Mobilfunk-Gegner sammelten Unterschriften und luden einen bekannten Referenten ein, der immer wieder mit kruden, unwissenschaftlichen Thesen Angst vor Mobilfunk-Anlagen schürt. Der Gemeinderat wollte sich offenbar nicht auf eine Seite schlagen und womöglich in die Nesseln setzen und kam auf die salomonische Idee, eine Bürgerbefragung zu dem Thema durchzuführen. Fast die Hälfte der Einwohner enthielt sich und mit 146 zu 117 Stimmen positionierte sich die Mehrheit der Teilnehmer gegen die Anlage.

Aber die Kinder!

Auf Basis dieses Votums entschied der Gemeinderat anschließend, das Mobilfunk-Projekt dann doch nicht weiter voranzubringen. Bei der Bürgerinitiative wurde diese Entscheidung natürlich mit einiger Freude aufgenommen.

Was allerdings die Enkelkinder der Bürgerinitiativen-Sprecherin und auch die anderen Jugendlichen des Ortes dazu sagen, ist nicht dokumentiert. Faktisch müssen diese nun aber damit leben, einer höheren Strahlungsbelastung ausgesetzt zu sein. Denn um mit anderen eventuell verfügbaren Basisstationen Kontakt zu bekommen, werden ihre sicher vorhandenen Smartphones weiterhin mit maximaler Leistung funken, statt mit einem minimalen Signal eine nahegelegene Antenne kontaktieren zu können.

Zusammenfassung
  • Sittenbach leidet unter schlechtem Mobilfunkempfang
  • Bürgerinitiative verhindert neue Sendeanlage im Ort
  • Deutsche Telekom wollte Anlage am Feuerwehrhaus bauen
  • Einwohner sorgen sich um Strahlungsrisiken für Kinder
  • Gemeinderat führt Bürgerbefragung durch; Mehrheit gegen Anlage
  • Gemeinderat stoppt daraufhin das Mobilfunk-Projekt
  • Jugendliche nun mit höherer Strahlungsbelastung konfrontiert

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