Von wegen abschaffen: Bundesbank startet Kampagne für Bargeld

Gewisse Kreise, die gern von vermeintlichen Plänen zur Abschaffung des Bargelds schwadronieren, dürften jetzt verunsichert sein: Die Bundesbank will jetzt sogar eine eigene Werbekampagne für eine häufigere Nutzung dieses Zahlungsmittels starten.
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C. Dubovan / Unsplash

Menge wird immer größer

Das klassische Bargeld gehöre zur wichtigen Infrastruktur eines Landes und sei letztlich unverzichtbar, erklärte Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz. Davon zu reden, dass der Gesellschaft klammheimlich das Bargeld entzogen würde, dürfte aus seiner Perspektive auch ziemlich grotesk wirken - immerhin ist die Menge der im Umlauf befindlichen Werte an Münzen und Banknoten immer weiter gestiegen.

Die Bundesbank verwies darauf, dass sie vor 20 Jahren eine Menge von 165 Milliarden Euro in bar ausgegeben hatte. Bis Ende 2022 kletterte diese Summe auf 381 Milliarden Euro und im vergangenen Jahr kamen noch einmal 21 Milliarden Euro dazu. Womöglich rühre der Eindruck, dass weniger Bargeld im Umlauf sei, aber auch einfach aus der Tatsache, dass der Anteil der Bar abgewickelten Geschäfte im Alltag durchaus rückläufig sei.


Der daraus resultierende Widerspruch lässt sich im Grunde nur damit erklären, dass sowohl bei Privatleuten als auch Unternehmen immer größere Mengen Bargeld gelagert werden, sodass diese in den alltäglichen Geldströmen kaum noch auftauchen. Hier will die Bundesbank nun aber mit ihrer Kampagne gegensteuern.

Ohne geht es nicht

Diese wird sich allerdings nicht einfach darauf konzentrieren, die Bürger mit Anzeigen zu animieren, mehr Bargeld einzusetzen. Stattdessen geht es eher darum, mit den verschiedenen Akteuren in der Volkswirtschaft Szenarien für die zukünftigen Einsatzgebiete von Bargeld zu erkunden und diese stärker herauszustellen. Dabei soll auch deutlich gemacht werden, dass eine rein digitalisierte Abwicklung von Geldgeschäften durchaus ihre Risiken mitbringt und aus Sicht der Bundesbank nicht erstrebenswert ist.

"Die Zukunftsszenarien sollen einen Beitrag dazu leisten, dass die richtigen Weichenstellungen vorgenommen werden, damit Bargeld auch künftig ein attraktives, allgemein verfügbares und akzeptiertes Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel ist", so Balz.

Denn die Vorteile sind klar: Bargeld funktioniert ohne Strom, ist leicht zu handhaben und insbesondere auch in Krisensituationen ein greifbarer Wert. Es gebe auch keine Alternative, wenn es um milde Gaben an Bedürftige oder kleine Geschenke an die Kinder und Enkel gehe. Nicht zu vernachlässigen sei die Bedeutung von Bargeld außerdem, wenn es wirklich darum geht, Lebensmittel und andere Waren des täglichen Bedarfs regional bei kleinen Anbietern einzukaufen, statt in großen Filialketten.

Zusammenfassung
  • Bundesbank startet Kampagne für Bargeldnutzung
  • Bargeld ist wichtige Infrastruktur und unverzichtbar
  • Umlauf von Bargeld steigt auf 381 Milliarden Euro
  • Anteil barer Geschäfte im Alltag rückläufig
  • Bargeld wird vermehrt gehortet, weniger im Umlauf
  • Kampagne fördert Einsatzgebiete von Bargeld
  • Bargeldlose Risiken sollen bewusst gemacht werden
  • Bargeld wichtig für Krisen und kleine Transaktionen

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