Beinahe-Katastrophe: Chinesischer Raketenbooster trifft fast ein Haus

Raketenstarts waren und sind besondere Ereignisse, doch sie werden auch immer alltäglicher. Kein Wunder, denn mittlerweile schießen immer mehr Nationen und Unternehmen Satelliten, darunter auch kleinere, ins All. In China hätte das nun fast katastrophale Folgen gehabt.
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Navigationssystem Beidou

China baut derzeit ein eigenes Satelliten-Navigationssystem namens Beidou auf und schießt zu diesem Zweck regelmäßig Satelliten in den Orbit. Anfang dieser Woche war es wieder einmal so weit, denn vom Kosmodrom Xichang in der Provinz Sichuan machten sich zwei (Backup-)Satelliten auf die Reise ins All und erreichten auch erfolgreich die mittlere Erdumlaufbahn (Medium Earth Orbit; MEO).

Zum Einsatz kam dabei eine dreistufige Langer-Marsch-3B-Rakete, diese besteht u. a. aus einer Oberstufe mit dem Namen Yuanzheng-1 und vier sogenannten Strap-On Boostern, die seitlich an der Unterseite der Rakete angebracht werden.

Letztere haben aber laut Space News für eine Fast-Katastrophe gesorgt. Denn wie Videos von Nutzern zeigen, die den Start der Rakete aus vermeintlich sicherer Entfernung gefilmt haben, fielen zumindest zwei der Seiten-Booster fernab der eigentlich dafür vorgesehenen Absturzstellen zu Boden.

In einem Fall sieht man den Booster auf einem bewaldeten Hügel fallen, beim Aufprall explodiert dieser auch sicht- und hörbar. Ein weiteres Video zeigt einen anderen Booster beim unkontrollierten Absturz, nach einigen Sekunden gibt es einen Schnitt und es ist ein Haus zu sehen, in dessen unmittelbarer Nähe dieser aufgeprallt ist.

Es ist nicht bekannt, ob es Verletzte oder gar Tote gab. Offenbar war das aber nicht der Fall. Bei beiden gefilmten Abstürzen bzw. Explosionen trat aber giftiges Gas aus, es dürfte sich dabei um Stickstofftetroxid handeln, dieses ist an einem rötlich-braunen Gas bzw. Rauch erkennbar.

Grund für derartige Vorfälle ist die Tatsache, dass China seine Raketenstarts auf Basen vornimmt, die sich im Landesinneren befinden. Diese Weltraumbahnhöfe wurden nämlich zu Zeiten des Kalten Krieges gebaut. Sie sollten angesichts von Spannungen zwischen den USA und der Sowjetunion entsprechend versteckt sein und Schutz bieten. Das hat aber eben auch solche gefährlichen Irrläufer zur Folge, denn im Gegensatz dazu finden Starts anderer Raumfahrtnationen über Wasser oder auch der Wüste statt.

Zusammenfassung
  • Raketenstarts werden immer häufiger
  • China setzt auf eigenes Beidou-Navigationssystem
  • Zwei Satelliten von Xichang ins All gestartet
  • Langer-Marsch-3B-Rakete mit Strap-On Boostern
  • Booster abseits der geplanten Zonen gefallen
  • Explosionen und giftiges Gas bei Absturz
  • Chinesische Startbasen liegen im Landesinneren

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