Treibstofftanks auf Müll gefunden:
Der verrückte Fall der Vega-Rakete
Eigentlich sollte die europäischen Trägerrakete Vega bald mit ihrer letzten Mission in Rente geschickt werden. Doch das Unternehmen, das die Rakete zusammenbaut, hatte zwei der vier Treibstofftanks schlicht verloren. Jetzt sind sie wieder aufgetaucht - auf dem Müll.
Demnach will man von einer Quelle Anfang Oktober erfahren haben, dass zwei der vier Treibstofftanks für den letzten Vega-Flug verschwunden seien. Diese Berichte habe man dann in der letzten Woche noch einmal unabhängig bestätigen können. Demnach hatte Avio die zwei Tanks in seiner Produktionsstätte gelagert, die renoviert wurde. Nach Abschluss der Arbeiten erfolgte dann die Meldung an die Zentrale: Die beiden Tanks sind verschwunden.
Das Problem: Wie bei solchen Projekten üblich, führt Avio zwar ein unternehmensweites Asset-Management-System, das die präzise Verfolgung von Bauteilen möglich machen soll. Die beiden Tanks waren in diesem System aber schlicht nicht eingetragen worden. Die Suche, die im Unternehmen nach dem Verschwinden eingeleitet wurde, begann so mit nur wenigen Anhaltspunkten.
Jetzt wurden die beiden Treibstofftanks nach langer Suche entdeckt, dies bringt für Avio und die ESA aber weitere schlechte Nachrichten. Das Unternehmen konnte nur noch zertrümmerte Überreste auf einer Mülldeponie bergen, eine Nutzung für den Flug ist damit ausgeschlossen.
Siehe auch:
Raketenteile nicht verlieren ist Raketenwissenschaft
Die Vega-Rakete wurde von der italienischen Raumfahrtagentur (ASI) und der europäischen Raumfahrtagentur (ESA) gemeinsam entwickelt und ist für wissenschaftliche Raumfahrzeuge und andere leichtere Nutzlasten gedacht. Produziert wurde die Rakete vom italienischen Unternehmen Avio. Jetzt berichtet European Spaceflight, dass sich um den letzten Flug des Trägersystems eine verrückte Geschichte abspielte.Demnach will man von einer Quelle Anfang Oktober erfahren haben, dass zwei der vier Treibstofftanks für den letzten Vega-Flug verschwunden seien. Diese Berichte habe man dann in der letzten Woche noch einmal unabhängig bestätigen können. Demnach hatte Avio die zwei Tanks in seiner Produktionsstätte gelagert, die renoviert wurde. Nach Abschluss der Arbeiten erfolgte dann die Meldung an die Zentrale: Die beiden Tanks sind verschwunden.
Das Problem: Wie bei solchen Projekten üblich, führt Avio zwar ein unternehmensweites Asset-Management-System, das die präzise Verfolgung von Bauteilen möglich machen soll. Die beiden Tanks waren in diesem System aber schlicht nicht eingetragen worden. Die Suche, die im Unternehmen nach dem Verschwinden eingeleitet wurde, begann so mit nur wenigen Anhaltspunkten.
Jetzt wurden die beiden Treibstofftanks nach langer Suche entdeckt, dies bringt für Avio und die ESA aber weitere schlechte Nachrichten. Das Unternehmen konnte nur noch zertrümmerte Überreste auf einer Mülldeponie bergen, eine Nutzung für den Flug ist damit ausgeschlossen.
Frankenstein-Rakete
Der letzte Start von Vega im ersten Halbjahr 2024 ist damit ausgeschlossen. Und überhaupt ist bis jetzt nicht klar, wie Avio den Verlust der Treibstofftanks kompensieren will. Alle Produktionslinien für Vega sind längst stillgelegt, neue Tanks können also nicht gebaut werden. Avio prüft jetzt, ob 11 Jahre alte Testtanks als Ersatz dienen können, auch eine Art "Frankenstein"-Lösung mit Teilen aus anderen Raketen werde diskutiert.
Zusammenfassung
- Vega-Rakete sollte bald ihre letzte Mission starten
- Zwei Treibstofftanks waren bei Avio verschwunden
- Tanks tauchten zerstört auf einer Mülldeponie auf
- Letzter Vega-Start für erstes Halbjahr 2024 fraglich
- Produktionslinien für Vega bereits stillgelegt
- Avio erwägt Einsatz von 11 Jahre alten Testtanks
- Mögliche "Frankenstein"-Lösung mit anderen Raketenteilen
Siehe auch:
- Mysteriöse Rakete, geheime Fracht: China schlägt auf dem Mond auf
- Raketenengpass in Europa: SpaceX schießt neue Galileo-Satelliten ins All
- Raketen-Start von der Nordsee: Erste Mission hat einen Termin
- NASA gibt zu, dass Megarakete SLS auf Dauer "unerschwinglich" ist
- Tolle Bilder: Bisher größte Rakete steht bereit, SpaceX muss aber warten
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