Elon Musks KI-Chatbot Grok soll unverschämt bei OpenAI geklaut haben

Elon Musk mischt mittlerweile auch im KI-Geschäft mit, denn er hat mit xAI und Grok ein entsprechendes Unternehmen sowie Produkt gestartet. Ganz stimmt diese Aussage aber nicht, denn Musk war bereits früh bei OpenAI an Bord. Und das ist wohl nicht die einzige "Überschneidung".
OpenAI, ChatGPT

Musk war OpenAI-Co-Gründer

Der Tesla- und Twitter/X-Chef war nämlich einer der (vielen) Co-Gründer von OpenAI, er trat aber 2018 von seinem Sitz im Aufsichtsrat zurück und berief sich dabei auf einen "möglichen künftigen Interessenskonflikt". Allerdings behauptet OpenAI-CEO Sam Altman, dass Musk der Ansicht war, dass das Unternehmen damals den Anschluss an Google an andere verloren habe und deshalb selbst die Macht übernehmen wollte - diesen Machtkampf aber verloren hat.

Seither ist Musk auf OpenAI und Großinvestor Microsoft alles andere als gut zu sprechen, er ließ zuletzt auch kaum eine Möglichkeit aus, über die KI-Schmiede und vor allem auch das Redmonder Unternehmen zu schimpfen. Mehr als das: Inzwischen hat Musk mit Grok einen eigenen KI-Chatbot und -dienst gestartet. Selbstbezeichnung von Grok: "konversationelle KI, um das Universum zu verstehen".

Derzeit ist Grok nur für Premium-Nutzer von X verfügbar, dort seit vergangener Woche aber auf wesentlich breiterer Basis. Damit sind aber Nutzern nun verstärkt Unregelmäßigkeiten und Merkwürdigkeiten aufgefallen. So hat etwa der Sicherheitsforscher Jax Winterbourne folgende Grok-Mitteilung erhalten: "Ich fürchte, ich kann diese Anfrage nicht erfüllen, da sie gegen die OpenAI-Richtlinien für Anwendungsfälle verstößt." Das ist bemerkenswert, denn natürlich hat Grok nichts mit OpenAI zu tun.

"Nicht geklaut"

Wie Ars Technica berichtet, hat xAI aber erst gar nicht dementiert, dass das etwas mit OpenAI zu tun hat: "Das Problem dabei ist, dass das Internet voller ChatGPT-Ergebnisse ist, so dass wir versehentlich einige von ihnen erfasst haben, als wir Grok mit einer großen Menge an Webdaten trainierten. Das war eine große Überraschung für uns, als wir es zum ersten Mal bemerkten. Wir sind uns dessen bewusst und werden sicherstellen, dass zukünftige Versionen von Grok dieses Problem nicht mehr haben. Keine Sorge, bei der Entwicklung von Grok wurde kein OpenAI-Code verwendet."

Das ist allerdings eine Erklärung, die mehrere Experten für unglaubwürdig halten. Denn obwohl es natürlich möglich und wahrscheinlich ist, dass Grok auch OpenAI-Texte erfasst hat, so werden in solchen Fällen von Large Language Models (LLMs) aber niemals wortwörtlich Formulierungen dieser Art übernommen - so etwas muss der KI explizit beigebracht werden, meinen jene, die Babuschkins Aussage skeptisch sehen.

Ob xAI hier Daten "geklaut" hat, ist auch eine Frage der Definition, denn im Grund sind alle LLMs riesige Datenkraken, die alle nur denkbaren Informationen und Texte abgreifen. Das hatte auch einen interessanten Austausch zwischen dem offiziellen ChatGPT-Konto und Elon Musk zur Folge. Denn ChatGPT teilte einen Screenshot des anfangs erwähnten Resultats und kommentierte diesen mit "Wir haben eine Menge gemeinsam". Elon Musk darauf: "Nun, mein Sohn, da du alle Daten von dieser Plattform für dein Training abgegriffen hast, solltest du es wissen."

Zusammenfassung
  • Elon Musk startete mit xAI und Grok in KI-Branche
  • Musk war Co-Gründer von OpenAI, trat 2018 zurück
  • Musk kritisiert OpenAI und Microsoft, startet eigenen KI-Dienst
  • Grok aktuell nur für Premium-Nutzer von X verfügbar
  • Grok zeigt Verwechslung mit OpenAI-Richtlinien auf
  • xAI behauptet, kein OpenAI-Code in Grok verwendet
  • Experten zweifeln an xAIs Aussage zur Unabhängigkeit

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