Tinder zahlt zu viel: Apple muss die Store-Gebühren senken

Apple könnte demnächst dazu gezwungen werden, Provisionen beim Verkauf von Software und Dienstleistungen über AppStore zu sen­ken. Denn niederländische Kartellwächter kommen in einer Un­ter­su­chung zu dem Schluss, dass die Gebühren aktuell EU-Recht verletzen.
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Zu viel für wenig Leistung

Die Behörde für Verbraucher und Märkte der Niederlande beschäftigt sich bereits seit einiger Zeit mit der Rolle, die Apples App Store im Mobile-Markt spielt. Sie kommt nun zu dem Schluss, dass die Gebühren für bestimmte App-Abonnements einen Missbrauch der Marktmacht des Unternehmens darstellen.

In einer vertraulichen Entscheidung, die der US-Nachrichtenagentur Bloomberg vorliegt, erklärte die niederländische Aufsichtsbehörde, dass Apples Regeln in unfairer Weise auf Unternehmen abzielen, die Abonnementdienste anbieten. Explizit erwähnt wird hier etwa die Dating-App Tinder, die hohe Provisionen auf App-Verkäufe zahlen muss - im Gegensatz zu Unternehmen, die keine kostenpflichtigen digitalen Inhalte anbieten.

Apple schade solchen Unternehmen, "indem es ihnen eine zusätzliche und unerklärlich höhere Gebühr in Rechnung stellt", heißt es in der niederländischen Entscheidung, die bereits vor einiger Zeit an die beteiligten Unternehmen verschickt wurde. Apple habe daraufhin angeboten, die Provisionen von 30 auf 27 Prozent zu senken, was den Kartellwächtern aber nicht ausreicht.

Keine Alternative

Denn aus deren Sicht kassiert der Plattformbetreiber hier ordentlich für einen kaum erkennbaren Aufwand. Denn die dauerhaften Abonnements bringen im Gegensatz zu Einzelverkäufen von Apps, bei denen Abrechnungen, Support und andere Leistungen erbracht werden, kaum einen nennenswerten Aufwand.

Dem steht entgegen, dass die Anbieter der jeweiligen Services auch kaum eine Alternative haben. Sie verzichten entweder komplett auf den großen Markt der iPhone-Nutzer oder beugen sich eben dem Provisionsanspruch Apples. Es ist nicht möglich, iPhone-Nutzer zu erreichen, ohne über den App Store zu gehen.

Die Untersuchung in den Niederlanden ist jetzt an einem Punkt angekommen, an dem sie zu einer Sache der EU-Behörden werden kann. Die daraus ergehenden Entscheidungen hätten Konsequenzen für den gesamten Geschäftsbetrieb Apples in Europa.

Zusammenfassung
  • Niederländische Kartellwächter untersuchen Apples AppStore-Gebühren
  • Die Gebühren könnten EU-Recht verletzen, besonders bei Abonnements
  • Apple wird Missbrauch der Marktmacht vorgeworfen
  • Unternehmen wie Tinder müssen hohe Provisionen zahlen
  • Senkung der Provisionen von 30 auf 27 Prozent von Apple angeboten
  • Anbieter haben kaum Alternativen zum AppStore für iPhone-Nutzer
  • Untersuchung könnte zu EU-weiten Konsequenzen für Apple führen

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