Flaute beim 5G-Ausbau: Nokia entlässt 14.000 Mitarbeiter weltweit

Der finnische Mobilfunkausrüster Nokia gerät aufgrund der schwierigen weltweiten Lage zunehmend unter Druck. Der Konzern zieht die Notbremse und hat aufgrund der schlechten Geschäfte die Entlassung von bis zu 16 Prozent seiner weltweiten Belegschaft angekündigt.
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Nokia

Nokia reagiert auf schlechte Nachfrage rund um 5G

Nokia entlässt im Laufe der nächsten Jahre viele tausend Mitarbeiter. Bis zum Jahr 2026 soll die Zahl der Mitarbeiter auf rund 72.000 bis 77.000 gesenkt werden. Aktuell sind noch rund 86.000 Menschen weltweit für Nokia tätigt. Die Entlassungen würden also im Extremfall bis zu 16 Prozent der Belegschaft treffen.

Durch die umfangreichen Stellenstreichungen will Nokia zwischen 800 Millionen und 1,2 Milliarden Euro einsparen, so das Unternehmen in einer Mitteilung an Investoren. Noch ist offen, welche Sparten und Abteilungen von den Entlassungen betroffen sein werden, doch versicherte die Unternehmensleitung, dass man zumindest die Forschungs- und Entwicklungsabteilung "schützen" möchte.

Mobilfunkanbieter rüsten Netze kaum weiter auf

Nokia führt die Notwendigkeit der Entlassungen auf die schleppende Nachfrage aufseiten der Mobilfunkanbieter zurück. Sowohl in den USA als auch in Europa haben die Netzbetreiber ihren Ausbau der 5G-Netze zuletzt deutlich zurückgefahren.


Die Nachfrage über die aktuell verwendeten 5G-Lösungen auf Basis von niedrigen Frequenzen mit ihren gegenüber den Systemen für den mittleren Frequenzbereich niedrigeren Übertragungsraten hinaus sei weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben, heißt es. Nur rund 25 Prozent der 5G-Basisstationen außerhalb von China seien aktuell Mid-Band-kompatibel. Die Mobilfunkanbieter außerhalb Chinas würden aber eben auch nur zögerlich investieren, so Nokia-Chef Pekka Lundmark.

Man glaube zwar durchaus daran, dass die Nachfrage rund um 5G auf Dauer bestehen werde, doch sei es derzeit nicht möglich, den Zeitpunkt einer Besserung im Markt abzuschätzen, sagte er weiter. Einige große Netzbetreiber hatten zuletzt ihrerseits Stellenkürzungen angekündigt, darunter BT aus Großbritannien mit ganzen 55.000 Entlassungen, Vodafone mit 11.000 Entlassungen und die Deutsche Telekom mit zuletzt rund 2.000 Entlassungen.

Nokia geht es aufgrund der mangelnden Nachfrage für seine Mobilfunklösungen nicht sonderlich gut. Der Konzern musste heute auch vermelden, dass der Umsatz im dritten Quartal um rund 20 Prozent gesunken ist und man nur noch rund 133 Millionen Euro Gewinn machte, nachdem zuvor noch mehrere Milliarden Plus verzeichnet wurden.

Zusammenfassung
  • Nokia kündigt Entlassung von bis zu 16% der weltweiten Belegschaft an
  • Ziel: Reduzierung der Mitarbeiterzahl auf 72.000 bis 77.000 bis 2026
  • Einsparungen zwischen 800 Mio. und 1,2 Mrd. Euro angestrebt
  • Gründe: schleppende Nachfrage, Rückgang beim 5G-Netzausbau
  • Forschungs- und Entwicklungsabteilung soll möglichst geschützt werden
  • Nur 25% der Basisstationen außerhalb Chinas sind Mid-Band-kompatibel
  • Umsatzrückgang im 3. Quartal um 20%, Gewinn nur noch 133 Mio. Euro

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