Hacker werfen private Schnüffel-Software von tausenden Smartphones

Anbieter von Spyware-Apps geraten offenbar zunehmend ins Visier von wohlwollenden Hackern. Aktuell sind Angreifer in die Infrastruktur des Anbieters WebDetetive eingedrungen und haben dessen Spionage-Software auf zehntausenden Smartphones ausgeschaltet.
Smartphone, Sicherheit, Datenschutz, Privatsphäre, überwachung, Verschlüsselung, Cybersecurity, Spionage, Tracking, Schlüssel, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, Auge, Augen, Spion, Ausspioniert, Internetüberwachung, Mitlesen, Spionieren

Private Spionage

Das Unternehmen vermarktet seine Malware an private Kunden. Diese setzen sie dann meist ein, um etwa möglicherweise untreue Lebenspartner auszuspionieren. Diesem Geschäft machten die unbekannten Angreifer jetzt einen ordentlichen Strich durch die Rechnung. Ihre Motivation dürfte tatsächlich darin liegen, dass ihnen das heimliche Ausspionieren anderer Nutzer missfällt.

Darauf deutet eine kurze Notiz hin, die von ihnen hinterlassen wurde und die schlicht "#fuckstalkerware" hieß. Laut eines Berichtes des US-Magazins TechCrunch gelang es den Hackern, sich Zugang zu den Systemen des Anbieters inklusive der Benutzerdatenbank zu verschaffen.


Alle Daten wurden einer gemeinnützigen Organisation namens DDoSecrets zur Auswertung übergeben. Diese erklärte, dass insgesamt 76.794 Geräte kompromittiert waren. Da WebDetetive selbst aus Brasilien kommt, waren vorrangig portugiesischsprachige User betroffen. Zu den abgegriffenen Daten gehörten unter anderem Nachrichten-Inhalte und Bilder, die aber nicht in der Kundendatenbank vorlagen, sondern wohl direkt an die Malware-Käufer weitergeschickt wurden.

Malware deaktiviert

Die Hacker erklärten, dass sie nach der Sicherung der Informationen aus der Datenbank die Verbindung der Spyware-Installationen zu den Servern des Diensteanbieters getrennt haben. Es sei auch dafür gesorgt worden, dass dieser sich nicht automatisch wieder selbst repariert.

Einen ähnlichen Fall verzeichnete man bereits vor einigen Monaten. Damals traf es das Angebot LetMeSpy, das von einem polnischen Entwickler bereitgestellt wurde. Dieser gab seinen Spionage-Service auf, nachdem Angreifer in die Systeme eingedrungen waren und die internen Daten offengelegt hatten.

Zusammenfassung
  • Hacker greifen Spyware-Anbieter WebDetetive an
  • Spionage-Software auf etlichen iPhones ausgeschaltet
  • Angreifer verschaffen sich Zugang zu Systemen und Benutzerdatenbank
  • 76.794 Geräte waren kompromittiert, meist portugiesischsprachige Nutzer
  • Abgegriffene Daten an gemeinnützige Organisation DDoSecrets übergeben
  • Verbindung der Spyware-Installationen zu Servern getrennt
  • Ähnlicher Vorfall mit Spionage-Service LetMeSpy vor einigen Monaten

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!