Vom Museum in den Krieg: Russland schickt antike Panzer in die Ukraine

Für Russland läuft der Ukraine-Krieg alles andere als nach Wunsch. Man muss kein Militärexperte sein, um das zu erkennen. Denn ursprünglich sollte die "militärische Sonderoperation" nur Tage dauern, mittlerweile ist es aber mehr als ein Jahr. Und die Probleme werden nicht weniger.
Russland, Militär, Ukraine, Krieg, Ukraine-Krieg, Panzer, Ukraine-Konflikt, Invasion, Armee
Mit beeindruckenden Zahlen und auch viel moderner Militärtechnik wollte das Putin-Regime den kleinen Nachbarn überrollen, doch längst ist klar, dass sich die Ukraine nicht einfach so in die Knie zwingen lässt. Das bedeutet, dass die beiden Länder seit vielen Monaten auch eine zermürbende Materialschlacht führen.

Dabei hat die Ukraine durchaus Vorteile, denn während Russland mit massiven Sanktionen belegt ist, bekommt das angegriffene Land Nachschub aus dem Westen. Für Russland bedeutet das, dass die hohen Verluste sich immer mehr auswirken, und zwar negativ. Die Rüstungsindustrie kommt einerseits mit der Produktion nicht nach, andererseits fehlen essenzielle Komponenten.

70 Jahre alte Panzer

Das russische Militär muss deshalb immer häufiger zu Militärtechnik greifen, die auf einem Schlachtfeld des 21. Jahrhunderts eigentlich nichts zu suchen hat. So tauchte vor einigen Wochen ein Video auf, das den Zug-Transport von T-55-Panzern zeigt. Diesen dürften viele aus Geschichtsbüchern und Filmen kennen - wohlgemerkt Produktionen, die den Kalten Krieg zum Inhalt haben. Denn der T-55 war der sowjetische Standardpanzer der 1960er- und 1970er-Jahre.

Heutzutage findet man diesen in erster Linie in Museen und allenfalls noch in Armeen von Entwicklungsländern. Russlands ist aber offenbar gezwungen, das regelrecht antike Kriegsgerät an die Front in der Ukraine zu bringen. Nach dem Auftauchen des zuvor erwähnten Videos gab es Fragen, was Russland damit vorhat. Nun gibt es aber über soziale Medien erste Hinweise, dass die T-55 tatsächlich zum Einsatz kommen (via derStandard).

Einen militärischen Sinn ergibt das nicht, denn die Standard-Panzerung der T-55 war schon vor Jahrzehnten unzureichend - gegen moderne Waffensysteme ist sie vollkommen nutzlos. Die russische Propaganda bemüht sich dennoch, den Museums-Panzer als eine Art Wunderwaffe zu verkaufen, doch Experten belächeln diese Angaben. Beim Einsatz der T-55 (in einer alten, nicht modernisierten Version) geht es wohl darum, Zeit zu gewinnen - den Krieg kann man damit sicherlich nicht gewinnen.

Siehe auch:

Zusammenfassung
  • Russland versucht sich weiter am Ukraine-Krieg, obwohl er nur Tage dauern sollte.
  • Ukraine hat Vorteile durch westlichen Nachschub.
  • Russland muss auf antike Militärtechnik zurückgreifen.
  • T-55-Panzer aus den 60er/70er-Jahren werden eingesetzt.
  • Panzerung gegen moderne Waffensysteme unzureichend.
  • Russland versucht, T-55 als Wunderwaffe zu verkaufen.
  • Einsatz des Panzers wohl nur, um Zeit zu gewinnen.

Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!