Batterien für russische Minen werden rar und das macht sie gefährlich

Hörgeräte, Autoschlüssel und Antipanzerminen: Das sind einige der Einsatzgebiete der LR9-Batterie. Diese kostet weniger als einen Euro, in Russland ist es mittlerweile ein Vielfaches davon. Wenn man denn eine bekommt. Denn sie werden fürs Militär benötigt - und dort knapp.
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Antipanzerminen sind und bleiben ein essenzieller Bestandteil der Kriegsführung und sind im Gegensatz zu Antipersonenminen nicht geächtet. Das bedeutet, dass sie auch im Ukraine-Krieg eingesetzt werden und das nicht zu knapp. Russlands "Prunkstück" ist hier die PTM-3, diese Mine hat eine zerstörerische Kraft, die sie auf den Schlachtfeldern der Ukraine zu einem großen Problem für das angegriffene Land macht. Denn wie die Militärseite The Warzone unter Berufung auf russische Militärblogger schreibt (via derStandard), kann man eine PTM-3 nämlich nicht einfach so entschärfen und wegtragen.

Die PTM-3 wird auch nicht von Hand verlegt, das erfolgt mit automatisierten Verlegesystemen, die werden aus Hubschraubern abgeworfen oder mithilfe von Fahrzeugen verteilt. Das erfolgt über einen Kasten, der sogenannten Verlegekassette, mit der Typbezeichnung KPTM-3. Schließlich wird per Schnur ein Stift herausgezogen, dieser Vorgang macht die Mine scharf.

Ohne funktionierende Batterie nutzlos und teils sogar gefährlich

Das Problem dabei: Damit das Ganze auf diese Weise funktioniert, ist eine LR9-Knopfzelle erforderlich. Doch genau diese sind Mangelware und ohne funktionierende Batterie ist PTM-3 nicht nur nutzlos, sondern auch gefährlich für die eigenen Truppen.

Im russischen Telegram-Kanal Ghost of Novorossia heißt es dazu: "Ja, man kann sie kaufen. Aber die Batterie ist ziemlich selten. Denn die Nachfrage (Anm.: im zivilen Bereich) ist gering. Es ist schwer, sie in großen Mengen im Einzelhandel zu finden. Auch im Großhandel. Deshalb bekommen wir eine gute Mine, die wir nicht verwenden können."

Problematisch wird das für die russischen Truppen dann, wenn leere Batterien verbaut werden, was angesichts des Mangels relativ häufig vorkommt. Denn die Mine zerstört sich in der Regel nach maximal 24 Stunden selbst - das ist auch die einzige Möglichkeit, sie zu "entschärfen". Ist die Batterie leer bzw. nahezu leer, dann reicht die Spannung zwar gerade so, die Mine scharfzumachen - sie explodiert aber auch umgehend, weil sich die Selbstzerstörung praktisch sofort aktiviert.

Zusammenfassung
  • LR9-Batterien werden für militärische Zwecke in Russland knapp.
  • PTM-3 ist eine zerstörerische Mine, die im Ukraine-Krieg eingesetzt wird.
  • Verlegung erfolgt über automatisierte Verlegesysteme.
  • Leere Batterien können zu einer sofortigen Explosion führen.
  • Selbstzerstörung der Mine nach 24 Stunden.

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