Windkraft sucht zehntausende Arbeitskräfte - die schon da waren

Die Windkraft-Branche sucht in großem Stil nach Arbeitskräften. Die aktuellen Planungen der Bundesregierung sehen einen massiven Ausbau der Anlagen-Leistung im Bundesgebiet vor, was mit den derzeitigen Beschäftigten in dem Bereich kaum zu machen ist.
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Bis 2030 soll die installierte Windkraft-Leistung in Deutschland verdoppelt werden. Das geht wenig überraschend nicht ohne eine ordentliche Aufstockung des Personals, erklärte Wolfram Axthelm, Geschäftsführer des Bundesverbandes Windenergie, gegenüber der Nachrichtenagentur DPA. Zwar müsse man hier nicht unbedingt auch von einer Verdoppelung ausgehen, doch werden auf jeden Fall viele Arbeitsplätze entstehen. Axthelm geht hier durchaus von mehreren Zehntausend Stellen aus.

Während viele Branchen ebenfalls nach Fachkräften suchen, hat die Windkraft-Industrie mit einem besonderen Problem zu kämpfen. Eigentlich hatte man schon einmal einen ordentlichen Personalbestand. Nachdem die Unionsgeführten Regierungen aber erst den Solar-Ausbau ausgebremst hatten, folgte auch die Stromerzeugung aus Wind. Zum Ende des letzten Jahrzehnts brachen die einst guten Zubau-Raten signifikant ein.


Wer weg ist, kommt nicht wieder

Laut Axthelm hat die Branche so in den Jahren 2019 und 2020 rund 50.000 Beschäftigte verloren, was etwa einem Drittel der Jobs entsprach. "Das ist jetzt unser schwerer Rucksack, den wir mit uns herumtragen. Da geht es uns so ähnlich wie der Gastronomie. Wer einmal weg ist und einen neuen Job gefunden hat, da kann ich nicht mit dem Finger schnipsen und der kommt wieder zurück", erklärte der Branchenverbands-Chef. "Zudem habe jeder der ehemaligen Beschäftigten bei diesem erzwungenen Abschied aus der Branche wahrscheinlich zehn Leuten erzählt, wie schlecht das alles ist, dass er seinen Job verloren hat, so dass wir jetzt erst wieder Vertrauen aufbauen müssen, was die Politik uns eingebrockt hat."

Eine Chance sieht er dabei in der Zusammenarbeit mit Unternehmen, die eigentlich aus den gegnerischen Sektoren kommen. So kooperiert man derzeit beispielsweise mit dem Lausitzer Betreiber von Braunkohle-Tagebauen LEAG. Durch den kommenden Kohleausstieg werden in dem Bereich ohnehin Fachkräfte frei und man versucht aktuell herauszufinden, in welchen Berufsfeldern diese zukünftig in ihrer Heimat einen neuen Platz in der Windkraft finden können.

Siehe auch:

Zusammenfassung
  • Windkraft-Branche sucht nach Arbeitskräften
  • Bis 2030 soll installierte Windkraft-Leistung verdoppelt werden
  • Branche hatte schon einmal einen ordentlichen Personalbestand
  • 50.000 Beschäftigte verloren, müssen Vertrauen wieder aufbauen
  • Kooperation mit Unternehmen aus gegnerischen Sektoren
  • Fachkräfte aus Kohleausstieg finden neuen Platz in der Windkraft

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