Windkraft & Vögel: Ergebnisse der Langzeitstudie mit Radar & Kameras
Der Energieversorger Vattenfall hat in Zusammenarbeit mit Vogel- und Naturschutzorganisationen tiefgehend untersucht, welches Risiko von Windkraftanlagen für Seevögel ausgeht. Das Ergebnis dürfte für Energiewende-Gegner ernüchternd sein.
Seit Jahren hält sich - auch befeuert von interessierten Kreisen - das Gerücht, dass Windkraftanlagen für ein massives Vogelsterben verantwortlich sind. Zwar gibt es schon lange verschiedene Untersuchungen, die eine relativ realistische Einschätzung geben und wichtig für Schutzmaßnahmen sind, doch haben diese es bisher nur in Ansätzen geschafft, eine sachliche Diskussion in die Wege zu leiten.
Möglicherweise gelingt es mithilfe der neuen Untersuchung, die es in diesem Umfang bisher noch nie gab, einen Teil der Bedenken zu zerstreuen: Dafür hatte Vattenfall im britischen Offshore-Windpark Aberdeen, auch bekannt als European Offshore Wind Deployment Centre (EOWDC), eine Radarkameratechnologie installiert, die in den beiden darauffolgenden Jahren jeweils von April bis Oktober, wenn die Vogeldichte höher ist als im Winter, große Mengen Videomaterial anfertigte. Jetzt ist man mit deren Auswertung fertig und konnte einen Bericht mit den Ergebnissen vorlegen.
Per Radar wurde jeweils erfasst, wenn sich Vögel den Anlagen nährten, woraufhin die Kameras aktiviert wurden. Von den elf Turbinen, die mit der Kameratechnik ausgestattet waren, kamen über den Zeitraum insgesamt über 10.000 einzelne Videos zusammen. Die Überraschung: Es wurden überhaupt keine Kollisionen oder Beinahe-Zusammenstöße von Seevögeln mit den Windturbinen verzeichnet.
Die Untersuchung ergab, dass Dreizehenmöwen in einem Abstand von etwa 150 Metern zu den Rotoren, pendelnde Heringsmöwen in einem Abstand von etwa 100 Metern und fütternde Heringsmöwen in einem Abstand von 70 Metern ein Vermeidungsverhalten zeigten. Im Allgemeinen zeigten Basstölpel sowie Klein- und Großmöwen eine starke Tendenz, nicht in den Bereich zu fliegen, der von den Turbinenblättern überstrichen wird, so die Studie. Von den Vögeln, die sich dem von den Rotorblättern überstrichenen Bereich in weniger als 10 Metern Entfernung näherten, passten mehr als 96 Prozent ihre Flugrouten an, um eine Kollision zu vermeiden, indem sie häufig parallel zur Rotorebene flogen.
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Möglicherweise gelingt es mithilfe der neuen Untersuchung, die es in diesem Umfang bisher noch nie gab, einen Teil der Bedenken zu zerstreuen: Dafür hatte Vattenfall im britischen Offshore-Windpark Aberdeen, auch bekannt als European Offshore Wind Deployment Centre (EOWDC), eine Radarkameratechnologie installiert, die in den beiden darauffolgenden Jahren jeweils von April bis Oktober, wenn die Vogeldichte höher ist als im Winter, große Mengen Videomaterial anfertigte. Jetzt ist man mit deren Auswertung fertig und konnte einen Bericht mit den Ergebnissen vorlegen.
Per Radar wurde jeweils erfasst, wenn sich Vögel den Anlagen nährten, woraufhin die Kameras aktiviert wurden. Von den elf Turbinen, die mit der Kameratechnik ausgestattet waren, kamen über den Zeitraum insgesamt über 10.000 einzelne Videos zusammen. Die Überraschung: Es wurden überhaupt keine Kollisionen oder Beinahe-Zusammenstöße von Seevögeln mit den Windturbinen verzeichnet.
Angepasstes Flugverhalten
In Verbindung von Radar und Kameras wurden auch 3D-Flugspuren erstellt, mit deren Hilfe die Vogelarten auf ihrem Weg durch den Windpark identifiziert und ihr Meideverhalten in einem in Betrieb befindlichen Offshore-Windpark beobachtet werden konnten. Die Studie lieferte Daten über die Flugmuster von Dreizehenmöwen, Heringsmöwen, Mantelmöwen, Basstölpeln und verschiedenen anderen. Nahezu alle erfassten Seevogelarten mieden den Bereich der Windturbinenflügel, indem sie ihre Flugrouten so anpassten, dass sie zwischen den Turbinen hindurchflogen. Dieses Muster war bei allen drei Großmöwenarten ähnlich, so Vattenfall.Die Untersuchung ergab, dass Dreizehenmöwen in einem Abstand von etwa 150 Metern zu den Rotoren, pendelnde Heringsmöwen in einem Abstand von etwa 100 Metern und fütternde Heringsmöwen in einem Abstand von 70 Metern ein Vermeidungsverhalten zeigten. Im Allgemeinen zeigten Basstölpel sowie Klein- und Großmöwen eine starke Tendenz, nicht in den Bereich zu fliegen, der von den Turbinenblättern überstrichen wird, so die Studie. Von den Vögeln, die sich dem von den Rotorblättern überstrichenen Bereich in weniger als 10 Metern Entfernung näherten, passten mehr als 96 Prozent ihre Flugrouten an, um eine Kollision zu vermeiden, indem sie häufig parallel zur Rotorebene flogen.
Zusammenfassung
- Vattenfall untersuchte Risiko von Windkraftanlagen für Seevögel.
- Radar- und Kameratechnologie dafür installiert.
- Keine Kollisionen oder Zusammenstöße von Seevögeln verzeichnet.
- Vögel meiden Bereich der Windturbinenflügel.
- Gerücht, Windkraftanlagen verursachen Vogelsterben, wird widerlegt.
- Ergebnisse für Energiewende-Gegner ernüchternd.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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