Porsches E-Fuel-Anlage: Nicht klimaneutral und schon bei 10 Euro/Liter
In der Debatte um E-Fuels wird immer wieder auf die erste Produktionsstätte verwiesen, die Porsche in Chile in Betrieb genommen hat. Besucher vor Ort verweisen allerdings darauf, dass hier längst nicht alles so läuft, wie man es sich erhoffen kann.
Die Herstellung des synthetischen Kraftstoffs soll so funktionieren, dass der Atmosphäre Kohlendioxid entzogen und über verschiedene Reaktionen und Energiezufuhr aus kohlenstoffneutralen Quellen zu neuen Kohlenwasserstoff-Verbindungen umgewandelt wird, was dann in einem Verbrennungsmotor genutzt werden kann. Im Groben wäre dieser Vorgang dann kohlenstoffneutral.
Davon ist die Porsche-Anlage in Chile aber weit entfernt, wie eine Reportage des US-Automagazins Donut zeigt. Denn dort wird zwar E-Fuel produziert, aber eine Anlage, mit der das benötigte Kohlendioxid aus der Luft geholt werden kann, gibt es noch nicht. Stattdessen wird das Gas vom Partner-Unternehmen Baker Hughes per LKW angeliefert. Der Lieferant ist ein Spezialist in CO₂-Abscheidung, hier wird also lediglich ohnehin von der Industrie erzeugtes Kohlendioxid noch einmal zwischenverwertet, bevor es in die Atmosphäre geht - klimaneutral ist die Sache somit nicht.
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Wann und ob die Abscheidungsanlage für die Luft kommt, lässt sich noch nicht sagen. Laut eines Berichts von EFahrer.com ist aktuell immerhin noch von einem möglichen Einsatz die Rede. Es kann also durchaus passieren, dass die E-Fuels nie kohlenstoffneutral produziert werden, sondern weiterhin Tanklaster das Gas in die entlegene Region bringen.
Porsche hat sich zum Ziel gesetzt, die Produktionskapazitäten in Chile bis zum Jahr 2030 auf 550 Millionen Liter zu steigern. Das entspräche etwa dem, was in Deutschland in nicht einmal einer Woche benötigt wird. Um also allein die Bestandsflotte zu versorgen, müssten mindestens noch über 50 weitere Fabriken dieser Art entstehen und auch sicher ihre Ziele erreichen, ohne dass auch andere Kunden von ihnen bedient werden.
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Davon ist die Porsche-Anlage in Chile aber weit entfernt, wie eine Reportage des US-Automagazins Donut zeigt. Denn dort wird zwar E-Fuel produziert, aber eine Anlage, mit der das benötigte Kohlendioxid aus der Luft geholt werden kann, gibt es noch nicht. Stattdessen wird das Gas vom Partner-Unternehmen Baker Hughes per LKW angeliefert. Der Lieferant ist ein Spezialist in CO₂-Abscheidung, hier wird also lediglich ohnehin von der Industrie erzeugtes Kohlendioxid noch einmal zwischenverwertet, bevor es in die Atmosphäre geht - klimaneutral ist die Sache somit nicht.
Auf YouTube ansehenWann und ob die Abscheidungsanlage für die Luft kommt, lässt sich noch nicht sagen. Laut eines Berichts von EFahrer.com ist aktuell immerhin noch von einem möglichen Einsatz die Rede. Es kann also durchaus passieren, dass die E-Fuels nie kohlenstoffneutral produziert werden, sondern weiterhin Tanklaster das Gas in die entlegene Region bringen.
Teurer Sprit
In gewisser Weise beeindruckt waren die Donut-Reporter auch vom Preis des synthetischen Treibstoffs, der in Chile produziert wird. Aktuell liegt dieser bei etwas unter 10 Euro pro Liter. Einerseits dürften sich hier noch preissenkende Effekte einstellen, wenn die Produktionsmengen sich steigern. Allerdings wird eine CO₂-Abscheidung aus der Luft auch noch einmal viel Energie benötigen, was die Sache wiederum verteuern würde.Porsche hat sich zum Ziel gesetzt, die Produktionskapazitäten in Chile bis zum Jahr 2030 auf 550 Millionen Liter zu steigern. Das entspräche etwa dem, was in Deutschland in nicht einmal einer Woche benötigt wird. Um also allein die Bestandsflotte zu versorgen, müssten mindestens noch über 50 weitere Fabriken dieser Art entstehen und auch sicher ihre Ziele erreichen, ohne dass auch andere Kunden von ihnen bedient werden.
Zusammenfassung
- Porsche hat in Chile erste E-Fuel-Produktionsstätte eröffnet
- CO2-Abscheidungsanlage fehlt, Gas wird per LKW angeliefert
- Produktionsmengen sollen bis 2030 auf 550 Mio. Liter steigen
- Preis liegt bei unter 10 Euro pro Liter
- Klimaneutralität noch nicht gewährleistet
- Weitere Fabriken nötig, um Bestandsflotte zu versorgen
- Energiebedarf für CO₂-Abscheidung würde Preis erhöhen
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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