Murdoch vor Gericht: Mein Fox News hat über Trump-Abwahl gelogen
Der Medienmogul Rupert Murdoch hat vor Gericht eingeräumt, dass über seinen Fernsehsender Fox News bewusst Lügen aus dem Donald-Trump-Umfeld über Wahlmanipulationen verbreitet wurden. In dem Verfahren geht es um viel Schadensersatz.
Geklagt hat Dominion Voting Systems, ein Hersteller von Wahlmaschinen. Dieser wirf Fox News Verleumdung vor, weil der Sender immer wieder die Behauptungen der Trump-Anwältin Sidney Powell verbreitete, die Maschinen von Dominion hätten die für Trump abgegebenen Stimmen zugunsten von Joe Biden verändert. Das Unternehmen will für die daraus entstandenen Schäden eine Summe von 1,6 Milliarden Dollar einfordern.
In einer eidesstattlichen Erklärung räumte Murdoch ein, dass die Moderatoren Maria Bartiromo, Lou Dobbs, Sean Hannity und Jeanine Pirro die von Trump und seinem Team verbreitete Falschmeldung "bekräftigt" hätten, berichtet The Guardian. "Im Nachhinein wünsche ich mir, dass wir das stärker zurückgewiesen hätten", führte der Fox-Eigner weiter aus. Die Besessenheit des ehemaligen Präsidenten, zu beweisen, dass die Wahl gestohlen war, sei "schreckliches Zeug, das allen schadet".
In dem Verfahren wurde deutlich, dass die Fox-Moderatoren nicht einmal aus Naivität oder Überzeugung gehandelt haben. "Die ganze Geschichte, die Sidney verbreitete, habe ich keine Sekunde lang geglaubt", erklärte beispielsweise Sean Hannity. Dieser gehört zu den quotenstärksten Köpfen im US-Fernsehen und wird gelegentlich als Trumps journalistischer Zwilling charakterisiert. Er ist bekannt dafür, dass er es mit den Fakten nicht so genau nimmt, wenn etwas in sein konservatives Narrativ passt.
Trotzdem weist Fox weiterhin alle Ansprüche Dominions zurück. Denn diese würden eine "extreme" Auslegung der gesetzlichen Regelungen zur Verleumdung darstellen. Wenn sich der Kläger durchsetzen könne, würde das "Journalisten an einer grundlegenden Berichterstattung hindern", so zumindest sieht man es bei dem Murdoch-Sender.
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In einer eidesstattlichen Erklärung räumte Murdoch ein, dass die Moderatoren Maria Bartiromo, Lou Dobbs, Sean Hannity und Jeanine Pirro die von Trump und seinem Team verbreitete Falschmeldung "bekräftigt" hätten, berichtet The Guardian. "Im Nachhinein wünsche ich mir, dass wir das stärker zurückgewiesen hätten", führte der Fox-Eigner weiter aus. Die Besessenheit des ehemaligen Präsidenten, zu beweisen, dass die Wahl gestohlen war, sei "schreckliches Zeug, das allen schadet".
In dem Verfahren wurde deutlich, dass die Fox-Moderatoren nicht einmal aus Naivität oder Überzeugung gehandelt haben. "Die ganze Geschichte, die Sidney verbreitete, habe ich keine Sekunde lang geglaubt", erklärte beispielsweise Sean Hannity. Dieser gehört zu den quotenstärksten Köpfen im US-Fernsehen und wird gelegentlich als Trumps journalistischer Zwilling charakterisiert. Er ist bekannt dafür, dass er es mit den Fakten nicht so genau nimmt, wenn etwas in sein konservatives Narrativ passt.
Angst vor Zuschauerschwund
Trotz der Einschätzung, mit der Hannity wahrscheinlich weder allein stand, noch dass er diese für sich behielt, verschaffte Fox News den Verfechtern eines angeblichen Wahlbetrugs immer wieder eine maximale Öffentlichkeit. Dazu gab es auch ein Gespräch zwischen Murdoch und Suzanne Scott, der Medienchefin von Fox News. Die beiden sprachen demnach darüber, ob die Fox-Moderatoren Trumps Niederlage nicht besser anerkennen und zugeben sollten, dass Biden gewonnen hat. "Wir müssen vorsichtig sein, wenn wir die Shows nutzen und die Zuschauer verärgern", sagte Scott dazu. Man befürchtete also, die Zuschauer aus der relativ großen radikalen Rechten zu verlieren, die fest hinter Trump standen.Trotzdem weist Fox weiterhin alle Ansprüche Dominions zurück. Denn diese würden eine "extreme" Auslegung der gesetzlichen Regelungen zur Verleumdung darstellen. Wenn sich der Kläger durchsetzen könne, würde das "Journalisten an einer grundlegenden Berichterstattung hindern", so zumindest sieht man es bei dem Murdoch-Sender.
Zusammenfassung
- Murdoch räumt ein, dass Fox News bewusst Lügen über Manipulationen verbreitete.
- Dominion Voting Systems verklagt Fox News wegen Verleumdung.
- Moderatoren von Fox News bestärkten Falschmeldungen aus Trump-Umfeld.
- Fox-Eigner Murdoch bedauert, die Behauptungen zugelassen zu haben.
- Murdoch und Medienchefin Scott sprachen über Anerkennung von Niederlage.
- Fox weist Ansprüche Dominions als "extreme" Auslegung zurück.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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