Wirecard: Prozess zum größten Wirtschaftsskandal Deutschlands startet

Vor dem Landgericht München hat nach jahrelanger Vorbereitung der Prozess rund um den Bankrott des einstigen Senkrechtstarters der deutschen Technologie-Branche begonnen: Im Wirecard-Verfahren muss sich der ehemalige Vorstandschef Markus Braun verantworten. Neben ihm sind auch weitere Ex-Manager des Unternehmens angeklagt. Die Rede ist vom größten Wirtschaftsskandal der deutschen Nachkriegsgeschichte. Entsprechend lang ist die Liste der Vorwürfe gegen die Verantwortlichen. Der erste Prozesstag, der sechs Stunden im Gerichtssaal andauert, besteht im Wesentlichen daraus, dass die rund 90 Seiten starke Anklageschrift verlesen wird.

Im Kern geht es darum, dass die Manager das Unternehmen mit umfassenden Bilanzfälschungen sehr viel potenter wirken ließen, als es wirklich war. Dadurch wirkte es auf Investoren und potenzielle Kunden entsprechend attraktiv und wurde sogar im DAX geführt - was faktisch die Erhebung zu einem der wichtigsten deutschen Unternehmen bedeutet.


Wo sind die Milliarden?

Für die Staatsanwaltschaft haben die Manager nach juristischem Verständnis eine kriminelle Bande gebildet, um einen Betrug hochzuziehen, wie ihn die Wirtschaftswelt bisher selten gesehen hat. Der Mitangeklagte Oliver Bellenhaus, der auch als Kronzeuge fungiert, gab beispielsweise in Vernehmungen zu Protokoll, dass die Online-Zahlungsabwicklung mit verschiedenen Partnern in Dubai und den Philippinen schlicht frei erfunden gewesen sei.

Wirtschaftsjuristen haben die Bilanzen und Gelder des Konzerns in den letzten Jahren detailliert durchleuchtet und werden ihre Erkenntnisse an den kommenden Prozesstagen als Beweise einbringen. Im Zuge dessen wird auch die persönliche Verantwortung der verschiedenen Beteiligten bewertet. Braun beispielsweise stellt sich vor allem als Opfer der Machenschaften seines damaligen Management-Kollegen Jan Marsalek dar.

Das ist allerdings relativ einfach - denn dieser wird vor dem Gericht wohl nicht auftauchen, um seine Version der Dinge darzulegen. Marsalek ist seit dem Beginn der Ermittlungen untergetaucht und soll heute unter einer neuen Identität in Russland leben. Ebenso wenig Konkretes weiß man bisher von 1,9 Milliarden Euro, die angeblich auf einem Treuhandkonto liegen sollten, aber nicht auffindbar sind. Je nachdem, wen man fragt, ist entweder Marsalek mit diesem Geld verschwunden, oder es hat auch nie existiert und wurde nur erfunden, um Anleger in Sicherheit zu wiegen.

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