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Russland muss auf Linux umstellen - das ist aber ziemlich schwierig

Die russischen Behörden gehen jetzt zwangsläufig die Um­stel­lung ihrer IT-Infrastruktur an. Da Microsoft keine Win­dows-Li­zen­zen mehr bereitstellt, sieht man sich gezwungen auf Linux zu wechseln - was einigen Aufwand mit sich bringt.
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Das zuständige Finanzministerium in Moskau hat jetzt neue Ausschreibungs-Regularien herausgegeben, nach denen Software-Anbieter im Grunde nur noch dann auf staatliche Aufträge hoffen können, wenn sie ihre Anwendungen auf Linux-Systeme anpassen. Das geht aus einem Bericht der russischen Tageszeitung Kommersant hervor.

"Die neue Version des Regierungsdekrets, das die Zulassung ausländischer Software für die staatliche Beschaffung verbietet, sieht auch eine obligatorische Kompatibilität des Softwareprodukts mit inländischen Betriebssystemen vor", Alexej Smirnow, Chef des Verwaltungsrats von Bazalt SPO, dem Entwickler einer russischen Linux-Distribution. Und die einzigen in Russland entwickelten Betriebssysteme bauen eben auf dem Linux-Kernel auf.

Problem für die Anbieter

Bei den bisherigen Vertragspartnern der Behörden stößt dies nicht gerade auf Begeisterung. Sie merken an, dass sie wohl eine ganze Reihe von Produkten von Grund auf neue entwickeln müssen, damit sie auf Linux-Plattformen eingesetzt werden können - was einen erhöhten Personalaufwand mit sich bringt. Das ist mit der bestehenden Belegschaft allein auch nur bedingt zu schaffen, da diese ja meist auf die Windows-Entwicklung spezialisiert ist. Daher wird man auch Linux-Experten hinzuziehen müssen.

Das Software-Register der russischen Verwaltung umfasst derzeit rund 13.900 Produkte und 4.400 Anbieter. Wer in der Liste steht, bekommt verschiedene steuerliche Vergünstigungen, was es natürlich sehr erstrebenswert macht, dazuzugehören. Nun dürfte für eine Reihe von Entwicklern aber durchaus die Gefahr drohen, von der Liste zu fliegen - denn eine Umstellung auf Linux wird nicht trivial werden.

Das liegt vor allem daran, dass der Fachkräftemangel sich enorm verschärft hat. In vielen Belegschaften sind die Entwickler-Teams bereits ausgedünnt und externe Experten sind ebenso kaum zu finden, weil seit dem Überfall auf die Ukraine im Februar und die damit einhergehenden verschärften Repressionen nach Innen tausende IT-Experten das Land verlassen haben.

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