"Legendär" oder antik? So sieht Russlands "Sanktions-Laptop" aus

Die Sanktionen gegen Russland nach dem Angriff auf die Ukraine zeigen zwar Wirkung, aber langsamer als von vielen gedacht oder erhofft. Bereits betroffen ist die Technologie-Branche und das hat auch zu einem der ersten in Russland entwickelten Lap­top geführt.
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Und so viel vorweg: Der von Bitblaze gebaute Laptop wird zwar den Krieg nicht beenden, so mancher russische Anwender wird sich aber vermutlich wünschen, dass er oder sie noch Zugang zu aktueller westlicher oder asiatischer Ware hätte. Denn wie Tom's Hardware berichtet, hat Bitblaze, ein an sich auf Server, Speichersysteme und Workstations spezialisiertes russisches Unternehmen, nun seinen Laptop Titan BM15 als Vorserienmodell präsentiert.

Dieses Gerät, das unter anderem für Regierungsbehörden gedacht ist, soll im November in die Massenproduktion gehen, allerdings ist aktuell gar nicht klar, ob das überhaupt gelingen kann. Denn der Chip namens Baikal-M1, der darin zum Einsatz kommen soll, wird eigentlich vom taiwanesischen Hersteller TSMC produziert, dieser beliefert Russland allerdings nicht mehr.  Bitblaze Titan BM15Yana Brus zeigt ein Vorseriengerät des Bitblaze Titan BM15

"Legende in meinen Händen"

Das hinderte Yana Brus, Managerin von Bitblaze-Mutter Prombit, nicht daran, euphorisch für das (Linux-)Gerät zu werben: "Ich halte eine Legende in meinen Händen: einen Bitblaze Titan-Laptop, der auf dem Baikal-M Prozessor basiert, ist fertig. Eine sehr anständige Qualität, dünnes Aluminium-Gehäuse, geringes Gewicht. Ich habe einige Mainstream-Software-Anwendungen getestet: Office-Programme und YouTube. Funktioniert großartig, hält fünf Stunden mit dem Akku."

Die Wahrheit ist aber ernüchternder: Das Gerät hat u. a. 16 GB DDR4-RAM und bis zu 512 GB internen Speicher (M.2). Die CPU basiert allerdings auf regelrecht steinzeitlichem 28-Nanometer-Design, konkret sind es acht veraltete ARM-Cortex-A57-Kerne, die mit 1,5 GHz laufen - diese gaben ihr Debüt bereits 2015. Das Gerät, das Brus in ihrem Beitrag zeigt, sieht auch nicht gerade "legendär" aus, zumindest nicht, wenn man dies positiv und nicht im Sinne von antik meint. Denn zumindest das Vorserienmodell sieht klobig aus und hat einen gut einen Zentimeter dicken Rahmen.
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