Schach-spielender Roboter bricht mitspielendem Kind den Finger
Im Zusammenspiel mit Menschen müssen Roboter mit zusätzlichen Sicherheits-Features ausgestattet werden. Das zeigt ein aktuelles Beispiel aus Moskau, bei dem ein solches System einem Kind beim Schachspiel einen Finger brach.
Der Vorfall ereignete sich in der vergangenen Woche in Moskau. Im Rahmen der Moscow Chess Open spielte dort auch ein Roboter Simultan-Schach gegen mehrere Gegner gleichzeitig. Es handelte sich hier um ein modifiziertes Industrie-Modell, das mit einem Greifarm die Figuren selbstständig setzen konnte.
Das Problem bestand hier offenbar darin, dass der Roboter seinen Zug fertig berechnete und die folgenden Aktionen dann stur ausführte, ohne auf sich verändernde Rahmenbedingungen zu achten. Als das Kind nun auf einen Zug der Maschine selbst mit einer schnellen Aktion reagierte, kam es zu dem Zwischenfall. Der Roboter hatte seine Aktivität noch nicht beendet, als der Junge selbst eine Figur setzen wollte. Dadurch kamen sich beide in die Quere und das Kind wurde verletzt.
Der Fall zeigt, dass bei der Entwicklung der Roboter-Steuerung wohl vor allem darauf geachtet wurde, dass das Spielen funktioniert - nicht aber, was bei der Interaktion mit Menschen zu beachten ist. Die Roboter-Forschung ist sich des Problems eigentlich bewusst und arbeitet insbesondere an Sicherheits-Mechanismen für Roboter im Industrie-Bereich, die Hand in Hand mit menschlichen Mitarbeitern arbeiten sollen. Hier kann immerhin nicht davon ausgegangen werden, dass die Beschäftigten während einer kompletten Schicht stets hochkonzentriert sind und darauf achten, wie sich der Roboter-Arm gerade bewegt.
"Alle Prognosen, dass fortgeschrittene KIs die Menschheit zerstören werden, sind falsch. Nicht die mächtige KI oder eine Verletzung der Gesetze der Robotik werden die Menschheit vernichten, sondern unfähige Ingenieure", kommentierte Smagin den Fall.
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Das Problem bestand hier offenbar darin, dass der Roboter seinen Zug fertig berechnete und die folgenden Aktionen dann stur ausführte, ohne auf sich verändernde Rahmenbedingungen zu achten. Als das Kind nun auf einen Zug der Maschine selbst mit einer schnellen Aktion reagierte, kam es zu dem Zwischenfall. Der Roboter hatte seine Aktivität noch nicht beendet, als der Junge selbst eine Figur setzen wollte. Dadurch kamen sich beide in die Quere und das Kind wurde verletzt.
Sicherheit missachtet
Der Geschädigte ist gerade einmal sieben Jahre alt und trat in der Altersklasse der Unter-Neunjährigen bei dem Turnier an. Er gehört in dem Bereich zu den 30 besten Spielern Moskaus. Nach Angaben Sergey Smagins, dem stellvertretenden Vorsitzenden des russischen Schachverbandes, geht es dem Jungen den Umständen entsprechend gut. Der Finger ist zwar gebrochen, aber dürfte schnell verheilen.Der Fall zeigt, dass bei der Entwicklung der Roboter-Steuerung wohl vor allem darauf geachtet wurde, dass das Spielen funktioniert - nicht aber, was bei der Interaktion mit Menschen zu beachten ist. Die Roboter-Forschung ist sich des Problems eigentlich bewusst und arbeitet insbesondere an Sicherheits-Mechanismen für Roboter im Industrie-Bereich, die Hand in Hand mit menschlichen Mitarbeitern arbeiten sollen. Hier kann immerhin nicht davon ausgegangen werden, dass die Beschäftigten während einer kompletten Schicht stets hochkonzentriert sind und darauf achten, wie sich der Roboter-Arm gerade bewegt.
"Alle Prognosen, dass fortgeschrittene KIs die Menschheit zerstören werden, sind falsch. Nicht die mächtige KI oder eine Verletzung der Gesetze der Robotik werden die Menschheit vernichten, sondern unfähige Ingenieure", kommentierte Smagin den Fall.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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