UKW-Ende bereits 2024: ARD verhandelt in ersten Regionen über Aus

Die Verbreitung von Radiosendern über die UKW-Frequenzen ist ein beschlossenes Auslaufmodell - auch, wenn die Pläne zum Abschied von der Funktechnik viel kritisiert werden. Jetzt macht die ARD es konkreter und verhandelt in ersten Regionen über das baldige Aus.
Radio, UKW, Frequenz, Mittelwelle
C.P.Storm (CC BY 2.0)

Das Chaos um UKW und DAB+ geht in die nächste Runde

ARD und ZDF hatten im letzten Jahr wiederholt betont, dass man in UKW ein Auslaufmodell sieht, das man jetzt nach Jahren des Hin und Her mit DAB+ möglichst schnell loswerden möchte. Wie Golem jetzt berichtet, macht die ARD in Bayern als erste Region Nägel mit Köpfen. "Die ARD hat zum Stand des Rückbaus von UKW-Sendeanlagen mitgeteilt, dass bis Ende 2024 'die punktuelle Überprüfung von UKW-Bedarfen in besonderen Regionen erfolgen' soll", so der Bericht der Kommission KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten).

Demnach wird in Bayern bereits regional darüber verhandelt, wie eine Umstellung auf rein digitale Angebote bis 2024 realisiert werden kann. Einer der treibenden Faktoren: Der Sendernetzbetreiber Media Broadcast hatte sich aus dem UKW-Geschäft zurückgezogen, die öffentlich rechtlichen Anstalten mussten wegen des Eigenbetriebs einiger Sendeanlagen deutliche Mehrkosten auf sich nehmen. Parallel wurde der DAB+-Sendernetzausbau vom Deutschlandradio sogar gestoppt, da man erst eine entsprechende Beitragsanpassung abwarten wollte.

Grundversorgung bleibt

Doch die KEF macht in ihrem Bericht auch sehr deutlich, dass die UKW-Abschaltung in Deutschland auch stark von der gesellschaftlichen Stimmung abhängt. Man sehe "in der derzeitigen medienpolitischen Diskussion leider keine Perspektive mehr, die UKW-Versorgung bereits kurz- bis mittelfristig vollständig einstellen zu können". Eine der Konsequenzen dieser Beobachtung: "Deutschlandradio (wird) bis auf Weiteres eine Grundversorgung in Ballungsräumen und durch besonders leistungsstarke UKW-Sender vorhalten müssen, um nicht einseitig an publizistischer Reichweite zu verlieren."

Mit dieser Sachlage geht aber auch eine bisher angeführte Rechnung nicht mehr auf. Eigentlich sollten durch die UKW-Abschaltung Mittel frei werden, die dann für den DAB+-Ausbau verwendet werden sollten. Aktuell ist aber nicht abzusehen, wann UKW wirklich flächendeckend abgeschaltet werden kann und soll. Die öffentlich-rechtlichen Sender müssen also noch eine ganze Weile zweigleisig fahren - und führen dies als einen weiteren Grund für Beitragserhöhungen an.

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