Nach UKW-Streit: Nicht jeder Radiosender kann sich neue Preise leisten

Der Umbruch auf dem freien Markt für UKW-Sendetürme hat neben dem wochenlangen Streit um die Gebühren einen weiteren Effekt: Erste Radiosender melden jetzt, dass sie aus Kostengründen ihre UKW-Frequenzen aufgeben müssen.
Radio, UKW, Frequenz, Mittelwelle
C.P.Storm (CC BY 2.0)

Infografik: Einnahmen der Öffentlich-Rechtlichen per RundfunkbeitragEinnahmen der öffentlich-rechtlichen Sender durch den Rundfunkbeitrag
Nachdem sich die Bundesnetzagentur im Falle der Neuverhandlungen für die Preise der UKW-Antennen­eigentümer eingeschaltet hatte, sah eigentlich alles nach einem positiven Ende aus. Sender und Eigentümer hatten neue Verträge geschlossen und so den UKW-Weiterbetrieb vorerst gesichert. Doch nun tauchen neue dunkle Wolken am Himmel auf - die ausgehandelten Verträge sind für einige Sender ein finanzielles Problem. So hat jetzt bereits der Lokalsender Rundfunk Meissner, kurz RFM, bekannt gegeben, dass man aus Kostengründen nun weniger UKW-Frequenzen nutzen kann.

Livestream und DAB+

Hörer können nur auf den Livestream oder auf den DAB+-Kanal 6A ausweichen. "So verlor RFM auf Grund von stark gestiegenen Antennenpreisen in einem deregulierten Markt mit privaten Sendetechnikbetreibern zum erheblichen Nachteil seiner Hörer mit sofortiger Wirkung die UKW-Sender in Sontra und Hessisch Lichtenau. Wir bedauern diese Entwicklung, haben und hatten aber leider keinen Einfluss auf die Entscheidungen", heißt es in der Ankündigung von Rundfunk Meissner.

RFM dürfte kein Einzelfall sein, auch wenn von anderen Sendern aktuell noch nicht viel über die Auswirkungen des Rückzugs von Media Broadcast aus dem Antennengeschäft zu hören ist.

Media Broadcast hatte die Infrastruktur der terrestrischen UKW-Antennen und -Sendeanlagen bereits im vergangenen Jahr verkauft. Mehr als 30 Unter­nehmen teilen sich nach der Liberalisierung des Marktes nun die Anlagen, entsprechend groß ist auch das Chaos bei den Neuverhandlungen.

Die meisten neuen Betreiber haben, soweit bekannt, jetzt erst einmal Übergangsregelungen für die entsprechenden Regionen vereinbart. Wie teuer es also für die Sendeanstalten in den kommenden Monaten werden könnte, ist noch gar nicht bekannt.

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