FinFisher: Der deutsche Staatstrojaner-Hersteller ist pleite
Der Münchener Malware-Hersteller FinFisher ist pleite. Wie jetzt bekannt wurde, ist bereits in der letzten Woche ein Insolvenzverwalter bestellt worden, der die Geldabflüsse aus der Firma unter seine Kontrolle stellt.
FinFisher ist einer der bekanntesten Anbieter von Staatstrojanern. Das Unternehmen steht immer wieder in der Kritik, weil dessen Spionage-Malware eben auch von autoritären Regierungen eingesetzt wird, um Oppositionelle, Journalisten oder andere missliebige Personen zu bespitzeln. Bereits vor Jahren wurden Belege dafür unter anderem in Ägypten und der Türkei gefunden.
Und natürlich spielte FinFisher stets auch bei den Überlegungen für die Ausstattung deutscher Behörden mit Staatstrojanern eine entscheidende Rolle. Das Problem hierbei ist allerdings, dass die Software deutlich mächtiger ist, als die engen Grenzen, die das Bundesverfassungsgericht dem Einsatz solcher Werkzeuge setzte, gestattet. Trotzdem wurden sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene Lizenzen erworben.
Die Hersteller der Smartphone-Plattformen haben in den vergangenen Jahren aber immer bessere Sicherheits-Systeme eingeführt und es ist mit erheblichem Aufwand verbunden, gefundene Fehler in der Programmierung dann auch wirklich zu einem funktionierenden Exploit auszubauen. Entsprechend teuer sind die Informationen zu Verfahren, mit denen man in die Geräte eindringen kann, inzwischen geworden. Für einen Exploit gegen Apples iOS muss man so schnell mal mehrere Millionen Dollar auf den Tisch legen - und mit dem Risiko leben, dass das nächste System-Update die ganze Investition hinfällig macht.
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Und natürlich spielte FinFisher stets auch bei den Überlegungen für die Ausstattung deutscher Behörden mit Staatstrojanern eine entscheidende Rolle. Das Problem hierbei ist allerdings, dass die Software deutlich mächtiger ist, als die engen Grenzen, die das Bundesverfassungsgericht dem Einsatz solcher Werkzeuge setzte, gestattet. Trotzdem wurden sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene Lizenzen erworben.
Gründe sind unklar
Was genau nun zur Pleite des Unternehmens führte, ist nicht bekannt. Allerdings kann es gut sein, dass sich die Funktionalität der Trojaner bei den gegebenen Lizenzpreisen schlicht nicht mehr aufrechterhalten ließ. Denn für die potenziellen Kunden ist es heutzutage natürlich besonders interessant, Zugriff auf die Smartphones der Zielpersonen zu bekommen - was FinFisher durchaus auch möglich macht.Die Hersteller der Smartphone-Plattformen haben in den vergangenen Jahren aber immer bessere Sicherheits-Systeme eingeführt und es ist mit erheblichem Aufwand verbunden, gefundene Fehler in der Programmierung dann auch wirklich zu einem funktionierenden Exploit auszubauen. Entsprechend teuer sind die Informationen zu Verfahren, mit denen man in die Geräte eindringen kann, inzwischen geworden. Für einen Exploit gegen Apples iOS muss man so schnell mal mehrere Millionen Dollar auf den Tisch legen - und mit dem Risiko leben, dass das nächste System-Update die ganze Investition hinfällig macht.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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