Münchener Staatstrojaner-Hersteller FinFisher ist endgültig Geschichte

Der berüchtigte Staatstrojaner-Hersteller FinFisher ist endgültig Geschichte. Nicht nur, dass die Firmengruppe dahinter komplett in der Insolvenz ist, es finden auch keine Versuche mehr statt, das Unternehmen zu sanieren.
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Bereits im letzten Dezember wurde ein Teil der Gruppe formal einem Insolvenzverwalter unterstellt, der erst einmal dafür sorgen sollte, dass die Finanzströme im Griff behalten werden können. Nun allerdings sollen für alle drei Firmen, die zu dem Verbund gehören - FinFisher GmbH, FinFisher Labs GmbH und Raedarius m8 GmbH - Insolvenzverfahren eingeleitet worden sein, wie der zuständige Verwalter gegenüber Netzpolitik.org bestätigte.

Doch nicht nur das: Das Insolvenzverfahren dient hier offenbar nicht mehr dem Zweck, das Unternehmen noch irgendwie zu retten. Vielmehr handelt es sich wohl um einen reinen Abwicklungs-Prozess. Denn der Geschäftsbetrieb soll bereits vollständig eingestellt worden sein, die Mitarbeiter sind entlassen und das Büro aufgelöst.

Ermittlungen erhärteten Verdacht

Die genauen Hintergründe, die zum Ende des Unternehmens führten, sind nicht bekannt. Allerdings deutet einiges darauf hin, dass auch das Engagement verschiedener Aktivisten und Organisationen dafür sorgten, dass die Firma in die Knie gezwungen werden konnte. "Ihr habt euer Ziel erreicht", soll ein ehemaliger Angestellter gegenüber Netzpolitik.org kommentiert haben.

Das Magazin hatte im Jahr 2019 gemeinsam mit der Gesellschaft für Freiheitsrechte, Reporter ohne Grenzen und dem Europäischen Zentrum für Verfassungs- und Menschenrechte eine Strafanzeige gegen FinFisher gestellt. Dabei warf man den Münchener Malware-Entwicklern vor, die Überwachungs-Tools auch ohne die dafür nötigen Exportgenehmigungen an problematische Regimes verkauft zu haben. Im Zuge der eingeleiteten Ermittlungen wollte die Staatsanwaltschaft auch Konten pfänden, auf denen Einkünfte aus illegalen Geschäften vermutet wurden - was durch die Einleitung des Insolvenzverfahrens dann aber ausgesetzt wurde.

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