Sex, Lügen und Bild: Julian Reichelt wurde rausgeschmissen (Update)

Vor einigen Monaten wurden gegen den Bild-Chefredakteur schwere Vorwürfe laut, Julian Reichelt soll immer wieder seine Machtposition ausgenutzt haben, um Frauen zu Beziehungen zu bewegen. Es folgte eine Untersuchung. Die Sache verlief im Sand. Nun gibt es neue Vorwürfe.
Update 18.34 Uhr: Der Axel Springer Verlag hat vor kurzem bekannt gegeben, dass Julian Reichel "nach neuen Erkenntnissen" von seinen Aufgaben entbunden werde. In einer Mitteilung schreibt das Medienunternehmen: "Als Folge von Presserecherchen hatte das Unternehmen in den letzten Tagen neue Erkenntnisse über das aktuelle Verhalten von Julian Reichelt gewonnen. Diesen Informationen ist das Unternehmen nachgegangen. Dabei hat der Vorstand erfahren, dass Julian Reichelt auch nach Abschluss des Compliance-Verfahrens im Frühjahr 2021 Privates und Berufliches nicht klar getrennt und dem Vorstand darüber die Unwahrheit gesagt hat." Nachfolger wird Johannes Boie (37) derzeit Chefredakteur der Welt am Sonntag.

"Vögeln, fördern, feuern"

Anfang März erschien im Spiegel ein Artikel mit dem Titel "Vögeln, fördern, feuern". Darin ging es um mögliche Verfehlungen des Bild-Chefredakteurs Julian Reichelt gegenüber Frauen. Dieser soll bis zu diesem Zeitpunkt zahlreiche Affären gehabt haben, deren Umstände waren vorsichtig formuliert dubios. Das lag vor allem daran, dass Reichelt immer wieder Privates mit Beruflichem vermischt haben soll.

Es folgte eine angeblich unabhängige Untersuchung, Reichelt bekam eine Co-Chefredakteurin an seine Seite gestellt und damit war die Sache im Wesentlichen gegessen. Die Bild machte wie gewohnt weiter und das bedeutete das übliche "Angst, Hass, Titten und Wetterbericht" (Die Ärzte).

Doch nun kocht die Angelegenheit erneut hoch und das gleich auf mehreren Ebenen. Denn einerseits erschien in der renommierten New York Times (NYT) am Wochenende ein Bericht mit dem (übersetzten) Titel "Bei Axel Springer, dem neuen Eigentümer von Politico, geht es um Sex, Lügen und eine geheime Zahlung". Dieser zeichnet das Bild einer überaus fragwürdigen Unternehmenskultur und widmet sich vor allem auch der Person Reichelt.

Bundesregierung ist "DDR-Diktatur"

Im Mittelpunkt des Reports ist auch Springer-Chef Mathias Döpfner, dieser soll Reichelt die Mauer gemacht haben und diesen - trotz aller Vorwürfe - als "letzten und einzigen Journalist in Deutschland" bezeichnet haben, "der noch mutig gegen die neue DDR-Diktatur rebelliert". Der Kontext dieser Aussage ist brisant, denn dabei ging es dem Bericht zufolge um einen Kommentar Reichelts zu den Corona-Maßnahmen, mit der "DDR-Diktatur" war also die Bundesregierung gemeint.

Andererseits hat der NYT-Artikel andere brisante Informationen, die kein gutes Licht auf die deutsche Medienlandschaft werfen: Denn der Ippen-Verlagsgruppe wird vorgeworfen, einen lange geplanten und recherchierten Artikel zur "Affäre Reichelt" auf Geheiß des Chefs und Verlegers Dirk Ippen gekillt zu haben.

Das Reporter-Team "Ippen Investigativ", das bis zur Übernahme durch den Verlag als Buzzfeed News firmierte, wollte eigentlich gestern das Ergebnis eine Monate langen Recherche veröffentlichen. Ippen soll den Report aber persönlich "nach intensiver und harter Diskussion" abgesägt haben.

Springer-Druck?

Das Redaktionsteam war außer sich vor Wut und schickte Dirk Ippen einen Protestbrief, diesen hat das Medienmagazin Übermedien veröffentlicht (via DWDL). Die Entscheidung des 81-jährigen Verlegers "widerspricht allen Regeln der unabhängigen Berichterstattung", so die Journalisten. "Die Entscheidung ist eine absolute Verletzung des Grundsatzes der Trennung von Redaktion und Verlag. Wir fühlen uns dadurch in unserer Arbeit als Investigativ-Team beschnitten."

Man spricht weiter von Vertrauensbruch zwischen Redaktion und Verlag, Inhalte würden "persönlichen, politischen oder geschäftlichen Gründen" untergeordnet. Offenbar wurde die Entscheidung nämlich nicht alleine vom Ippen-Verlag getroffen, Vertreter von Axel Springer sollen Kontakt zu "hochrangigen Ippen-Verlagsleuten" aufgenommen haben, um die Veröffentlichung zu stoppen - was offenbar gelang. Menschen, Leute, Sexismus, Sexuelle Belästigung, Metoo, Hashtag Menschen, Leute, Sexismus, Sexuelle Belästigung, Metoo, Hashtag
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