Katholische Organisation kaufte Dating-Daten, um Priester zu schnappen
Auch Priester haben Bedürfnisse bzw. sollten diese ausleben dürfen - solange diese im legalen Rahmen bleiben. Diese Erkenntnis dürfte den meisten einleuchten, doch das Zölibat bleibt für Katholiken eine der wichtigsten Säulen - und manche nehmen es hier sehr bzw. zu genau.
Die "Haushälterin" (hust, hust) des katholischen Pfarrers gehört zu den langen Traditionen der Kirche, in der heutigen Zeit ist es aber noch einfacher, sexuelle Kontakte zu knüpfen - anonym über das Internet natürlich. Das wissen auch die jeweiligen Priester und befriedigen ihre völlig menschlichen Bedürfnisse, indem sie Apps wie Tinder und Grindr nutzen.
Die konservative Organisation nutzte die Daten, um eigenen Angaben nach "die Kirche zu befähigen, ihren Auftrag zu erfüllen". Sie wollte Bischöfen "auf Tatsachen basierende Beweise" liefern, um "Schwächen" aufzudecken. Anders gesagt: Man investierte nach Recherchen der Washington Post rund vier Millionen Dollar, um schwule Priester denunzieren zu können.
Es ist allerdings nicht ganz klar, welche Wirkung man damit erzielen konnte. Laut Insidern wurden aber wohl mehreren Priestern aufgrund dieser Informationen Beförderungen verweigert, einige wurden auch in vorzeitigen Ruhestand gedrängt.
Catholic Laity and Clergy for Renewal wollte sich nicht direkt dazu äußern, in einem Blogbeitrag verteidigte der Chef der Organisation, Jayd Henricks, die Praxis: "Alle großen Unternehmen nutzen solche Daten, warum also nicht auch die Kirche?"
Siehe auch:
Denunzieren per Daten
Doch eine konservative katholische Gruppe aus Colorado wollte das aber nicht einfach so hinnehmen. Sie kaufte für mehrere Millionen Dollar Daten aus Dating-Apps und erhoffte sich auf diese Weise, "fremdgehende" Priester überführen zu können. Wie die US-Tageszeitung Washington Post berichtet (via The Guardian) ging es der Non-Profit-Organisation namens Catholic Laity and Clergy for Renewal speziell um homosexuelle Priester, denn im Visier der Moralhüter waren vor allem in der Schwulenszene populäre Apps wie Grindr.Die konservative Organisation nutzte die Daten, um eigenen Angaben nach "die Kirche zu befähigen, ihren Auftrag zu erfüllen". Sie wollte Bischöfen "auf Tatsachen basierende Beweise" liefern, um "Schwächen" aufzudecken. Anders gesagt: Man investierte nach Recherchen der Washington Post rund vier Millionen Dollar, um schwule Priester denunzieren zu können.
Es ist allerdings nicht ganz klar, welche Wirkung man damit erzielen konnte. Laut Insidern wurden aber wohl mehreren Priestern aufgrund dieser Informationen Beförderungen verweigert, einige wurden auch in vorzeitigen Ruhestand gedrängt.
Catholic Laity and Clergy for Renewal wollte sich nicht direkt dazu äußern, in einem Blogbeitrag verteidigte der Chef der Organisation, Jayd Henricks, die Praxis: "Alle großen Unternehmen nutzen solche Daten, warum also nicht auch die Kirche?"
Zusammenfassung
- Priester nutzen Apps wie Tinder und Grindr für sexuelle Kontakte.
- Konservative Gruppe kauft Dating-App-Daten für vier Mio. $.
- Ziel: Priester denunzieren.
- Beförderungen verweigert, Priester in Ruhestand gedrängt.
- Organisation verteidigt Praxis: "Alle nutzen Daten".
- Priester sollen legalen Rahmen einhalten.
Siehe auch:
- Kirchenaustritt online: Da hilft nur noch beten - Länder bleiben inaktiv
- Evangelische Kirche verbannt WhatsApp und Telegram
- KI-Ingenieur gründet Kirche und will einen neuen Gott erschaffen
- Pokémon Go in einer Kirche: Russischem YouTuber drohen 5 Jahre Haft
- "Godspot" am Kirchturm: Evangelische Kirche richtet freies WLAN ein
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