IKEA bespitzelte Mitarbeiter tiefgehend:
Jetzt gab es die Urteile

Rund um den Möbelkonzern IKEA hat sich ein handfester Überwachungs-Skandal aufgebaut. Manager haben mit Unterstützung eines Privatdetektivs und Polizisten zahlreiche Mitarbeiter umfassend überwacht. Jetzt wurden in der Sache Urteile gesprochen. In Frankreich ist die Landestochter des Unternehmens im Zuge dessen zur Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von einer Million Euro verdonnert worden. Jean-Louis Baillot, der zum Zeitpunkt der Taten den Chefposten innehatte, bekam eine zweijährige Haftstrafe, die auf Bewährung ausgesetzt wurde, und er muss persönlich eine Geldstrafe von 50.000 Euro zahlen, berichtet der Spiegel.

Der Prozess drehte sich um die Jahre 2009 bis 2012. Es gab zwar Hinweise darauf, dass die illegale Bespitzelung der Mitarbeiter schon viel früher begann, doch begrenzte sich die Staatsanwaltschaft auf den Zeitraum, für den man klare Beweise auf den Tisch legen konnte. Es ist unwahrscheinlich, dass der Konzern das Urteil noch einmal anfechten wird - immerhin muss man schon nur die Hälfte der von den Anklägern geforderten Summe zahlen. Außerdem räumte man die Vorfälle selbst ein und sicherte zu, Maßnahmen einzuleiten, die eine Wiederholung ausschließen sollen.

Privatkonten ausgespäht

Es gab zwar immer wieder Fälle, bei denen bekannt wurde, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter einer übermäßigen und illegalen Überwachung aussetzten, was allerdings bei IKEA Frankreich ans Licht kam, dürfte auch Insider überrascht haben. Das betrifft nicht nur die Dauer, sondern die Tiefe, in der Beschäftigte durchleuchtet wurden.

Mit Hilfe externer Kontakte wurden dabei sogar die Bankdaten von Angestellten ausgespäht. Über einige Mitarbeiter fertigte man umfangreiche Dossiers an, in denen teils nicht nur wahre, sondern auch erfundene Informationen festgehalten waren. Welchem Zweck dies diente, ist unklar. Möglicherweise wollten die verantwortlichen Manager Druckmittel in der Hand haben, um beispielsweise gewerkschaftliche Betätigung zu unterbinden.

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