Bald erst ab 18 - Onlyfans im Visier der deutschen Medienwächter

Auf Plattformen wie Onlyfans geht es sehr freizügig zu - und das bisher ohne große Regulierungen. In Sachen Jugendschutz hat jetzt Tobias Schmid, Direktor der Landesmedienanstalt NRW, einen Vorstoß gewagt. Onlyfans soll erst ab 18 Jahren zugänglich werden. Denn bislang ist es so, dass sich im Grunde jeder ohne eine genaue Altersprüfung bei Plattformen wie Onlyfans anmelden kann. Die Landesmedienanstalt in Nordrhein-Westfalen fordert deshalb Altersbeschränkungen und sieht dabei die Plattformbetreiber in der Pflicht. Bei solchen Diensten, so unterstreicht es Tobias Schmid, Direktor der Landesmedienanstalt NRW, müsse das Gleiche gelten, wie bei den bekannten Pornoplattformen. Infografik: Pornografie im NetzPornografie im Netz Schmid ist zudem Vorsitzender des Verbunds der nationalen Medienregulierungen in Europa. Nun plant er, einen Jugendschutz bei Onlyfans zu etablieren. "Wir registrieren, dass zum Beispiel Onlyfans zunehmend erotische Anbieter und Influencer anzieht, und wir werden uns darum kümmern", sagt Schmid dazu in einem Interview mit Welt am Sonntag. Besonders seit dem Start der Corona-Pandemie ist der Zulauf groß. Genaue Zahlen von dem Anbieter gibt es zwar nicht. Es wird aber geschätzt, dass sich allein seit Mitte 2020 jeden Monat 200.000 neue Nutzer angemeldet haben. Ende 2020 soll der Umsatz bei rund zwei Milliarden Dollar gelegen haben.

Gezeigt wird alles

Die erotischen Bilder und Mitteilungen von Stars und Sternchen ist genau das Geschäftsmodell von Onlyfans. Jeder kann dort zum Beispiel ab fünf Dollar im Monat sehr freizügige Einblicke in das Leben von US-Rapperin Cardi B oder US-Modell Amber Rose bekommen. Oder sich anschauen, wie Influencer oder B- und C-Promis (halb-) nackt durch die Gegend laufen, in der Badewanne sitzen, ausgehen oder essen. Es gibt bei Onlyfans keine Einschränkungen, was nackte Haut betrifft, anders als zum Beispiel bei Instagram.

Es gibt bisher aber auch keine Einschränkungen der Landesmedienanstalten. Nun soll sichergestellt werden, dass unter 18-Jährige keinen Zugang zu der Plattform bekommen. Schmid ließ allerdings offen, wie weit die Pläne schon vorangeschritten sind.

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